20130329-tablet-pc-senioren-4589-775x362cDas Internet gehört mittlerweile zum Alltag vieler Menschen. Doch noch immer sind rund 30 Prozent der Europäer nicht im Netz. Mit dem Ziel eine digitale Spaltung in Europa zu überwinden, hat die EU-Kommissarin für die digitale Agenda, Neelie Kroes, die europaweite Kampagne Get Online Week (Geh‘ online-Woche) ins Leben gerufen.

Als nationale Aktion zur Get Online Week 2013 fand in der vergangenen Woche die Fachtagung „Gemeinsam durchs Netz“ der Arbeitsgruppe „Internet erfahren“ in Berlin statt. Etwa 140 Experten und Interessierte tauschten ihre Erfahrungen rund um Fragen des sicheren und verantwortungsbewussten Umgangs mit dem Internet aus.

Teilhabe am Internet: Senioren holen auf

Im Zentrum stand auch die Frage, wie man Menschen, die das Internet gar nicht oder wenig nutzen, zur Teilhabe an der digitalen Welt motivieren kann. Bis 2020 will die Bundesregierung eine Internetnutzungsquote von 95 Prozent erreichen, die Zahl der mobil Nutzenden soll von derzeit 30 Prozent auf 75 Prozent steigen.

Besonders Menschen mit geringer Bildung, behinderte Menschen und Ältere nutzen das Internet noch gar nicht oder wenig. Gerade bei den Senioren zeigt die aktuelle Studie der Initiative „D21“ aber interessante Ergebnisse auf: Menschen von 60 bis 69 Jahren und vor allem über 70 Jahre verzeichnen derzeit die größte Zuwachsrate bei der Internetnutzung. Bei der Generation 60+ nutzen derzeit rund 60 Prozent das Internet, bei den über 70-Jährigen nur 28 Prozent. Die Tendenz bei beiden Gruppen ist steigend.

Um diesen Trend beizubehalten und möglicherweise auf andere Zielgruppen zu übertragen, wurden auf der Fachtagung unterschiedliche Ansätze diskutiert und vorgestellt.

„Das Internet wird als Medium für Kommunikation und Teilhabe immer wichtiger. Viele ältere Menschen haben den Nutzen für sich inzwischen schon entdeckt, wir möchten aber auch die Unentschlossenen ansprechen und die Vorteile aufzeigen, die das Netz gerade für Seniorinnen und Senioren bietet“, erklärte Dieter Hackler, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in seinem Grußwort.

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Podiumsdiskussion (v.l.n.r): Deniz Taskiran, Managerin Unternehmenskommunikation & Politik, E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG; Michael Balasch, Telekom Innovation Laboratories, Projektleiter SmartSenior; Dr. Johannes Jürgen Meister, Verband der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf, Fachgruppe Senioren; Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen; Aydan Özoguz, MdB, Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft“; Florian Preßmar, Referent für Offene Kanäle und Medienkompetenz, Koordinator MedienKompetenzNetzwerk Mainz-Rheinhessen Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK); Tina Leusbrock, Referentin für Verbraucher, Deutschland sicher im Netz e.V.

E-Plus Gruppe fördert die Internetnutzung von Senioren

In einer Podiumsdiskussion betonten die Experten die Bedeutung einer breiten Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen im Internet.

Florian Preßmar von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland Pfalz (LMK) wies darauf hin, dass gerade ältere Menschen Unterstützung beim Einstieg ins Netz benötigen. Multiplikatoren könnten dabei helfen.

Die E-Plus Gruppe hat im Jahr 2012 gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen das Projekt Tablet PCs für Seniorinnen und Senioren ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, Berührungsängste abzubauen. Die E-Plus Gruppe stellt hierzu Seniorinnen und Senioren in verschiedenen Städten Deutschlands kostenfrei für die kommenden zwölf Monate Tablet PCs mit einer Internetflatrate zur Verfügung. Die Stiftung Digitale Chancen betreut das Projekt und evaluiert begleitend, wie Tablets älteren Menschen den Einstieg in die Internetnutzung und den Anschluss an die digitale Gesellschaft erleichtern. Zugleich fördert E-Plus den generationenübergreifenden Zusammenhalt: So werden die Rentner bei ihren ersten Schritten auf dem Weg ins mobile Internet von Schülern unterstützt.

Bei der Fachtagung fand das Projekt großen Anklang. Aydan Özoguz, MdB und Mitglied der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, stellte heraus wie wichtig es ist, Medienkompetenz für alle Altersgruppen mit Pilotprojekten voranzutreiben. Tina Leusbrock, Deutschland sicher im Netz e.V., hob hervor, dass es wichtig ist, die positiven Seiten des Internet und die Chancen der Nutzung in den Vordergrund zu stellen. Dann wären die Menschen auch bereit, sich auf die digitale Welt einzulassen.

Im anschließenden Workshop hatten die Teilnehmer der Veranstaltung die Gelegenheit, sich mit den Tablet PCs und dem Projekt vertraut zu machen.

Mobile Endgeräte in den Händen von Seniorinnen und Senioren beim Workshop

Mobile Endgeräte in den Händen von Seniorinnen und Senioren beim Workshop

 

 

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