Jutta Rump und René Schuster auf der ZEIT Konferenz 2013

Jutta Rump und René Schuster auf der ZEIT Konferenz

Wie verändert die digitale Generation unsere Wirtschaft und Gesellschaft? Um diese Frage ging es bei der jüngsten ZEIT-Konferenz in Berlin. Bei der Veranstaltung mit mehr als 100 Teilnehmern stand auch die neue Telefónica Global Millennial Survey im Vordergrund. Eine der zentralen Aussagen ist, dass die Millennials an ihre vielfältigen Möglichkeiten glauben, die moderne Technologien ihnen bieten. Außerdem nutzen sie diese Chancen für ihr gesellschaftliches und politisches Engagement. Das lieferte viel Gesprächsstoff für zwei Diskussionsrunden.

„Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel, sagte Prof. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein in einer Podiumsdiskussion mit René Schuster, CEO von Telefónica Deutschland. Daran beteiligten sich auch Matti Niebelschütz, Mitgründer von MyParfum und Elite Startups, und Oskar Piesga, Redakteur von ZEIT Campus.

Diese Generation habe durch die Nutzung der neuen Technologien einen wirklichen Einfluss. Zudem würden die jungen Erwachsenen zu einem knappen Gut auf dem Arbeitsmarkt. „Darauf werden sich die Unternehmen einstellen müssen“, erklärt Jutta Rump. „Ich sehe darin aber eine große Chance: Wie die Telefónica-Studie gezeigt hat, haben Millennials exzellente Technologiekenntnisse und sind überzeugt, etwas bewegen zu können. Das bringt einen frischen Wind in die Firmen. Davon können alle profitieren.“

Dass von den deutschen Millennials nur sechs Prozent der Frauen zu der so genannten Millennial Elite zählen im Vergleich zu 17 Prozent der Männer, sieht die Wissenschaftlerin darin begründet, dass Frauen aufgrund ihrer Sozialisation oftmals zurückhaltender seien. Außerdem hätten Frauen in technischen Berufen noch keine Tradition.

Millennials: Träume verwirklichen durch Technologie

Matti Niebelschütz

Matti Niebelschütz

Der Diskussionsteilnehmer Matti Niebelschütz ist selbst ein Millenial und findet sich auch in den Ergebnissen der Studie wieder. Der Mitgründer von MyParfum und Elite Startups erklärte, es gehe der Generation weniger darum, viel Geld zu verdienen, sondern darum sich selbst zu verwirklichen.

„Ich will meinen Traum leben und Technologie gibt mir die Möglichkeit dazu.“ Er glaubt, dass man in zehn Jahren den Einfluss der Millennials und ihrer Einstellungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft spüren wird. Zu dieser Generation gehöre auch, mit Misserfolgen anders umzugehen. Dies sei vor allem bei Startups zu beobachten.

Einen solchen Mut zum Risiko wünscht sich auch René Schuster. „Jetzt ist die Zeit der Unternehmensgründer“, sagte er mit Blick auf die Millennial-Generation und die Möglichkeiten, die sich ihnen durch Technologien eröffnen. Allerdings müsse es mehr Devices für den Massenmarkt geben und Technik müsse auch bezahlbar sein.

Dr. Heike Kahl, Caterina Lobenstein und Carolin Neumann (vlnr) auf der ZEIT Konferenz

Dr. Heike Kahl, Caterina Lobenstein und Carolin Neumann (vlnr) auf der ZEIT Konferenz


Im Anschluss sprachen Carolin Neumann, Geschäftsführerin vom VOCER Innovation Medialab und Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) mit der ZEIT-Campus-Redakteurin Caterina Lobenstein über die Abkehr von etablierten Strukturen und wie sich die digitale Generation für die Gesellschaft engagiert.

Neumann sieht im Internet keine virtuelle Parallelwelt, sondern eine Ergänzung und eine Fortführung der Auseinandersetzungen des analogen Lebens. „Der digitale Graben ist ein Problem“, sagt sie mit Blick auf die unterschiedlichen Generationen. Und Heike Kahl erklärte: „Die junge Generation bevorzugt abgeschlossene Projekte, in denen sie sich engagieren kann. Projekte, die zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen. Das bieten Verbände oder Parteien nicht.“ Doch in dem Jugendprogramm Think Big, das die DKJS gemeinsam mit Telefónica betreibt, hätten Jugendliche die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen mithilfe digitaler Medien umzusetzen und groß zu machen.

Die Teilnehmern aus Wirtschaft, Bildung und Politik führten diese Diskussionen auch im Anschluss fort.

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Fotos der ZEIT Konferenz bei Flickr

ZEIT Konferenz: Die digitale Generation
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