Wayra-Week-Gewinner

Wayra-Week-Gewinner: von links: Frederik Roever (becoacht), Tanja Kufner (Wayra),
Simon Devonshire (Wayra), David Grajal (tran.sl), Luis Fernández (tran.sl),
Falk Wolsky (Lernstift), Daniel Kaesmacher (Lernstift), Christine Sturm (Wayra)

Bei Wayra ziehen wieder neue Unternehmer ein. Am Freitag war München der Schauplatz für ein wichtiges Finale: Die neun besten Kandidaten aus der ersten weltweiten Bewerbungsrunde für Telefónicas Startup-Programm traten beim Pitch um einen der Plätze in der Wayra-Akademie gegeneinander an. Die drei besten Startups dürfen schon in den kommenden Tagen in einziehen. Sie kommen aus drei interessanten Bereichen: Hardware, Sport und Übersetzungen. Auch ein erfahrener Manager von Rocket Internet gehört zu den neuen Gründern.

In der Wayra-Akademie bekommen sie nicht nur modernste Büroräume und Finanzierungen bis 50.000 Euro, für die keine Exklusivität verlangt wird, sondern auch Coaching und wichtige Kontakte. Das möchte natürlich jeder Gründer für sein Startup haben. „Feiert den Fakt, dass Ihr hier seid“, sagte Wayras Europa-Chef Simon Devonshire in seiner Abschlussrede. „Ihr gehört zu den Besten von mehr als 3.400 Bewerbern und bald läuft schon unsere nächste Bewerbungsrunde.“ Alle Startups, die an dem Endausscheid teilnahmen, gehören nun zur Wayra-Familie und sind immer herzlich willkommen.

Lernstift: Der Zauberschreiber für ABC-Schützen

Daniel Kaesmacher (links) und Falk Wolsky (rechts) von Lernstift

Lernstift: Der erste Stift, der vibriert,
wenn man sich verschreibt!

Die ersten neuen Gründer, die in die Akademie einziehen, sind Falk Wolsky und Daniel Kaesmacher von Lernstift. Ihre Erfindung, die schon mit Patenten geschützt ist, verspricht Unglaubliches: „Der erste Stift, der vibriert, wenn man sich verschreibt!“, heißt das Motto auf ihrer Website. Und genau darum geht es. Der Lernstift wird ein Kugelschreiber, der mit Hightech vollgestopft ist, damit Schulkinder eine bessere Rechtschreibung bekommen.

Die Kinder schreiben wie gewohnt mit Tinte auf Papier, doch sobald ihr Stift vibriert, können sie das letzte Wort gleich durchstreichen. „Unser Stift hilft nicht beim Schummeln“, erklärt Falk Wolsky. „Alle Lehrer können beruhigt sein, denn wir weisen nur auf falsche Rechtschreibung hin.“ Die richtige Schreibweise müssen die Schüler schon selbst finden.

Dieselben Sensoren, die in Smartphones die Bewegungen erfassen, verfolgen beim Lernstift die Schreibbewegungen. Eine Handschrifterkennung meldet die Wörter an die Rechtschreibkontrolle, die sofort den Stift vibrieren lässt, wenn ein Schreibfehler passiert. Diese ganze Technik steckt in einem wenige Zentimeter großen Computer, nicht einmal ein Internet-Anschluss nötig. Über WLAN werden höchsten neue Sprachen geladen, denn Lernstift möchte sein Business noch in diesem Jahr internationalisieren. Der erste funktionstüchtige Prototyp ist bisher noch ein Bleistift mit einer aufgeklebten Computer-Platine, den es gestern schon bei Twitter zu sehen gab. Doch im Juni soll schon die erste kleine Serienproduktion beginnen.

becoacht: Weltweite Trainersuche vom Rocket-Mann

Wayra Week: Bekanntgabe der Pitch-Ergebnisse

Wayra Week: Bekanntgabe der Pitch-Ergebnisse

Ähnlich schnell entwickelt sich auch das neue Wayra-Startup becoacht von Frederik Roever, der bis neulich noch als Finanzchef für die Münchner Niederlassung von Europas erfolgreichste Startup-Fabrik Rocket Internet arbeitete. Er konnte schon den Amiando-Gründer Felix Haas für seinen Aufsichtsrat gewinnen und ein erfahrenes Team aus zehn Leuten für sein Startup zusammenstellen. Das ist typisch für einen Rocket-Mann.

Mit becoacht können Sport-Trainer oder Fitness-Zentren auf einfachste Art und Weise Kunden gewinnen, sowie freie Zeiten und unausgelastete Kurse füllen. Dabei entscheiden sie selbst über Termin, Kosten und Zielgruppe. Das Profil und die Verfügbarkeit lässt sich zudem problemlos über eine Smartphone-App verwalten. Profi-Sportler bekommen die Möglichkeit, ihr Können und ihre Prominenz zu monetarisieren und gleichzeitig die Nähe zu ihren Fans zu pflegen. Sportbegeisterte bekommen mit becoacht die Chance, weltweit ihre Lieblingssportart in Trainingseinheiten zu erlernen, die auf sie individuell zugeschnitten sind und ihren persönlichen Ansprüchen gerecht werden.

tran.sl: Profi-Übersetzer für Cent-Beträge

David Grajal und Luis Fernández ziehen mit tran.sl in die Wayra Akademie

David Grajal und Luis Fernández ziehen mit tran.sl
in die Wayra Akademie in München

Den Weltmarkt haben alle drei neuen Wayra-Startups fest im Blick. Das ist bei tran.sl besonders offensichtlich. Die beiden Gründer, David Grajal und Luis Fernández, ziehen extra aus dem spanischen Valladolid nach München um. Einer hat seinen MBA sogar in China gemacht und die strenge Jury von Wayra nahm sie vor allem auf, weil ihr 99Designs für Übersetzungen“ sich ganz schnell internationalisieren lässt. Bei der „crowdsourced translation engine“ laden Kunden aus aller Welt ihre Texte auf eine Website und bekommen sie von professionellen Übersetzern in die andere Sprache übertragen oder von Muttersprachlern zur Korrektur gelesen. Das soll in kürzester Zeit funktionieren meistens nur wenige Cents kosten, dagegen sieht jede Maschinenübersetzung alt aus. Mit seiner intelligenten Mischung aus Internet-Technik und menschlichem Know-how will tran.sl in den kommenden Monaten seinen Anteil an einem 30 Milliarden US-Dollar großen Weltmarkt erobern. Die Übersetzer bekommen mehr Aufträge und müssen weniger an Agenturen abgeben – und die Endkunden können sich endlich einen Profi leisten.

Zehn Startups arbeiten nun in der Münchner Wayra-Akademie. Diese Teams gehören zu den besten, die man in Deutschland finden kann. In den kommenden Monaten werden sie zeigen, was sie wirklich drauf haben.

 

Wayra Week München 2013
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