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Crowdfunding für Lernstift

Die Vorbereitungen sind fertig und Lernstift zieht bei Telefónicas Startup-Programm Wayra ein. Das Unternehmen aus München macht Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Neben CNN und ABC News berichten auch Computer Bild, Engadget und sogar die Hindustan Times seit Tagen über den neuen Stift, der Kindern beim Schreibenlernen hilft. dpa veröffentlichte am Samstag eine Meldung und füllte die deutschen Zeitungen. Selbst Amerikas beliebtester Radio-Moderator Howard Stern („Private Parts“) sprach schon begeistert in seiner Sendung über den Lernstift aus Deutschland. Entwickelt wird er von Falk Wolsky, Daniel Kaesmacher und ihrem Team in der Wayra-Akademie in Münchens Kaufingerstraße. Und zu der Finanzierung soll ihre Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter beitragen.

Wayra ist auf diesen Neuzugang besonders stolz, denn das Produkt ist einfach genial: ein Stift, der Schülern beim Schreiben hilft. Sobald ein Wort falsch geschrieben wird, fängt der Lernstift an zu vibrieren. Dabei hilft er aber nicht beim Schummeln, die Lehrer können beruhigt sein. Über den Fehler informiert nur eine kurze Vibration. Der Schüler weiß dann, dass er sein Wort korrigieren muss, doch die richtige Schreibweise muss er allein finden. Die Bewegungssensoren, die im Lernstift die Schreibbewegungen erfassen, ähneln jenen aus modernen Smartphones. Die erkannten Worte werden an eine Handschrifterkennung übergeben, die den Stift sofort vibrieren lässt, wenn Fehler passieren.

Verliebt in den Stift: Prototyp hat dicken Bauch

Diese ganze Technik steckt in einem wenige Zentimeter großen Computer mit Embedded Linux als Betriebssystem. Er wird in einen Schreibstift eingebaut, der als abwechselnd Kugelschreiber, Füller oder Bleistift dienen kann. Man muss nur eine neue Spitze dafür einschrauben.

Lernstift: Prototyp 613t

Lernstift: Prototyp 613t

Das ist Handschrift 2.0 mit Verstärkung durch Hightech. Neue Software-Updates oder Wörterbücher für andere Sprachen werden einfach aus dem Internet auf den PC oder ein Smartphone heruntergeladen und per WLAN auf den Lernstift übertragen.

Wer schnell mal von Deutsch auf Englisch umsteigen möchte, startet einfach den Download eines neuen Sprachkataloges aus dem Lernstift-Webshop. Auf der Kickstarter-Seite sieht man schon 16 Landesfahnen für weitere Sprachen, die Lernstift demnächst erkennen soll. Betrieben wird der Stift mit handelsüblichen Batterien oder Akkus.

„Ich bin verliebt“, sagten der Lernstift-Erfinder Falk Wolsky und sein Mitgründer Daniel Kaesmacher gleichzeitig, als sie ihren neuen Prototypen zusammengebaut hatten. Und so geht es jedem, der ihren Lernstift sieht. Der transparente Prototyp ist ein Hingucker. Trotz der eingebauten Technik, die als Patent angemeldet ist und in dem charakteristischen Bauch steckt, ist der Lernstift sehr ergonomisch.

Patente und Pfunde: Weltweit Schülern helfen

Daniel Kaesmacher und Falk Wolsky  von Lernstift

Daniel Kaesmacher und Falk Wolsky

Ihre Zeit bei Wayra nutzen die Gründer zur Perfektionierung des Produktes – und ein Teil des Geldes soll von Kickstarter kommen. Das Spendenziel sind 120.000 englische Pfund bis zum 9. August. Die Unterstützer erhalten beispielsweise Lernstifte zum Vorzugspreis.

Obwohl Design und Software noch Arbeit erfordern, ist der neue Prototyp ein echter Durchbruch auf dem Weg zum Ziel der Jungunternehmer: einen Stift zu entwickeln, der weltweit das Schreibenlernen erleichtert.

„Jede ausreichend fortgeschrittene Technologie ist von Zauberei nicht zu unterscheiden“, schrieb Arthur C. Clarke über solche Entwicklungen. Der einflussreiche Science-Fiction-Autor („2001: Odyssee im Weltraum“) trug dazu bei, dass Apple seine Produkte oft als magisch bezeichnet. Doch was ist das iPhone gegen einen Stift, der bei Schreibfehlern brummt und protestiert? Das klingt mehr nach Harry Potter, doch in der Wayra-Akademie kann man es wirklich erleben.

Lernstift: Kickstarter-Kampagne erklärt

Quantensprung: Bewegungssensor lernt lesen

Die Fortschritte gehen jetzt flink voran. Im Juni machte der Bewegungssensor des Lernstifts einen Quantensprung und erfasste seine ersten Wörter: Mama und Papa. Das fünfköpfige Entwickler-Team musste immer wieder die Buchstaben a, P, p, M und m schreiben – und plötzlich erkannte der Sensor die Bewegungen. „Das ist ein Gefühl, als ob ein Kind seine ersten Schritte macht“, schwärmt der Erfinder Falk Wolsky.

Auch die Entwicklung der eingebauten Software kommt gut voran. Das komplett in den Stift eingebaute System wird die Sensordaten so aufbereiten, dass ein 2D-Bild entsteht, welches die Handschrift-Erkennung nutzen kann. Bis zum Ende des Sommers soll es mehrere Prototypen für Alpha-Tests mit Lehrern und Kindern geben. Dafür läuft bisher alles perfekt nach Plan, sagt Falk Wolsky. „Und bei Kickstarter geht es jetzt hoffentlich genauso schnell“, scherzt der Unternehmensgründer. Zu der Kampagne geht es hier.

Lernstift: Prototyp 613t in Aktion

News in deutschen Medien:

Lernstift: Schreibfehler löst Vibration aus (ComputerBild.de)
Lernstift vibriert bei Schreibfehlern (Gizmodo – Digital Lifestyle)

News in spanischsprachigen Medien:

Lernstift, el primer lapicero que vibra cuando cometes un error ortográfico (El Commercio.pe)

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