Heribert Dumont, Telefonica o2 GermanyHeribert Dumont, Head of Quality Assurance, über die Wartung des O2 Netzes

Mehr als ein Dutzend Riesenbildschirme an der Wand – für die Gesamtübersicht – und davor jede Menge PC-Arbeitsplätze. Unser Service Operation Center sieht ein wenig aus wie ein Kontrollraum bei der NASA. Wenn hier eine Anzeige rot leuchtet, dann steckt irgendwo im O2 Netz der Wurm drin. Vermeiden lässt sich das nicht. Bei knapp 30.000 Basisstationen für GSM und UMTS ist das nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Mit der Problemlösung ist es so wie bei dem Computer daheim: Manchmal reicht ein Neustart und manchmal muss die Software aktualisiert werden, doch manchmal ist auch die Hardware hinüber. Und dann gibt es die Fälle, in denen Bäume unvorhergesehen in den Himmel wachsen.

Es war vor etwa zwei Wochen, um acht Uhr in der Früh, ein Tag wie viele. Die zweite Schicht hatte sich mit dem ersten Kaffee vor den Kontrollmonitoren eingerichtet und informierte sich über die Vorfälle der vergangenen Nacht: einige Mini-Störungen, die allerdings ohne spürbare Folgen für Kunden blieben. So ist es fast immer, denn wir versuchen, Probleme wie Kapazitätsengpässe vorherzusehen. Dafür haben wir ein riesiges Arsenal an technischen Tricks, mit denen das Netz “up and running” gehalten werden kann. Eine schönere Spielwiese für Nachrichtentechniker gibt es kaum.

An diesem Morgen meldete aber die Überwachungsmonitore Probleme in Konstanz. Die Signalstärke der Richtfunkverbindung zu einem Mast dort lag weiter unter der Norm. Wie immer, wenn wir das Problem nicht sofort aus der Zentrale in München lösen können, machte sich ein Spezialist auf den Weg. Ein über ganz Deutschland verteiltes Team von Technikern kümmert sich bei Wind und Wetter um die Wartung der Sender vor Ort. Einer davon steht übrigens auf der Zugspitze. Höher als der O2 Profi dort ist in Deutschland noch niemand geklettert.

In Konstanz konnte unser Funkexperte allerdings am Boden bleiben. Der Übeltäter war auch aus geringer Höhe eindeutig auszumachen: Eine massive Buche war in den vergangenen Monaten in die Funkverbindung zwischen zwei Masten gewachsen. Wir greifen in solchen Fällen meistens nicht zur Axt. Es gibt andere Mittel und Wege, die Signale umzuleiten oder die Antenne neu auszurichten. So auch in Konstanz. Der Funk nimmt nun einfach einen kleinen Umweg über die anderen benachbarten Stationen, damit die Menschen in der Region wieder ungestört telefonieren und im mobilen Internet surfen können.

connect Netztest 2010

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