Talkrunde zum Thema Alphabetisierung im BASE_camp[/caption] Wer nicht ausreichend lesen und schreiben kann, ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen des Lebens ausgeschlossen. Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Die Zahl der Analphabeten ist erschreckend hoch. Aktuelle Studien zeigen: Jeder fünfte Europäer kann nicht ausreichend schreiben und lesen. In der Bildungsrepublik Deutschland gibt es laut einer Studie der Universität Hamburg 7,5 Millionen funktionale Analphabeten – fast doppelt so viele wie zuvor angenommen.

Lesen und Schreiben sind zentrale Fähigkeiten, um die Schule den Beruf oder den Alltag bewältigen zu können. Dennoch ist die Beteiligungsquote in Alphabetisierungskursen noch immer sehr niedrig. Anlässlich des diesjährigen UNESCO-Welttages der Alphabetisierung hat die E-Plus Gruppe daher gemeinsam mit dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung am 6. September ins BASE_camp Berlin eingeladen, um mit Lernenden, Politikern und Bildungsexperten darüber zu diskutieren, welche Kraftanstrengungen in Politik und Gesellschaft nötig sind, damit mehr Menschen das Lesen und Schreiben erfolgreich lernen.

Alphabetisierung eröffnet Betroffenen eine neue Welt

Wie können Betroffene vermehrt zur Teilnahme an Lese- und Schreibkursen motiviert werden? Was muss sich in Politik, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und Öffentlichkeit verändern? Wie können mehr Betroffene selbst motiviert werden, um an Alphabetisierungskursen teilzunehmen? Sind politische Unterstützung und bereitgestellte Mittel ausreichend? Über diese Fragen diskutierten Dr. Ernst Peter Rossmann, Bildungspolititischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Hubertus, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung und die ehemalige Betroffene Jutta Stobbe.

Peter Hubertus verwies auf die Schwierigkeiten, denen sich Analphabeten stellen müssen. „Lesen und Schreiben erfordern eine regelmäßige Übung. Wir möchten den Betroffenen dabei helfen, sich auf den Weg der Schrift zu begeben. Die besten Motivatoren sind dabei ehemalige Betroffene, die anderen Lernenden Mut machen und davon berichten können, welche Lebensqualität sie gewonnen haben.“

Ehemalige Betroffene wie Jutta Stobbe, die sich selbst dazu motivieren konnten, einen Alphabetisierungskurs zu besuchen, sind dagegen die Seltenheit. Nur mit Mühe konnte die junge Frau früher einzelne Buchstaben zu Worten zusammenziehen. Um ihren beruflichen Alltag dennoch bewältigen zu können, fand sie schon früh Auswege, um ihren Analphabetismus zu verbergen. „Doch irgendwann wurde der Druck einfach zu groß“, erklärte Stobbe. „Die Welt ist für mich jetzt größer geworden. Ich kann beispielsweise die Kunsthalle besuchen. Alles ergibt nun einen anderen Sinn.“ Wichtiges Hilfsmittel war für sie das Internet. Aber auch das Alfa -Telefon des Bundesverbandes ermöglichte ihr die anonyme Kontaktaufnahme.

Dr. Ernst Rossmann betonte, wie wichtig es für die Alphabetisierung sei, dass in Kursen eine Atmosphäre geschaffen wird, die angstfrei ist. Gleichzeitig müsste auch das soziale Umfeld der Betroffenen einbezogen und die Qualität der Angebote verbessert werden. Rossmann forderte eine höhere Wertschätzung der Problematik und eine bessere finanzielle Unterstützung durch die Politik.

Talkrunde zum Thema Alphabetisierung im BASE_camp

Nationale Strategie zur Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten

Die aktuellen Zahlen bestätigen eine Größenordnung, die keine Nische darstellt. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine nationale Strategie zur Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten ausgerufen. Als Teil der Strategie wird auch der Bundesverband Alphabetisierung in seiner Arbeit unterstützt.

Die E-Plus Gruppe unterstützt den Bundesverband Alphabetisierung bereits seit vielen Jahren. Das Unternehmen stellt die Instrumente für die mobile Kommunikation zur Verfügung und sieht sich daher in der Verantwortung, allen Bevölkerungsgruppen die Teilhabe an mobiler Kommunikation zu ermöglichen. „Die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben stellt eine Grundvoraussetzung dar, um Mobiltelefone oder Tablet-PCs zu nutzen“, erklärte Mike Cosse, Leiter Unternehmenskommunikation und Politik der E-Plus Gruppe.

Smartphones und Tablet-PCs sind gleichzeitig gute Hilfsmittel für Lernende. Denn die mobile Kommunikation kann Menschen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten Möglichkeiten eröffnen, beispielsweise Informationen bei Freunden einzuholen, die sie nicht lesen können.

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  1. public-relation-kostenlos.de: Alphabetisierung ist kein Nischenthema — Pressemitteilungen
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