Ein natürliches Überflutungsgebiet
an der Unteren Havel (Foto: Klemens Karkow)

Das Sammeln von alten Handys ist gut für die Umwelt – das wissen viele Menschen längst. Doch das es daneben noch direkte Auswirkungen auf die Natur in Deutschland hat, ist vielen womöglich noch nicht bewusst. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland e. V. engagiert sich die E-Plus Gruppe mit ihren Kunden seit ungefähr zwei Jahren für das Projekt „Renaturierung der Unteren Havel“ in Brandenburg. Das so ein großes Projekt Zeit braucht, war allen Beteiligten vorher klar. Jetzt gibt es erste, kleinere  Erfolgsergebnisse. Die Untere Havel mit ihrer Gesamtlänge von 148 Kilometern gilt als Bundeswasserstraße und wird als solche nicht nur von privaten Booten, sondern auch von gewerblichen Binnenschiffern genutzt. Bei Havelberg in Brandenburg endet die Untere Havel in der Elbe.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Untere Havel schiffbar gemacht – mit dem Einbau von Wehren, Staustufen und Abgrabungen. Seither gehört die Untere Havel zu den bedeutenden europäischen Schifffahrtswegen. Sie verfügt – insbesondere in den wenig genutzten Seitenarmen – über eine Flora und Fauna, die für viele, teils seltene Tiere, zur Heimat geworden ist.

Diese Heimat zu schützen hat sich der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU e. V.) zur Aufgabe gemacht. Doch das dauert: Es braucht noch etwa ein Jahrzehnt, bis aus der Unteren Havel ein lebendiger Lebensraum wird, Uferbefestigungen beseitigt, Flutrinnen wiederhergestellt und Auenwälder wieder grün sind. Die E-Plus Gruppe unterstützt die aufwändigen und langwierigen Arbeiten vor Ort mit jeweils einer Spende von drei Euro pro gesammeltem Althandy.

Aktiver Naturschutz und Renaturierung brauchen Zeit

Viele einzelne Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nötig,
um die Renaturierung voranzutreiben.

Dieses Geld ist bereits gut investiert: In zweieinhalb Jahren – im Mai 2015 – findet die Bundesgartenschau (BUGA) an der Havel statt. Bis dahin soll für die auswärtigen Gäste bereits einiges an positiven Veränderungen sichtbar werden. Eine Herausforderung für die Naturexperten, denn die Arbeiten am Fluss nehmen viel Zeit in Anspruch. Zeit, die vor allem in die Planungsarbeit investiert wird. Die organisatorischen Vorbereitungen dafür laufen seit langem auf Hochtouren. Planung, Ausschreibungen und offizielle Genehmigungsverfahren verschlingen Jahre. So kann es bis zu zweieinhalb Jahre dauern, bis die eigentliche Umsetzungsarbeit an der Havel beginnt. Erst dann rollen für weitere zwei bis drei Jahre Bagger, während nach Abschluss der Arbeiten eine etwa achtjährige Beobachtungs- und Nachregulierungsphase folgt. Und so arbeitet sich der NABU nur langsam und zeitlich gestaffelt Stück für Stück am Flusslauf vor – feste und ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten hier Hand in Hand.

Stück für Stück flussaufwärts

Obschon das Projekt mit den bisherigen zwei Jahren erst einen kleinen Zeitabschnitt hinter sich gelassen hat, konnte der NABU bereits erste, kleinere Baumaßnahmen erfolgreich abschließen. So entfernten in den vergangenen Jahren Bagger über einen längeren Flussabschnitt Deckwerkssteine, die bisher zur Uferbefestigung genutzt wurden. Mit Sonargeräten überprüften die NABU-Mitarbeiter im Anschluss fortlaufend das Flussbett. Hat die Wiederherstellung des natürlichen Ufersaums etwa Sand in die Fahrrinne gespült? Nein, die Natur verhält sich genau so, wie es die NABU-Experten zuvor vorhergesagt haben. Auch die im vergangenen Winter wiederhergestellte Flutrinne hat einen ersten Praxistest bestanden: Im Winter strömt das steigende Hochwasser durch die Flutrinne, während die ortsansässigen Landwirte die Stelle im Sommer ohne Probleme mit ihren Traktoren passieren können.

Diese Beispiele sind nur zwei der vielen kleinen Fortschritte der jüngsten Zeit, die Hauptarbeit liegt für die Experten in der Zukunft. Doch diese sind sich sicher: Jeder weitere Arbeitstag an der Unteren Havel wird auch weiterhin ein guter Tag für die Natur sein.

Projektgebiet "Untere Havel"

Das Projektgebiet des Gewässerrandstreifenprojektes „Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt“

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