Kai Hanke, Medienreferenten des Deutschen Kinderhilfswerks

Kai Hanke,
Medienreferenten des Deutschen Kinderhilfswerks

Bereits zum neunten Mal findet der Safer Internet Day weltweit statt. Der 7. Februar ist der Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet und soll den verantwortungsvollen Umgang mit der Online-Welt fördern. Dazu gehört mittlerweile ganz selbstverständlich auch das mobile Internet und hier sieht sich die E-Plus Gruppe in der Verantwortung. Mit dem Deutschen Kinderhilfswerk als Partner beteiligt sich das Unternehmen mit seiner Seite Kindersache am Aktionstag. Dort wird zum Beispiel um 17:00 Uhr ein Sonder-Chat zum Thema “Sicher im Internet” statt. Im Schwatzraum, so nennt das Kindersache-Team den moderierten Chat auch, sind Menschen bis 14 Jahren willkommen.

Aus Anlass des Safer Internet Day 2012 fragen wir bei Kai Hanke nach, dem Medienreferenten des Deutschen Kinderhilfswerks.




„Mobiltelefon stellt Lebensraum dar“

Wie wichtig sind Internet und Smartphone heute für Kinder?
Kai Hanke: Für Kinder und Jugendliche sind Internet und Mobiltelefone heute mehr als einfach nur Techniken. Sie stellen einen wichtigen Teil ihrer Lebenswelt, wenn nicht sogar einen eigenen Lebensraum dar. Insofern besitzen sie für Kinder und Jugendliche eine enorme Bedeutung. Spielen, sich informieren, aber vor allem auch der Kontakt mit anderen – all das wird von Kindern und Jugendlichen heute zunehmend über internetbasierte Medien vollzogen. Sie nutzen das Internet also dazu, ihre eigenen Interessen zu verfolgen, sich kreativ auszudrücken und sich auszuprobieren in ihrem Sozialverhalten. Was könnte wichtiger sein? Abgesehen davon müssen sie aber auch lernen, mit dem Internet verantwortungsvoll umzugehen. Insofern sammeln Kinder im Laufe ihrer Internetnutzung immer auch wichtige Erfahrungen auf dem Weg hin zu einer kompetenten Mediennutzung. Und eine solche kompetente Nutzung von Medien ist heute eine Grundlage dafür, dass sich Kinder an gesellschaftlichen Prozessen mit ihrer eigenen Meinung aktiv beteiligen können.

Häufig werden Verbote und Sperrungen zum Wohl der Kinder gefordert.

Ist das der richtige Weg?
Kai Hanke: Das ist doch ein klassisches Problem im Jugendmedienschutz oder dem Umgang mit Kindern generell. Man hat einerseits immer das Bestreben Kinder zu schützen. Andererseits sollen sie lernen, selbstständig, kompetent und verantwortungsvoll durchs Leben zu gehen. Verbote sind dann notwendig, wenn Kinder in Bezug auf eine gesunde Entwicklung wirklich gefährdet sind. Stichwort Pornografie oder harte Gewalt. Aber Jugendschutz kann nicht bedeuten, dass alles, was (von Erwachsenen) für Kinder als problematisch angesehen wird, einfach verboten wird. Guter Schutz von Kindern beinhaltet, die Kinder fit für die moderne Medienwelt zu machen. Sie müssen ihrem Alter entsprechend Kompetenzen entwickeln können und mit verschiedenen Medieninhalten umgehen lernen – eigene Erfahrungen machen. Dazu gehört zum Beispiel auch die Fähigkeit zu entscheiden, welche Inhalte man sich ansehen möchte und welche nicht. Aber natürlich unterscheiden sich diese Fähigkeiten je nach Alter. Und insofern muss insbesondere jüngeren Kindern auch ein jugendschutztechnisch risikofreier Surfraum zur Verfügung gestellt werden. Zum Beispiel durch speziell für Kinder entwickelte Internetseiten. Letztlich geht es immer um eine ausgewogene Mischung zwischen sinnvollem, zeitgemäßem Jugendmedienschutz und der Vermittlung von Medienkompetenzen an die Kinder. Dafür setzt sich das Deutsche Kinderhilfswerk ein.

