20130409-udl-digital-talk-ii-775x362cHome Office, flexible Arbeitszeiten und digitale Tools, die uns vernetzen: Der digitale Wandel hat längst auch die Arbeitswelt erreicht und sie verändert.

Was bedeutet das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Wo sind die Chancen? Wo die Herausforderungen? Das diskutierten Sahra Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende Die Linke, und Gero Hesse, Saatkorn.-Blogger und Gründer des Karriere-Netzwerks careerloft beim UdL Digital Talk.

Macht der digitale Wandel Arbeit leichter – oder nicht?

Wagenknecht und Hesse waren sich einig, dass mit der Digitalisierung viele Chancen einhergehen. Sie ermögliche die Flexibilisierung der Arbeit, also das Arbeiten von überall zu jeder Zeit. Auf der Kehrseite könne das aber auch heißen, dass zu viel gearbeitet werden müsste, so Sahra Wagenknecht. Und weiter: Ein Problem sei es, wenn Menschen in einem Abhängigkeitsverhältnis gezwungen würden rund um die Uhr verfügbar zu sein.

Selbstbestimmung und Transparenz

In diesem Punkt waren sich beide Diskutanten zwar einig – aber Hesse bewertete den Einfluss der Digitalisierung auf die Situation der Arbeitnehmer ganz anders: Man könne zwar theoretisch immer und von überall arbeiten, dies sei aber nur dann ein Problem, wenn der Arbeitnehmer zu wenig Eigenverantwortung und Selbstdisziplin habe und sein Leben komplett von Arbeit bestimmen lasse. Gerade junge Menschen würden sich oft ein sehr selbstbestimmtes Arbeiten wünschen, das an die Lebensumstände angepasst werden kann.

Weiterhin habe das Internet bei der Wahl des Arbeitgebers auch zu viel mehr Transparenz geführt. Bewerber wüssten oft schon vor dem Eintritt in ein Unternehmen, welche Arbeitsbedingungen sie erwarten.

Sahra Wagenknecht fordert 35 Stunden-Woche

Wagenknecht räumte ein, dass es nicht die Digitalisierung sei, die prekäre Arbeitsverhältnisse und zu lange Arbeitszeiten bedingt habe, sondern die Politik die falschen Weichen gestellt habe. Eine Forderung für die Zukunft war Wagenknecht deswegen besonders wichtig: Man sollte in Deutschland zu einer 35 Stunden-Woche übergehen – es gäbe genug Menschen am Arbeitsmarkt.

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