20130506-20-jahre-lizenz_610x285pxAm 4. Mai 1993 war es offiziell: Die E-Plus Mobilfunk GmbH erhielt vom damaligen Bundesministerium für Post und Telekommunikation die E1-Lizenz. Zu dem Zeitpunkt war das aber schon keine Überraschung mehr. Bereits drei Monate zuvor war verkündet worden, dass das E-Plus Konsortium beim Rennen um die E1-Lizenz das Rennen machen würde. Ohne diese Ankündigung im Februar hätte es im April 1993 schließlich keine Unternehmensgründung gegeben.

Dass nach den beiden D-Netzen nun ein E-Netz aufgemacht wurde, hatte mit den unterschiedlichen Funkfrequenzen zu tun. Waren die D-Netze anfänglich reine 900-Megahertz-Netze, bekamen die nachfolgenden E-Lizenzen zu Beginn ausschließlich Frequenzen im Bereich um 1800 MHz. Der Frequenzbereich ist aber nur die eine Sache beim Mobilfunk. Um in diesem Bereich genügend Kanäle für die zeitgleiche Übertragung von Gesprächen aus derselben Funkzelle einrichten zu können, benötigt man auch eine gewisse Bandbreite. Zu Beginn bekam E-Plus 30 MHz Spektrum.

Seither hat es eine Menge Bewegung gegeben. Dabei wurden bestehende Frequenzblöcke zwischen den Betreibern hin und her geschoben und auch neue versteigert. Außerdem gab es zwei größere und auch öffentlichkeitswirksame Versteigerungen. Legendär wurde der 17. August 2000, an dem die Auktion um die sogenannten UMTS-Frequenzen endete. Knapp 50 Milliarden Euro nahm der Bund damals ein. Auch E-Plus ersteigerte für über acht Milliarden Euro UMTS-Spektrum.

Dann kamen Smartphones – und mit ihnen eine kontinuierliche Zunahme des Datenverkehrs. Um weitere Netzkapazitäten zu ermöglichen, kam es im Frühjahr 2010 zu einer weiteren großen Auktion. Erlös für den Staat seinerzeit: weitere 4,4 Milliarden Euro. Die E-Plus Gruppe sicherte sich für 284 Millionen Euro weitere Frequenzen in den Bereichen 1800, 2100 und 2600 Megahertz und verdoppelt damit 2010 das eigene verfügbare Frequenzspektrum. Seither besitzt E-Plus in den wichtigen Bereichen 1800 und 2100 MHz, in denen aktuell und perspektivisch „die Musik“ im mobilen Breitband bei HSPA und LTE spielt, sogar mehr Kapazitäten als der Wettbewerb. Insgesamt besitzt die E-Plus Gruppe heute Spektrum verteilt auf die Frequenzbereiche 900, 1800, 2100 und 2600 MHz. Hinzu kommt ein großes Spektrum bei 3,5 GHz, das durch den Kauf zweier Wimax-Anbieter erworben wurde.

Droht die nächste Auktion für Mobilfunkfrequenzen

Doch für die Ewigkeit kann niemand mit seinem Spektrum planen. Denn alle Zuweisungen seitens der Bundesnetzagentur sind an zeitlich befristete Lizenzen geknüpft. Ein wesentlicher Teil davon endet im Jahr 2016, darunter alle Frequenzen im 900-MHz-Bereich. Auch die Frequenzen, mit denen bei E-Plus 1993 alles begann, sind davon betroffen.

In einer Bedarfsermittlung durch die Behörde haben die vier Netzbetreiber inzwischen angezeigt, dass sie die Frequenzen auch weiterhin benötigen. Nach welchem Modus diese nun vergeben werden, hat die Bundesnetzagentur aber noch nicht bekanntgegeben. Bis Anfang 2013 konnten alle Akteure ihre Stellungnahmen zu dem Thema bei der Behörde einreichen.  Eine klar verbindliche Anschlussregelung ist für die Netzbetreiber wichtig. Schließlich müssen die weitere Netzplanung und die zugehörigen Investitionen langfristig auf die ab 2017 verfügbaren Frequenzbänder abgestimmt sein. Und außerdem müssten die Unternehmen im Falle einer neuerlichen Frequenzauktion die dafür benötigten finanziellen Ressourcen rechtzeitig bereitstellen.

Auktionskosten würden als Investitionsmittel beim Netzausbau fehlen

Die Position der E-Plus Gruppe ist klar: Demnach sollte der aktuelle Frequenzbestand verlängert werden – mindestens bis zum Jahr 2020. Denn das Telekommunikationsgesetz erlaubt nur dann eine Auktion, wenn der Bedarf das Angebot an Frequenzen übersteigt. Ein solcher qualifizierter Bedarf ist jedoch aus Unternehmenssicht nicht gegeben. So wäre es für die Mobilfunkanbieter und ihre Kunden die beste Lösung, den intensiven Wettbewerb fortzusetzen. Wichtig ist: Der Staat profitiert auch von einer Verlängerung, denn die Anbieter zahlen für die Frequenznutzung jährlich hohe Gebühren. Die Anbieter benötigen zum aktuellen Ausbau der Netze für den rasant steigenden Datenverkehr große Investitionssummen. Allein die E-Plus Gruppe wendet über 500 Millionen Euro jährlich dafür auf. Auch in den kommenden Jahren müssen die Kapazitäten weiter ausgebaut werden. Geld, das für Lizenzen aufgebracht werden muss, würde beim anstehenden Netzausbau wohl zum Teil fehlen.

Zu einem ähnlichen Schluss kam auch ein an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erstelltes und Anfang des Jahres veröffentlichtes Gutachten. „Eine Vergabe in Form einer Auktion bringt hingegen erhebliche Risiken in Bezug auf künftige Investitionen und den damit verbundenen Ausbau der Breitbandkapazitäten mit sich“, heißt es dort abschließend. Und dass der Standort Deutschland in Sachen Breitbandversorgung diese Investitionen dringend nötig hat, zeigt nicht zuletzt aktuelle Studie zum europäischen Vergleich von Breitbandzugängen.

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