Matthew Key während der Pressekonferenz von Telefónica Digital

Matthew Key während der Pressekonferenz von Telefónica Digital

Fabian Schäfer gehört zur Jugendredaktion von Think Big. Dort schreiben acht junge Redakteure über die spannenden Projekte, die auf www.o2thinkbig.de zu sehen sind. Dieses Mal konnten wir Fabian als Autor für unseren Blog gewinnen. Für seine Reportage flog er extra in der vergangenen Woche nach London, damit er uns heute die Arbeit von Telefónica Digital vorstellen kann.

Es ist fast zehn Uhr am Donnerstagmorgen. Heute startet die Investorenkonferenz von Telefónica Digital – und ich bin mit dabei. Nach einem kleinen Fußweg vom Hotel kommen wir an. Die Nacht war kurz und laut, als Landkind bin ich nächtlichen Straßenlärm einfach nicht gewöhnt. Für London ist das Wetter erfreulich gut, die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Die anderen Journalisten machen sich auf den Weg ins St. Pancras Renaissance Hotel, doch ich bleibe davor stehen. Die Größe des Gebäudes überwältigt mich. Was für ein beeindruckender Bau! Zurecht gilt es als eines der herausragenden Beispiele für neugotische Architektur. Ich beeile mich, den Kollegen zu folgen.

Wir betreten den Raum, in dem die Pressekonferenz stattfindet. Kameras sind aufgebaut, man hört Journalisten, die auf ihren Laptops laut tippen. Auf dem weichen Teppich finde ich meinen Platz und nehme ihn ein. Matthew Key, Chairman & CEO von Telefónica Digital, betritt die Bühne. Die hohen Wände, die filigranen Ornamente und die Deckenbemalung lenken mich etwas ab. Der sympathische Brite beginnt mit seiner Präsentation über den neuen Geschäftsbereich, den er seit neun Monaten aufbaut. Knapp, aber übersichtlich erklärt er die wichtigsten Aufgaben und Ziele. Seine wichtigste Formulierung ist immer wieder „beyond connectivity“, also „mehr als nur Telefonnetze“. Denn darum geht es bei Telefónica Digital.

Neue Bezahlmethode: Überweisungen so einfach wie SMS

Was das bedeutet, verstehe ich schnell. Telefónica Digital will die Gesellschaft verändern und soziale Bedürfnisse verstehen. Dabei sollen Chancen ergriffen werden, um weiteres Wachstum für Telefónica zu ermöglichen. Matthew Key nennt einige Beispiele und konkrete Zahlen. Telefónica Digital hat beispielsweise ein System entwickelt, mit dem man per Handy bezahlen kann. 60 Prozent der Menschen in Lateinamerika haben kein Bankkonto, da erscheint mir die neue Bezahlmethode als praktische Alternative. Überweisungen werden damit so einfach wie das Schreiben einer SMS.

Telefonica Digital Investors Conference 2012 LondonNach der Pressekonferenz geht es für uns in die Londoner Wayra-Akademie. Die ganze Etage ist ein einziger Raum, der von riesigen Fenstern lichtdurchflutet ist. Ich war hier noch nie und stehe erst seit wenigen Minuten in der Akademie. Dennoch fühle mich sofort wohl. Die Innenarchitektur ist modern und schlicht, dennoch hat sie eine individuelle Note. Simon Devonshire, Director Wayra Europe, erklärt, was es mit Wayra auf sich hat. Es handelt sich um eine Startup-Initiative, bei der neue und innovative Ideen gefördert werden.

Das klingt fast so wie Think Big, nur im etwas größeren Stil. In die ausgewählten Konzepte investiert Telefónica bis zu 50.000 Euro. Außerdem können die jungen Firmen die Räume der Wayra-Academie nutzen. Dazu kommt noch professionelles Coaching, wenn beispielsweise Fragen zu Recht oder Marketing auftauchen. Als Gegenleistung erhält Telefónica eine Beteiligung von bis zu zehn Prozent an den Startups sowie das Vorkaufsrecht für ihre Produkte und Services. Später stellen sich einige der Jungunternehmer vor. Das erinnert mich wieder an Think Big: Die Geschäftsmodelle sind sehr unterschiedlich und breit gefächert, aber trotzdem kann mich jedes überzeugen. Der wichtigste Satz des Nachmittags ist “Wayra is a dream for us”. Ich höre ihn immer wieder. Wayra ist also ein Traum für alle, die dabei sind.

Bluetooth und Internet: Laptop-Krankenhaus kommt zum Patienten

César Alierta, CEO von Telefónica auf der Telefónica Digital Investor Conference 2012 in London

César Alierta, CEO von Telefónica auf der Telefónica Digital Investor Conference 2012 in London

Am Freitag ist das Wetter schon deutlich britischer. Anhaltender Regen, dazu eher kalte Temperaturen. Wir sind zurück im atemberaubenden St. Pancras Renaissance Hotel. Matthew Key hält eine neue Präsentation über Telefónica Digital, doch dieses Mal spricht er für Anleger und Analysten. Vor allem die Fragen werden jetzt sehr viel spezieller, komplizierter und ziemlich schwer für mich. Nach dieser Konferenz werden sieben Info-Sessions zu verschiedenen Bereichen von Telefónica Digital angeboten. Auch hier ist die Vielfalt riesig. Von E-Commerce bis HTML5 wird vieles mit konkreten Beispielen und Zahlen erklärt.

Besonders interessant ist für mich der Bereich E-Health, das sind die elektronischen Gesundheitslösungen. Das schwierigste Problem ist die geringe Zahl von Krankenhausbetten pro Einwohner in den Ländern Südamerikas. Die Lösung von Telefónica Digital ist simpel: Wenn die Kranken nicht in die Klinik können, dann kommt die Klinik eben zu den Kranken. Instrumente wie Waagen, Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte verwenden die Patienten allein. Über Bluetooth senden sie die erfassten Daten an einen Laptop, wo eine Software sie verarbeitet und gleich ins Krankenhaus schickt. Dazu gibt es einen genauen Plan, wann welche Messung stattfinden muss. Außerdem werden Fragen zum Wohlbefinden oder der Tageslaune vom Computer gestellt. So können die Klinik-Ärzte den Verlauf der Behandlung verfolgen und eingreifen, wenn es nötig ist. Eine einfache Lösung, die sehr vielen Menschen helfen könnte.

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