20130822-dsc_9689-775x362cNach zwei Monaten mit Tablet PC und Internetflatrate kamen die Senioren des gemeinsam von der Stiftung Digitale Chancen und der E-Plus Gruppe initiierten Projekts „Tablet PCs für Seniorinnen und Senioren“ am Mittwoch in der Seniorencomputerschule ASZ Moosach zusammen, um von ihren Erlebnissen mit der neuen Technik zu berichten. Die Senioren haben sich in den letzten Wochen mit den neuartigen Geräten und dem mobilen Internetzugang vertraut gemacht. Für noch offene Fragen stand ihnen Schauspieler und Tablet-PC-Fan Erol Sander mit Tipps und Tricks zur Verfügung.

Die ersten Erkenntnisse aus dem Projekt zeigen, dass Tablet PCs gerade denjenigen älteren Menschen, die bisher noch keine Erfahrungen mit Computer und Internet gemacht haben, große Chancen eröffnen. Damit auch die Bevölkerungsgruppe 60+ am Internet teilhaben kann und Berührungsängste mit der neuen Technik verliert, hat E-Plus zusammen mit der Stiftung Digitale Chancen im Frühjahr 2012 das Projekt „Tablet PCs für Seniorinnen und Senioren“ in verschiedenen Senioreneinrichtungen und Seniorencomputerclubs Deutschlands ins Leben gerufen. In München stellte E-Plus den Seniorinnen und Senioren mehrere anwenderfreundliche Tablet-PCs ausgestattet mit einer Internetflatrate für zwei Monate kostenlos zur Verfügung. Zwei der Geräte verbleiben von nun an dauerhaft in der Einrichtung.

Senioren im mobilen Internet noch unterrepräsentiert

Die Projektteilnehmer nutzten am Mittwoch die Gelegenheit, sich im Münchener Seniorencomputerclub über ihre bisherigen Erfahrungen aus den letzten beiden Monaten im Umgang mit dem mobilen Internet auszutauschen.

Robert Roseeu, der das Projekt vort Ort betreut hat, erklärt: „Als Leiter der Projektgruppe habe ich aus dieser Aktion vor allem gelernt, was alles notwendig ist, damit für Senioren aus der Nutzung von Tablets ein echter individueller Mehrwert entsteht. Ich sitze eben in meinem Garten und notiere meine Gedanken als Tagebucheintrag im Tablet PC. Auf einer Island-Fahrt in den letzten Wochen entstand mit dem Tablet ein wunderbares Foto-Tagebuch. Dies sind die Möglichkeiten, die ich den älteren Menschen in meinen Kursangeboten aufzeigen möchte.“

Die Chancen, die das mobile Internet mit seinen zahlreichen Informationen, neuen Kontakten und Unterstützung für die selbständige Bewältigung des Alltags bietet, sind für die ältere Generation enorm. Gleichzeitig zeigen Studien aber, dass die Generation 60+ bei der Nutzung von Tablets noch weit hinter der Gesamtbevölkerung zurückliegt. So hat der Verband der IT-Branche BITKOM in einer Umfrage festgestellt, dass nur sechs Prozent der Ü60-Jährigen ein Tablet besitzen. In anderen Altersgruppen setzt bereits jeder Fünfte einen Tablet Computer ein – Tendenz stark steigend. Auch der Digital-Index der Initiative D21 zeigt, dass die ältere Generation noch mit dem Internet fremdelt. Gründe dafür sind unter anderem Datenschutz- und Sicherheitsbedenken, aber auch mangelnde Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien.

Tablet PCs als Einstiegsgeräte für Senioren

„Der Einstieg erfolgt immer über die Inhalte“, erklärt Jutta Croll, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Digitale Chancen. „Erste Erkenntnisse aus unserer Projektbegleitung zeigen, dass Tablet PCs insbesondere dann Seniorinnen und Senioren den Weg in die digitale Welt ebnen, wenn diese Zugang zu interessanten Inhalten oder nützlichen Applikationen ermöglichen.“

Als wertvolle Inhalte werden von den Projektteilnehmenden insbesondere die Erleichterung der Kontaktaufnahme mit Angehörigen über Videotelefonie, aber auch Hilfestellungen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Informationen zum Wetter, lokale Nachrichten oder räumliche Navigation angesehen. Durch die einfache Handhabung der Geräte und die Möglichkeit des dauernden Zugangs zu Internetinhalten und Applikationen, die im Leben älterer Menschen eine Rolle spielen, ist der Tablet-PC mittlerweile zu einem wichtigen Wegbegleiter für viele der teilnehmenden Senioren geworden.

Tipps und Tricks von Schauspieler Erol Sander

Projektunterstützer Erol Sander nahm sich ausreichend Zeit für alle Senioren und berichtete von seinen ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Tablet PC. Die Projektteilnehmer hatten vorab einen Katalog mit ihren noch offenen Fragen vorbereitet und hatten nun die Gelegenheit, diese an den Schauspieler und Tablet-PC Vielnutzer zu richten. Dabei gab Sander den Senioren nützliche Tipps und Tricks für das mobile Surfen und konnte so auch den einen oder anderen skeptischen Einwand aus dem Weg räumen: „Das Internet ist eine riesige Bücherei. Ihnen steht die ganze Welt offen. Sie müssen es nur wollen“.

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