Dirk Maassen, Telefonica GermanyDirk Maaßen, Product Marketing Manager Financials & Enabling Services bei Telefónica O2 Germany, über das Bezahlen per Handy

Der Klassiker an der Supermarktkasse: Alle Waren sind gescannt, es geht ans Bezahlen – und ein hektisches Abklopfen meiner Jackentaschen bestätigt mir: Wieder einmal die Geldbörse vergessen! Solche Situationen könnten sich bald für alle Beteiligten elegant lösen, wenn sich das Bezahlen per Handy durchgesetzt hat. Denn ohne mein Smartphone gehe ich nie aus dem Haus: Die Kassiererin würde die Zahlung bargeldlos entgegen nehmen – ein Handy-Chip für Near Field Communication (NFC) tauscht alle notwendigen Daten mit einem NFC-Reader an der Kasse aus. Ich zücke kurz mein Mobiltelefon und die Schlange hinter mir muss nicht lange warten.

Doch nicht nur wegen potenzieller Supermarkt-Pannen bin ich ein großer Fan von Mobile Payment. Ich habe selten die passenden Münzen zur Hand, wenn ich sie am Fahrkarten- oder Parkscheinautomat brauche. Und auf die unzähligen Plastikkarten im Portemonnaie würde ich gern verzichten. Mit dieser Einstellung bin ich übrigens nicht allein: Der BITKOM hat herausgefunden, dass sich 43 Prozent der deutschen Handynutzer gut vorstellen könnten, mit ihrem Telefon zu bezahlen. Bei den 14- bis 25-Jährigen sind es sogar 75 Prozent. Das war ja klar, denn die haben wahrscheinlich alle schon mal einen Klingelton oder einen MP3-Song geladen und über ihre Mobilfunkrechnung bezahlt.

mpass LogoBis sich die futuristisch anmutende NFC-Technologie flächendeckend durchsetzt, gibt es interessante Alternativen – beispielsweise den Bezahldienst mpass, den O2 gemeinsam mit anderen Mobilfunkanbietern vorantreibt. Bisher stand mpass vor allem für sicheres, einfaches Bezahlen am PC für alle Online-Shopper mit einem Konto bei einer deutschen Bank und einem Account bei mpass.

Doch jetzt kommt eine neue mpass-Variante für den mobilen Einkauf mit dem Smartphone: Dabei muss ich meine sensiblen Daten wie die Bankverbindung oder die Adresse weder eingeben noch direkt an den Händler übertragen. mpass erkennt mich sofort an meiner Handynummer. Ich muss lediglich den Zahlungsauftrag mit einer speziellen PIN autorisieren und mpass wickelt die Zahlung für mich ab. Idealerweise werden mir dabei gleich Treuepunkte für meinen Einkauf gutgeschrieben.

Natürlich gibt es genügend Skeptiker um mich herum, die sagen: “Mir ist das viel zu unsicher – was passiert denn, wenn ich mein Handy verliere?” Diese Frage ist eine Steilvorlage für mich als Mobile Payment-Fan. Es macht schließlich viel weniger Mühe, ein Handy und eine SIM-Karte zu ersetzen, als den kompletten Inhalt einer verlorenen Geldbörse wiederzubeschaffen. Außerdem: Das Bargeld aus der Börse ist in der Regel weg, während das Guthaben auf dem Handy ja nur virtuell besteht. Ich bin optimistisch, dass sich Zweifler mit Sicherheitsbedenken überzeugen lassen – vor allem, wenn Mobile Payment auf NFC-Basis kommt: Dann bleibt das Portemonnaie zu Hause und man muss nur noch sein Smartphone mitnehmen.

Die Weichen sind dafür bereits gestellt: Schon jetzt läuft ein Feldversuch der Deutschen Bahn für den drahtlosen Ticket-Kauf. Touch & Travel heißt das System, das schon seit einiger Zeit NFC nutzt. Die Bahn stellt ihren Testkunden spezielle Handys zur Verfügung, mit denen sie an den NFC-Lesengeräten, den sogenannten Touchpoints, ihre Fahrkarten kaufen können. Im Zug kontrolliert der Schaffner die Tickets dann ebenfalls mit einem NFC-Gerät.

Auch Visa und Mastercard haben längst damit begonnen, ihre Karten mit Funkchips auszurüsten. All die berührungslosen Lesegeräte, die die Kreditkartenunternehmen aufstellen lassen, könnten bald den NFC-Handys als Geldbörsen-Ersatz zum Durchbruch verhelfen: Wer weiß, ob es in fünf Jahren überhaupt noch Plastikkarten gibt!

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