Anna Büttner

Anna Büttner

Als wir, die Think Big Jugendredaktion, das Angebot bekamen, nach Berlin zu fahren, um den Redakteuren der Bild am Sonntag eine Blattkritik zu geben, waren unsere Reaktionen etwas verhalten. Denn weder fühlten wir uns als Zielgruppe dieser Zeitung noch lasen wir sie regelmäßig. Viele unserer Freunde fragten uns: “Wo fangt ihr denn da an zu kritisieren?” Tatsächlich ist die Zeitung in unserem Umfeld die umstrittenste Wochenzeitung Deutschlands. Aber mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren ist sie auch die meist gelesene. Das war uns bewusst und so wollten wir unsere Kritik keinesfalls auf die üblichen Anti-BILD-Parolen beschränken. Wir waren gut vorbereitet – wir hatten die einzelnen Ressorts unter uns aufgeteilt, jeden Artikel genau gelesen und aufgeschrieben, was wir gut und was wir weniger gut fanden.

Sicherheitscheck wie am Flughafen

v.l. Gunnar Storm, Anna Büttner, Georg Mastritsch und Hussein El Bayari

v.l. Gunnar Storm, Anna Büttner, Georg Mastritsch und Hussein El Bayari

Am Morgen der Blattkritik in der Empfangshalle des Axel-Springer-Hochhaus: Wir – Anna, Georg, Gunnar und Hussein – stießen auf die beiden Big Thinker von Telefónica Germany: Albert Fetsch, Leiter Externe Kommunikation und Katja Hauß, Pressesprecherin für Corporate Responsibility. Gemeinsam staunten wir darüber, dass man sich vor Betreten der Redaktionsräume einem Sicherheitscheck unterziehen muss – wie am Flughafen. BamS-Redakteurin Anna Meissner führte uns durch die Eingangshallen: Neben Empfangstresen und Cafeteria gibt es einen eigenen Concierge-Service mit Poststelle sowie ein Ärztezentrum. Bei all den beeindruckenden Dingen, die wir entdeckten, wären wir beinahe zu spät zur Blattkritik gekommen.

Sind wir aber nicht. Wie wir uns die Blattkritik vorgestellt hatten? Eine kleine gemütliche Runde mit ein paar Redakteuren, die sich unsere Meinung anhören würden. Wie es tatsächlich war? Wir wurden in einen großen Raum mit mehr als 50 Redakteuren geführt, die uns erwartungsvoll ansahen. “Sollte die Blattkritik etwa hier vor all den Leuten stattfinden?”, fragten wir uns verwundert. Unsere Ungläubigkeit konnte Gunnar zum Glück souverän überspielen. Er stellte uns vor und gab dann das Wort weiter an Georg, der die politischen Artikel beurteilte. Jeder von uns kritisierte offen und ehrlich. Wir lobten aber auch, dass die Artikel uns fesselten und unsere Sensationslust weckten. Die Redakteure hörten uns aufmerksam zu und bedankten sich für unsere 20-minütige Blattkritik. Vor allem aber befragten sie uns zu unserem Leseverhalten und dem Medienkonsum unserer Generation. Dann mussten die Redakteure wieder zurück an ihre Arbeit und wir waren erleichtert, dass uns der Sprung ins kalte Wasser geglückt war.

Blick über Berlin

Anschließend führte Anna uns weiter durch das Axel-Springer-Haus. Wir konnten den Journalisten bei der Arbeit über die Schulter blicken. Der sprichwörtliche Höhepunkt des Tages war der Blick über Berlin, den die oberste Etage des Gebäudes bot – so nahe an der ehemaligen Mauer.

Als wir beim Mittagessen saßen, waren wir uns zwar immer noch einig, dass die Zeitung nicht jeden Sonntag auf unserem Frühstückstisch liegen muss. Trotzdem waren wir begeistert von den Redakteuren und von den vielen Eindrücken, die wir aus der BamS-Redaktion mitnehmen konnten.
Die Jugendredaktion berichtet auf www.o2thinkbig.de darüber, wie Jugendliche mit eigenen Projektideen ihren Kiez verändern. Think Big ist ein Programm, das Telefónica Germany zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Jahr 2010 ins Leben gerufen hat. Es unterstützt Jugendliche dabei, selbst aktiv zu werden.

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