Kool Savas (www.katjakuhl.com)Anna Büttner (18 Jahre) aus Nürnberg und Sabrina Paiwand (14 Jahre) aus Hamburg sind Mitglied der Think Big Jugendredaktion und haben Rapper Kool Savas, Carsten Nillies von Telefónica Germany und Ralf Walther von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung beim diesjährigen Think Big Sommercamp in Mölln interviewt.

Besuch des Projektpaten Kool Savas

Ein Höhepunkt des Think Big Sommercamps war der Besuch des Projektpaten Kool Savas. Er unterstützt das Programm seit 2010 und konnte die Teilnehmer auch diesmal in Mölln mit seiner offenen Art und guten Laune wieder beeindrucken und inspirieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz antwortete er gemeinsam mit Carsten Nillies von Telefónica Germany und Ralf Walther von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (also von den beiden Organisationen, die Think Big gemeinsam koordinieren) auf unsere Fragen. Wir wollten unter anderem wissen, was ihre ersten Eindrücke vom Camp seien und wie die weiteren Pläne für Think Big aussähen.

(v.l.) Carsten Nillies, Kool Savas und Ralf WaltherWie gefällt es euch hier in Mölln, was ist euer erster Eindruck vom Sommercamp und hättet ihr euch so ein Angebot in eurer Jugend auch gewünscht?

Savas: Von Mölln selbst habe ich noch nicht soviel gesehen, da kann ich noch nicht so viel dazu sagen. Ich bin ja schon vom letzten Jahr vom Media College an diese Camp-Atmosphäre gewöhnt und ich persönlich war in meiner Jugend mal zelten, in Schweden. Das war schon was Besonderes für mich, das hat auf jeden Fall Eindruck hinterlassen. Wenn man den ganzen Spirit und Fun betrachtet, den die Jugendlichen hier haben: Das hätte ich mir definitiv in meiner Jugend gewünscht, also ich hätte das sehr gerne gemacht. Und ich fühle mich selbst auch sehr jugendlich, wenn ich hier sein kann.

Carsten: Mir geht es ähnlich. Es wirkt ein bisschen verschlafen hier in Mölln und der Umgebung, muss man sagen. Aber ich glaube, das ist für so ein Camp auch ganz gut, weil man nicht diese Großstadtlichter und Großevents daneben hat. Ich war in meiner Jugend viel Kanu fahren und habe dabei auch immer so einen gewissen Camp-Charakter erlebt, muss ich sagen. Aber so etwas Großes habe ich auch nicht erlebt. Es wäre ein Traum gewesen, solche Experten wie Savas, Laas Unltd oder Raul Krauthausen mal kennen zu lernen, von denen auch ein paar Tipps mitzunehmen. Das muss man schon ganz klar sagen, das hat Eindruck hinterlassen.

Ralf: Ich habe diverse Ferienlager in meiner Jugend mitgemacht. Mir muss es hier zwar nicht gefallen, aber das Think Big Sommercamp ist auf jeden Fall viel cooler.

Rapper Kool SavasSavas, es gibt ja dieses typische Rapperimage, den Eindruck, den die Leute von außen oft haben. Dein Engagement, wie kannst du das damit verbinden?

Savas: Ich brauche das gar nicht groß verbinden, weil ich mich von einer Menge Klischeesachen, die mit Rap irgendwie in Zusammenhang gebracht werden, eigentlich schon früh verabschiedet habe. Ich hab das vorhin schon gesagt, als wir mit den Jugendlichen gesprochen haben: Ich mache meistens, was mir mein Bauch sagt. Für mich war spätestens ab dem Punkt, als wir die Jugendlichen das erste mal getroffen und gesehen haben, mit wie viel Enthusiasmus sie dabei sind, klar, dass das genau das Richtige für mich ist. Ich habe einfach gemerkt, dass das mir auch nochmal Ruhe und ein bisschen Sinn in die Sache gebracht hat. Unabhängig von Karriere machen, Spaß haben, Geld verdienen auch nochmal was anderes aus dem, was ich kann, machen zu können.

Wie haben denn eigentlich deine Rap-Kollegen auf das Video vom letzten Jahr reagiert?

Savas: Ich glaube, sie fanden es ganz gut. Ich glaube, sogar Fler meinte, dass er es geil findet oder er hat es getwittert. Ein paar Rap-Kollegen haben es auf jeden Fall mitbekommen, haben es gefeiert und fanden es schön, dass man auch mal solche Tracks macht.

Anna Büttner (li.) und Sabrina Paiwand mit Kool SavasIhr setzt euch ja sehr für die Motivation der Jugendlichen ein… Aber was motiviert euch eigentlich selbst? Und wie motiviert ihr euch?

Carsten: Ich habe momentan einen fantastischen Job, weil ich jede Woche so ein Erlebnis wie hier in Mölln habe. Schaut bitte mindestens einmal in der Woche auf www.o2thinkbig.de und guckt, was da passiert. Das ist mehr Motivation, als man sich vorstellen kann. Ich glaube, mir geht es in Sachen Motivation ganz gut, weil ich sehe, dass wir was richtig Gutes auf die Beine gestellt haben und dass wir ein richtig cooles Netzwerk haben an Partnern. Savas zum Beispiel oder die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Das weiter zu treiben mit der Perspektive, bis 2015 eine richtig große Community zu haben, ist fantastisch. Also auf der einen Seite ist es das Thema. Daneben hilft mir, dass wir uns Meilensteine setzen, Ziele setzen, die auch erreichbar sind. Ehrgeizig aber auch erreichbar. Und wir versuchen, das gemeinsam zu erreichen und dann das Erreichte auch mal zu feiern. Dann gönne ich mir auch mal einen Tag Ruhe und sage: Heute Abend feiern wir das ganze Thema mal. Das ist sicher auch ein Teil der Motivation.

Think Big Sommercamp in MöllnSavas: Auf das Projekt bezogen motivieren mich auf jeden Fall die Ergebnisse und da meine ich nicht nur das Video. Wenn ich mich zum Beispiel erinnere, als wir bei der Abschlussveranstaltung den Song performt haben: Ich bin es ja gewohnt, auf der Bühne zu stehen und auch, dass Leute die Texte mitsingen. Aber dann 80 Kids zu sehen, die ich zuvor selbst kennen gelernt habe, mit denen ich mich auch angefreundet habe. Dann zu sehen, dass es auch deren Song ist, das war ne Riesenmotivation. Das war was ganz Tolles, was ich so auch noch nie erlebt habe.

Was unterscheidet Think Big von anderen Projekten in Deutschland?

Carsten: Es ist einfach größer und langfristiger geplant als andere Projekte in Deutschland.

Ralf: Ein Unterschied ist, in einer Partnerschaft zu arbeiten, in der man Dinge ausprobieren kann. Klar, wir sind alle Pädagogen in der DKJS und haben Ahnung, um was es geht. Aber hier gibt es die Möglichkeit, dass Jugendliche die Themen selbst setzen. Wir sagen: “Wir geben euch das, was ihr braucht. Aber letztendlich seid ihr diejenigen, die das Programm gestalten.” Das ist etwas, was uns sehr unterscheidet.

Wie geht es nächstes Jahr weiter?

Carsten: Konkret müssen wir das noch alles besprechen. Aber es wird weiter gehen, das ist ganz klar.

Anna Büttner und Sabrina Paiwand sind Mitglied der Think Big Jugendredaktion.
Die Jugendredaktion berichtet regelmäßig über das Programm Think Big und die Projekte der Jugendlichen auf www.o2thinkbig.de

Sommercamp 2011 – Fotos@Flickr

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