Und wo findet man im Internet sinnvolle Inhalte, die gleichzeitig Spaß machen?

Kai Hanke: Es gibt mittlerweile eine ganze Bandbreite von nichtkommerziellen, kindgerechten und medienpädagogisch sinnvollen Internetangeboten für Kinder, die zum großen Teil wirklich schön und unterhaltsam sind. Das Deutsche Kinderhilfswerk bietet beispielsweise mit www.kindersache.de und www.clipklapp.de zwei Websites an, die kindgerecht gestaltet sind, sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren und trotzdem sicher, werbefrei und kostenlos sind. Auch www.internauten.de, ein Angebot des Deutschen Kinderhilfswerkes mit unseren Partnern fsm und Microsoft, bietet Kindern einen Einstieg in die Internetnutzung, die sowohl Spaß macht als auch ihre Internetkompetenz fördert. Daneben gibt es viele Seiten für Kinder, die Kindern sichere Onlinewelten erschließen, in denen sie spielen und kreativ tätig werden können. Man findet solche Seiten gut über den Verbund von Kinderinternetseiten www.seitenstark.de oder auch über Kindersuchmaschinen wie www.fragFINN.de oder www.blinde-kuh.de.

„Eltern sollten Austausch mit Kindern suchen“

Das Handy ist mittlerweile nicht nur zum Telefonieren und Internetsurfen da, viele Kinder spielen auch damit. Was halten Sie davon und welche Tipps haben Sie für gute Spiele?
Kai Hanke: Ich glaube Kinder suchen sich einfach Möglichkeiten, die ihren Bedürfnissen entsprechen – und das finde ich gut! Mittlerweile sind mobile Endgeräte einfach soweit entwickelt, dass man mit einigen Modellen wirklich schon gute Spieleerlebnisse haben kann. Oftmals sind die Spiele auf dem Handy aber eher noch relativ einfache Spiele – zumindest im Vergleich zu PC-Games oder Konsolenspielen. Aber: Man kann sie eben überall hin mitnehmen. Das ist schon ein großer Vorteil, besonders für Kinder. Denn die spielen ja nicht nur zu Hause gern, sondern einfach da und so wie sie das gut finden. Und heute gehören mobile Spiele deswegen genauso zur Spielkultur von Kindern wie das Kicken auf dem Bolzplatz um die Ecke. Ich kann daran erst einmal nichts Negatives entdecken. Solange alles ausgewogen passiert. Allerdings sollten Eltern auch bei Spielen für’s Handy darauf achten, was ihr Kind spielt. Das betrifft übrigens alle Medien, mit denen sich ein Kind beschäftigt: Eltern sollten ungefähr wissen, was das Kind damit macht und im Problemfall den Austausch mit dem Kind suchen.

Als Spiele-Tipps kann ich z.B. das Handyspiel des Deutschen Kinderhilfswerkes „Fit für’s Handy“ vorschlagen. Ein einfaches, aber lustiges Jump’n’Run-Spiel, das Kindern mit einem Augenzwinkern auch noch Tipps für die sichere Handynutzung gibt. Es gibt aber daneben noch eine Vielzahl anderer guter Spiele. Von dem Klassiker „Angry Birds“ mal ganz abgesehen, finde ich ja persönlich touchscreenbasierten Games wie „Flick-Socker“ oder ähnliches ganz gut. Bei diesen kleineren, sehr einfachen und meist kostenlosen Spielen ist der Spielspaß hoch, aber nicht so lange anhaltend. Für längeren Spielgenuss empfehlen sich vermutlich eher Angebote wie „Final Fantasy 3“, aber die kosten dann auch mehr.

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