20130209-Andreas-Pfisterer_CTO-610x362cIn Rahmen ihres Artikels „Versorgungstrategien“, in dem es um den Rollout des Mobilfunkstandards LTE bei den vier deutschen Netzbetreibern geht, sprach die connect persönlich mit E-Plus CTO Andreas Pfisterer über den Netzausbau.

connect: Herr Pfisterer, wie sieht es mit dem Netzausbau bei E-Plus aus?

Andreas Pfisterer: Wie Sie wissen, sind wir schon seit einiger Zeit dabei, unser gesamtes UMTS-Netz zu modernisieren und auf HSPA+ umzustellen. Diesen Prozess haben wir nahezu abgeschlossen.

connect: Andere Netzbetreiber propagieren schon groß ihren LTE-Ausbau. Gerät E-Plus da nicht in Verzug?

Wir legen im Sinne unserer Kunden viel Wert darauf, die richtige Technik zum richtigen Zeitpunkt anzubieten. Das ist preiswerter für die Nutzer und gibt uns zusätzlichen Investitionsspielraum. Die nutzen mobil das Web, Social-Media- und Streaming-Dienste. Die dafür nötigen Bandbreiten können wir mit HSPA+ mit seinen bis zu 42 Mbit/s locker bereitstellen. Zumal wir bei UMTS die komfortabelste Frequenzausstattung aller Netzbetreiber und damit die größten Versorgungsressourcen haben. Wir können also bei steigender Nutzung bereits mit unserem 3G-Netz unverzüglich mit der Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten reagieren.

connect: LTE ist also noch kein Thema?

Unter dem Motto „Smart LTE“ haben wir eine langfristige und bedarfsorientierte LTE-Strategie festgelegt. Und da der volle Ausbau eines solchen Netzes für jeden Netzbetreiber mindestens drei bis vier Jahre dauert, haben wir mit dem Umbau auch schon angefangen. Beim HSPA+-Upgrade unseres Netzes haben wir dafür gesorgt, dass der nächste Schritt zu LTE bestmöglich vorbereitet ist. Dazu gehört auch, dass wir den erhöhten Verkehr von den Mobilfunkzellen ins Core-Netzwerk bekommen. Dazu bauen wir gerade die Anbindungen der einzelnen Stationen auf All-IP um. Damit sind wir zu über 50 Prozent fertig und schreiten weiter schnell voran. Selbst wenn wir noch nicht über LTE reden, unser Netz ist LTE-ready.

connect: Und wann geht’s los?

Wir werden auch bei LTE unsere nutzerorientierte und wirtschaftlich zielführende Netzausbaustrategie weiter verfolgen. Das heißt, wenn wir unser Netz auf einen neuen Mobilfunkstandard ausbauen, muss auch sichergestellt sein, dass die Kunden es wirklich wollen, es für die Mehrheit bezahlbar ist und genug attraktive Endgeräte verfügbar sind, die den Standard unterstützen. Ab 2014 wird LTE zu einem massenmarktrelevanten Thema. Darauf bereiten wir uns vor, indem wir den LTE-Ausbau in Kürze starten. Wir schaffen die nötigen Ressourcen dort, wo sich der Bedarf entwickeln wird, das heißt dort, wo viele Menschen Applikationen einsetzen, die hohe Bandbreiten brauchen. Es ergibt keinen Sinn, flächendeckend zweispurige Autobahnen zu bauen, wenn der Verkehr über vierspurige Schnellstraßen besser fließt.

connect: Warum haben dann andere Mobilfunkanbieter schon mit einem so massiven Ausbau gestartet?

Ich kann natürlich nicht die Strategie anderer Netzbetreiber erklären. Aber unsere Mitbewerber im Markt haben 2010 in der Frequenzauktion je mehr als eine Milliarde für die 800-MHz-LTE-Lizenzen bezahlt mit der Verpflichtung, erst einmal die ländlichen Gebiete vor den städtischen Gebieten zu versorgen. Wer so viel Geld ausgegeben hat, muss mit dieser Investition auch schnell etwas anfangen. Ich möchte aber auch nicht ausschließen, dass bei dem einen oder anderen die existierenden UMTS-Frequenzen nicht ausreichen, um dem gestiegenen Datenvolumen Herr zu werden.

connect: Doch wenn es um die Versorgung des ländlichen Raums mit Breitbandmobilfunk geht, sind die anderen Netzbetreiber im Vorteil.

Das sehe ich nicht so. Wir haben uns von der Bundesnetzagentur unsere 900-MHz-GSM-Frequenz für Breitbandmobilfunk freigeben lassen und können auch Teile des 1,8-GHz-GSM-Spektrums für UMTS in der Fläche nutzen. Somit sind wir gut ausgestattet, um den Kunden auch im ländlichen Raum das passende Netz für ein positives Nutzererlebnis bei mobilen Datendiensten zu bieten.

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