Gruppenfoto enable2startTelefónica Germany hat sein Versprechen eingelöst. Der Geschäftskundenbereich fuhr mit den Gewinnern des FTD-Gründerwettbewerbs enable2start nach Madrid, um sie potenziellen Investoren vorzustellen. Die Jury im sogenannten Pitch, bei dem man in nur zehn Minuten überzeugen muss, bestand aus drei Risikokapitalfonds: Telefónica Digital Venture Capital für große Investitionen, Telefónicas weltweites Startup-Programm Wayra („Wind“) sowie Amerigo, ein gemeinsamer Fond mit anderen Unternehmen, der bisher nur in Lateinamerika aktiv war.

Unsere Kollegen in Spanien zeigten großes Interesse an den Startups und gaben konstruktives Feedback. Ein besonderer Höhepunkt war die Location: Der Pitch fand in einer Wayra-Akademie statt. So gewannen wir einen Eindruck, wie es ab September in München aussieht, wenn Wayra auch in Deutschland startet. Die hip gestylten Akademien sehen in allen Ländern gleich aus. In diesem Ambiente möchte man gleich einen Stuhl heranziehen und mitarbeiten, weil die Kreativität der Startups ansteckend ist.

enable2start zum Networking bei Wayra

Orderbird-Gründer Jakob Schreyer beim Pitch in der Gründerakademie Wayra in Madrid

Orderbird-Gründer Jakob Schreyer beim Pitch in der Gründerakademie Wayra in Madrid

enable2start gilt als größter Gründerpreis Europas und wird seit fünf Jahren von der Financial Times Deutschland (FTD) und dem Zentrum für Innovation und Gründung an der Technischen Universität München (UnternehmerTUM) ausgerichtet. Zu der Jury gehört auch CEO René Schuster und als langjährige Sponsor setzt Telefónica Germany 2012 noch eins drauf: Neben dem alljährlichen Preisgeld von jeweils 50.000 Euro freuen sich die Gewinner dieses Mal auch über Gründerpakete im Wert von bis zu 5.000 Euro. Sie enthalten den Tarif O2 on Business und eine Lösung aus dem O2 Portfolio, die zu ihrer Geschäftsidee passt. Das können die jungen Unternehmer von Munich Composites, DerGugl, ergobag, orderbird und Qmilch sehr gut für ihre Firmen brauchen. Ihre Produkte, wie Fahrräder aus Kohle und T-Shirts aus Kuhmilch, sollen baldmöglichst auf den Markt kommen.

In Madrid ging es deshalb auch um Networking. „Die Chancen in Kontakt zu bleiben, stehen nicht schlecht“, schreibt die FTD, die extra einen Reporter mitschickte. Das gilt besonders für Jakob Schreyer von Orderbird. Seine Firma passt mit ihren iPad-Kassensystemen perfekt zum Beteiligungsgeschäft von Telefónica, das sich auf leicht skalierbare Geschäftsmodelle aus Internet und Telekommunikation konzentriert. Der Leiter des Amerigo-Fonds, Juan Manuel Barrionuevo Esteban, zeigte sofort Interesse und stellte auch den Kontakt zu einem weiteren Investor her. Selbst Chalwa Heigl, deren Startup DerGugl Mini-Kuchen produziert, ist begeistert: „Die tun viel für ihre Firmen“, sagte die Gründerin der FTD. „Ich hatte gar nicht das Gefühl, denen geht es bei der Startup-Förderung nur um die PR.“

Startups von Wayra: frischer Wind für Telefónica

René Schuster, CEO von Telefónica in Deutschland

CEO René Schuster, CEO von Telefónica in Deutschland

Es geht um viel mehr: „Die Startups bringen nicht nur frischen Wind in unser Unternehmen, sondern auch neue Ideen, mit denen wir gemeinsam die Digitalisierung unserer Gesellschaft voranbringen“, sagte CEO René Schuster schon Anfang Mai. „Die Beteiligung an diesen Unternehmen beschleunigt nicht nur das Geschäft der jungen Hightech-Firmen, sondern auch unser eigenes.“ Deshalb startet Telefónica sein Wayra-Projekt am Montag auch in Deutschland. Ab 21. Mai können deutsche Gründer ihre Geschäftsideen und Projekte über die Webseite www.wayra.org/de einreichen. Die besten Startups erhalten nicht nur modernste Büroräume und Finanzierungen bis 50.000 Euro, für die keine Exklusivität verlangt wird. Auch umfangreiches Coaching gehört zu dem Paket.

Wayra hilft beim Aufbau der jungen Unternehmen und dem Vertrieb ihrer Produkte. Sie werden gern den 300 Millionen Kunden von Telefónica angeboten. Ein Beispiel ist Sezion, die ihre App seit fünf Monaten in der Madrider Akademie entwickeln. Die Anwendung für iPhone und iPad funktioniert wie ein Mehrspur-Tonband, bei dem Musiker ihre Instrumente nacheinander einspielen und über das Internet zusammensetzen. Die fertigen Songs kann man kaufen – neuerdings auch über den Digitalvertrieb von Telefónica: Editorial Musical de Movistar.

Das ist der eigentliche Grund für die Teilnahme am Startup-Programm von Telefónica. Bei Wayra bekommen die Startups hochrangige Kontakte, die sie normalerweise nie treffen könnten. In Madrid gaben sich schon EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes, Telefónica-Chef Cesar Alierta und milliardenschwere Risikokapital-Fonds die Klinke in die Hand. So werden Anschlussfinanzierungen und weitere Geschäfte einfach. Das gilt selbst für die Gewinner von enable2start, die nur einen Tag zu Besuch waren. Für Orderbird stehen die Chancen nicht schlecht, dass ihre nächste Investitionsrunde von Telefónica mitfinanziert wird. Dann hätte sich die Reise voll gelohnt.

Flickr Album von enable2start bei Wayra in Madrid

Fotos vom 8. Mai 2012
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