Nina Kreuzpointner, Telefónica GermanyNina Kreuzpointner, Executive Assistant von René Schuster, CEO Telefónica O2 Germany, über ihren Einsatz im Proniño-Programm.

Statt Ferien am Strand wollte ich lieber etwas von meinem Glück zurückgeben, meinen Urlaub mit Kindern verbringen, die das Wort “Urlaub” gar nicht kennen, für die ein Flugticket genauso unerreichbar ist wie ein ordentlicher Schulabschluss. Über fünf Millionen Kinder in Südamerika müssen arbeiten, statt zu lernen. In Guatemala drücken trotz Schulpflicht nur zwei Drittel der Kinder die Schulbank – und das meist nur bis zur 6. Klasse. Das Proniño-Programm wird von der Unternehmensstiftung Fundación Telefónica organisiert und bietet solchen Kindern eine Chance auf Zukunft. Genau dort wollte ich mit anpacken – zusammen mit zehn anderen Telefónica-Kollegen aus England, Schottland, Spanien, Tschechien, Panama, El Salvador und Argentinien.

Bevor es losging, habe ich mich eingehend über Proniño erkundigt. Das Programm läuft bereits seit 1998 unter der Federführung der Fundación in 13 lateinamerikanischen Staaten. Ziel ist es, durch drei Hauptaktivitäten – Finanzierung von Stipendien, Verbesserung der Ausbildung und durch Partnerschaften mit verschiedenen lokalen Institutionen – Kinderarbeit bis 2020 komplett abzuschaffen. Schon 2015 sollte kein Kind gefährliche Arbeit verrichten müssen – etwa auf Mülldeponien.

Kinder unterrichten, statt am Strand liegenUnsere Aufgabe brachte uns in die Stadt Quetzaltenango, kurz Xela. Wechselweise halfen wir an vier Schulen aus: Morgens lehrte ich an der einen Schule englische Vokabeln und Lesen, nachmittags Schreiben und Geografie an der anderen Schule – sechs Stunden täglich. Anfangs waren die Kinder recht schüchtern und sprachen teilweise nur mit vorgehaltener Hand. Entsprechend anstrengend waren die ersten Tage – schließlich bin ich gelernte Diplom-Kauffrau und keine Vollblut-Pädagogin.

Aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war von Zurückhaltung keine Spur mehr: Die Kleinen genossen spürbar die für sie ungewohnte Aufmerksamkeit der angereisten “Extranjeros” und löcherten uns mit ihren Fragen. Umgekehrt versuchten wir auf spielerische Weise, den Kindern mit einem selbstgebastelten Puppentheater beizubringen, dass Kinderarbeit kein Normalzustand ist. Ob bei unserer Zaubershow mit vielen bunten Luftballons, beim Bäumepflanzen im Wald, beim singenden Lernen der Zahlen auf Englisch oder beim gemeinsamen Erkunden der Weltkarte: Das Gefühl, den Kindern neue Welten zu öffnen, war eine ganz besondere Belohnung. Und das Programm eine Erfahrung, aus der ich privat und beruflich sehr viel mitnehmen konnte – Gelassenheit und den Blick für die wirklich wichtigen Dinge.

Nach getaner Arbeit am Abend blieb immer Zeit für den Austausch mit den anderen Helfern. Am letzten Wochenende unseres Aufenthalts stand die Besteigung des höchsten Vulkans Mittelamerikas an: Der Tajumulco misst 4.220 Meter. Wir übernachteten im Basecamp und erklommen den Gipfel rechtzeitig zum Sonnenaufgang. Es waren unvergessliche Ferien. Und Fragen wie “Was heißt Schmetterling auf Englisch?”, “Fahrt ihr im Auto zurück nach Deutschland?” und “Ist Spanien das größte Land der Welt?” werde ich unglaublich vermissen.
"Es gibt für mich nichts Schöneres, als das Leuchten in Kinderaugen zu sehen, wenn sie sich freuen."Nina und die anderen Helfer haben die Herzen der Kinder im Sturm erobert

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