Katja Hauss Telefónica GermanyKatja Hauß über den SMS-Silvesterstau, Profi-Tipps und sinnvolle Alternativen

Ich bin gern pünktlich. Und wer es mit Pünktlichkeit hält, dem dürfte mein Silvesterproblem bekannt sein: Zu Silvester werden so viele Grüße gleichzeitig per SMS auf den Weg geschickt, dass sie einfach nicht rechzeitig ankommen können. Daher bin ich fest entschlossen – eigentlich wie jedes Jahr – dem Silvesterstau dieses Jahr zu entgehen.

Je nachdem, mit wem ich über dieses Problem spreche, bekomme ich sehr unterschiedliche Lösungsansätze: Meine Mutter rät zur guten alten Postkarte. Gut – ganz so weit wollte ich nicht gehen. Aber die Mama hat Recht: Immerhin wäre es eine nette Geste, wenn eine Viel-SMS-Schreiberin und E-Mail-Fan wie ich zu Papier, Stift und Briefmarke greift. Da ich es aber nie und nimmer rechtzeitig bis zum Briefkasten schaffe, fällt diese Alternative flach.

Einer meiner jüngeren Kollegen – ein ‘Total Digital Native’, wenn man so will – hat mich jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass das Problem eigentlich nicht existiert. Ich solle einfach meine Statusanzeige auf Facebook ändern. Fertig. Das ist mir wiederum zu einfach – zumal nicht alle meine sehr guten Freunde auf Facebook sind. Aber der Tipp ist durchaus charmant: Dank passender App ließe sich Facebook tatsächlich silvestertauglich zwischen Sekt-Anstoßen und Rakete-Abschießen integrieren.

Nach langem Überlegen habe ich eine ganze andere Strategie entwickelt: Ich teile die Empfänger meiner guten Wünsche in VIPs, gute Freunde und Bekannte ein und gehe nach einem zielgruppengerechten Kontaktierungsplan vor. Übersetzt heißt das: Die Bekannten bekommen eine Massen-SMS am Neujahrstag – dann entgehe ich gleich der Gefahr, dass ein um Mitternacht vermutlich angeschwipster Kontakt mich und meine SMS gar nicht zuordnen kann. Für die guten Freunde muss ich etwas einfallsreicher werden: Über Web-SMS stelle ich personalisierte Kurznachrichten zusammen, die zeitverzögert um 22 Uhr auf den Weg gehen. Mit etwas Glück lande ich damit einen zeitlichen Volltreffer.

Und für die VIPs gibt’s keine Kompromisse: Die sorgfältig ausgewählte Gruppe bekommt ihren persönlichen Gruß um Mitternacht – selbst wenn ich den Sendevorgang gleich mehrmals wiederholen muss. Und letztlich bleibt mir ein Joker: Ich ruf einfach kurz an – ein VIP sollte mir schließlich mehr wert sein als 18 Zeichen: Frohes Neues Jahr!

PS: Egal, welche Strategie Sie jetzt für sich umsetzen – O2 wünscht einen guten Start in 2011! Der nächste Essay lässt dann nicht lange auf sich warten…
Winterlandschaft

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