Die Anfänge des Internets waren Faszination und Folter zugleich. Analoge Modems beförderten maximal 56 Kilobit je Sekunde. Und auch wenn Webseiten damals abgespeckter als heute daherkamen, verlief der Seitenaufbau häufig aufreizend langsam. Inzwischen sind wir verwöhnt. Das Festnetz bietet diverse DSL-Varianten, die allesamt in weiten Teilen der Republik Datenübertragungen im Megabit-pro-Sekunde-Tempo ermöglichen. Und längst sorgen auch die Mobilfunknetze für Surfgeschwindigkeiten auf diesem Niveau. Es liegt dabei in der Natur der Zellenstruktur von Funknetzen, dass je nach Anzahl der Nutzer in einer Funkzelle sich theoretische Höchstgeschwindigkeiten im Netz allerdings mehr oder weniger stark reduzieren können. Allerdings reichen stabile 1-2 Megabit pro Sekunde für ein gutes Surferlebnis per Smartphone im mobilen Internet auf den allermeisten Seiten im Normalgebrauch locker aus.

Langer Weg durchs Netz – in Sekundenbruchteilen absolviert

Aber die Datenübertragung per Funkverbindung etwa zu einem Smartphone oder Tablet ist ja nur der letzte Schritt. Zuvor müssen die Daten aus dem Internet überhaupt erstmal ins E-Plus Netz gelangen. Wer beispielsweise mit dem Browser auf seinem Smartphone eine Webadresse eingibt, ruft die entsprechenden Daten auf einem Server ab, der irgendwo auf der Welt steht und ans Internet angeschlossen ist. Von da nehmen die Bits nahezu per Lichtgeschwindigkeit ihren Weg durch Glasfaserleitungen – von Router zu Router. Ihr Ziel ist klar, denn die geräteeigene IP-Adresse des anfordernden Endgeräts ist ebenso bekannt wie dessen aktuelle Position.

Letztere ist eine Funkzelle im E-Plus Netz. Also suchen sich die Daten einen Übergang vom Internet in das Netz der E-Plus Gruppe. Solche Netzübergänge heißen auch Internet-Knoten oder Internet Peering Points. Die E-Plus Gruppe betreibt gleich mehrere solcher Knoten. Über diese Knoten laufen sämtliche Daten, die Kunden der E-Plus Gruppe über das Internet auf ihre Geräte laden. Die Inhalte von Webseiten gehören ebenso dazu wie zum Download aufgerufene Dateien oder der E-Mail-Verkehr.

Einmal über diese Peering Points ins E-Plus Netz gelangt, nehmen die Daten dann ihren ganz normalen Weg über die klassischen UMTS-Netz-Elemente. Zunächst über das sogenannte Transportnetz und schließlich von der Basisstation (Node B) über die Funkverbindung zum jeweiligen Endgerät. Schließlich erscheint die Webseite auf dem Display. Seit dem Aufrufen der Webadresse sind da vielleicht ein oder zwei Sekunden vergangen. Mitunter auch weniger als eine Sekunde.

Optimierung für die mobile Nutzung

Der Weg der Daten über das UMTS-Netz ist aber nicht das einzige, was die mobile Internet-Session von jener am heimischen PC mit DSL-Anschluss unterscheidet. Auch die übertragenen Inhalte können variieren. Wer etwa mit dem iPhone-Browser Safari www.bahn.de aufruft, wird automatisch auf mobile.bahn.de geleitet. Gegenüber der Seite, wie man sie am PC-Bildschirm sieht, ist diese mobile Version dann deutlich abgespeckt. Das funktioniert, weil die angesteuerten Web-Adressen automatisch erkennen, über welche Art Browser sie aufgerufen werden. Stammt die Anforderung von einem Smartphone-Browser, übermitteln manche Sites dann automatisch eine datenreduzierte Version ihrer Seite.

Genau diese Vereinfachung und Optimierung für die mobile Nutzung von Webinhalten und Online-Werkzeugen sind das Erfolgsmerkmal von Apps. Mit diesen Kleinstprogrammen muss niemand mehr umständlich über einen Browser auf dem kleinen Handydisplay nach der passenden Website suchen. Einmal auf dem Smartphone über einen App-Store installiert reicht ein Klick, und das für die mobile Nutzung optimierte Webprogramm hilft ohne Umwege bei der Erfüllung so ziemlich aller denkbaren mobilen Wünsche. Statt einer Google-Trefferliste mit Links für die Wettervorhersage gibt’s die Wetterprognose direkt aufs Display.

Das Internet ist das gleiche – nur die Nutzungsart unterscheidet sich

Wäre zum Schluss nur noch ein Missverständnis der mobilen Kommunikation zu klären. Denn die oftmals genutzte Formulierung „Mobiles Internet“ führt in die Irre, klingt es doch nach einem speziellen Internet fürs Handy. Dabei ist es genau das gleiche, eine Internet – das eben nur mobil genutzt wird. Und zwar immer öfter von immer mehr Kunden in Deutschland und in aller Welt.

Abonnieren
Blog-Archiv