Just am Ziel der Reise angekommen, informieren heute immer mehr Reisende gerne Verwandte und Freunde per Mobiltelefon oder Smartphone über die sichere Ankunft am Urlaubsort. Aber auch an den Tagen danach folgen immer mal wieder Statusmeldungen per Anruf, als SMS oder Meldung in den sozialen Netzwerken. Diese neue Gelassenheit im Umgang mit dem Mobilfunk im Ausland markiert dabei eine Trendwende. Dies zeigt der aktuelle Mobilfunkmonitor der E-Plus Gruppe. Denn zwischen 2008 und 2011 ließen noch jährlich 45 bis 47 Prozent der Deutschen ihr Handy zu Hause. Heute verzichtet nur noch knapp ein Drittel.

Die Befürchtung, dass mit dem Smartphone hohe Kosten durch Datendienste anfallen, ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Während 2011 noch jeder Zweite auf Datendienste im Urlaub verzichtete und das Smartphone lieber an die Seite legte, haben 2012 zwei von drei befragten E-Plus Kunden keine Angst mehr vor hohen Datenübertragungskosten. Gründe dafür sind gesunkene Preisen, spezielle Auslandskonditionen und erfolgreiche Maßnahmen wie die Warnlimit-SMS, die seit 15. November weltweit gilt und quasi als Rettungsschirm die Kosten bei 59,90 Euro begrenzt.

Das war mal anders: Lange Jahre hielten sich die Verbraucher in Bezug auf das Telefonieren und Internetsurfen per Mobilfunk im Ausland zurück. Inzwischen jedoch verwenden rund zwei Drittel der Befragten ihr Handy im Urlaub. Allerdings verwenden sie es anders als zuhause: Während in Deutschland 93 Prozent aller Nutzer die Telefonfunktion unverzichtbar finden, sind es im Ausland nur etwa 72 Prozent, die aktiv per Sprache über das Mobiltelefon kommunizieren. Für sie geht es oft nur darum, erreichbar zu sein. Ebenso werden Kurzmitteilungen (SMS) verhaltener genutzt – nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) macht davon Gebrauch.

Günstiger geht immer

Obschon die Preise seit Jahren kontinuierlich sinken, wünschen sich zwei von drei Handynutzern dennoch günstige Gesprächsminuten. Nur neun Prozent sehen Preissenkungsbedarf bei den Kurznachrichten und lediglich sieben Prozent halten geringere Kosten für Ortstelefonate für erstrebenswert. Niedrigere Kosten für Datendienste spielen nach Ansicht der Kunden eine untergeordnete Rolle im Ausland. Das wiederum könnte mit einer, in diesem Jahr gestarteten Aktion zusammenhängen: rechtzeitig vor der diesjährigen Urlaubszeit im Sommer führte die E-Plus Gruppe das ‚EU Reise-Paket‘ ein. Hier kaufen Verbraucher optional zum Vertrag ein Datenvolumen von 100 Megabyte für einen Pauschalpreis von 10 Euro. Das Datenvolumen können sie im EU-Ausland innerhalb von dreißig Tagen beispielsweise zum Surfen im Internet, für Postings auf Facebook oder andere mobile Datendienste frei nutzen. Darüber hinaus bieten Online-Tarifberatungen einen guten Überblick über die zu erwartenden Kosten im Urlaubsland.

Warn-SMS schützt vor Kostenexplosion

Die entspannte Haltung der Mobilfunknutzer hängt aber auch stark mit Kostenstop-Leistungen wie der automatischen Kurzmitteilung zusammen, die beim Erreichen einer bestimmten Schwelle auf den Rechnungsstand hinweist: Bei der Benutzung von Roaming-Angeboten behalten sie so auch mobil die volle Kostenkontrolle. „Bill-Shocks“, also horrende Rechnungen im Monat nach der Rückkehr, gehören nunmehr der Vergangenheit an. Die in den vergangenen Jahren permanent gesunkenen Roaming-Tarife tragen ebenso dazu bei, dass vom Strand aus eher zum Handy gegriffen wird. Lag der Preis für eine Minute nach EU-Vorgaben 2007 durchschnittlich noch bei 58 Cent, so zahlt man jetzt EU-weit maximal 35 Cent pro Gesprächsminute aus dem europäischen Ausland – ein Preissturz um 40 Prozent.

Wachsende Akzeptanz für Datendienste bei Smartphone-Besitzern

Immer stärker gefragt sind mobile Datendienste. Dies ist besonders bei Smartphone-Nutzern der Fall, deren Endgeräte genau auf diesen Einsatzzweck ausgerichtet sind: Bereits 28 Prozent von ihnen rufen im Ausland ihre E-Mails ab und 25 Prozent surfen im mobilen Internet. Mehr als jeder fünfte Smartphone-Benutzer (rund 23 Prozent) möchte im Ausland nicht auf seine Apps verzichten.

Etwas geringer ist die Zahl der Nutzer, die im Ausland soziale Netzwerke, Instant Messenger oder Mobile Navigation nutzen: Jeder sechste Befragte bestätigt deren Einsatz. Hier besteht also Nachholbedarf im Vergleich zur Nutzung im Inland. Diesen Diensten ist gemein, dass sie bei einer dauerhaften Internetanbindung ihre Funktion besser erfüllen. Die Abrechnung erfolgt bei der Übertragung von Daten üblicherweise nicht nach Verbindungsdauer, sondern nach transportiertem Datenvolumen. Im Ruhezustand schonen die entsprechenden Funktionen also trotz dauerhafter Anbindung den Geldbeutel des Urlaubers.

Extrem datenintensive Dienste werden hingegen kaum genutzt. Video- und Musikdownload via Smartphone gelten schon in Deutschland als weitgehend verzichtbar. Im Ausland meiden die Nutzer diese Features fast vollständig: Nicht einmal drei Prozent der Smartphone-Besitzer beziehen Filme oder Musik über das Mobilfunknetz, wenn sie sich außerhalb des Geltungsbereichs ihrer deutschen Flatrate befinden.

Always-on für viele unverzichtbar

Insgesamt zeigt sich eine wachsende Bereitschaft zur Nutzung von Datendiensten im Ausland, solange diese nicht zu kostenintensiv werden. Die immer größer werdende Beliebtheit von Smartphones im Alltag schafft hier einen entsprechenden Bedarf. Darüber hinaus haben sinkende Kosten und effiziente Schutzfunktionen das finanzielle Risiko überschaubar gemacht. So steht also einer intensiven Nutzung aller Funktionen des Mobilfunks auch im anstehenden Ski- oder Winterurlaub kaum noch etwas im Wege.

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