Think Big Pro Pitch am 20.09.2013

Think Big Pro Pitch am 20.09.2013

Unser Jugendaktionsprogramm Think Big hat neue Projekte für seine größte Förderstufe ausgewählt. Bei Think Big Pro bekommen die besten Ideen und Teams 5.000 Euro Projektförderung, kostenlose Arbeitsplätze für sechs Monate sowie Coaching, Mentoring und Qualifizierung. Doch bevor es so weit ist, müssen sie durch den Pitch für die Auswahl: Am vergangenen Freitag traten Bewerber aus ganz Deutschland vor der Jury im Münchner O2 Tower an. Dabei kam es zu überraschenden Einlagen.

„Gute Ideen?“, fragt die Website von Think Big. „Nicht warten. Starten!“, heißt ihre Antwort. Think Big möchte Kreativität und Unternehmergeist bei Jugendlichen fördern, und sie unterstützen, ihr Umfeld positiv zu verändern. Und Think Big Pro bietet noch mehr: Dabei können die jungen Projektmacher auch berufliche Perspektiven ausloten und ihr Engagement professionalisieren.

Wer schon kleinere Think-Big-Projekte mit Förderungen von 400 und 1.000 Euro umgesetzt hat, kann danach bei Think Big Pro mit einer großen Unterstützung von bis zu 5.000 Euro durchstarten. Wenn Jugendliche einen Verein gründen wollen, eine soziale Geschäftsidee umsetzen oder ihr Engagement auf ein längerfristiges Fundament stellen möchten, dann hilft Think Big Pro. Das kann eine gute Vorstufe für den Einstieg bei Telefónicas Startup-Programm Wayra sein, wo gerade erst die neue Bewerbungsrunde begann.

Think Big Pro: Coaching, Kapital und Kontakte

Zusätzlich zur Finanzierung bekommen die Jugendlichen bei Think Big Pro auch professionelles Coaching für ihre Projekte sowie Büroplätze in den Social Impact Labs von Berlin oder Hamburg. Dort finden Sie alles, was sie für ihre tägliche Arbeit, die Meetings und den Aufbau ihrer Netzwerke benötigen. Dazu gehören Schreibtische, Internet, Café, Drinks, Snacks und jede Menge Platz für Kreativität. Der große Vorteil: Die Ausgewählten von Think Big Pro lernen dort auch andere Leute kennen, die ähnliche Projekte voranbringen. So können die Jugendlichen sich gegenseitig unterstützen. Dieses hilfreiche Komplettpaket, mit dem beispielsweise der Berliner Julius Korn im vergangenen Jahr sein eigenes Internet-Unternehmen aus seiner Begeisterung für Straßenfußball entwickelte, war auch 2013 wieder sehr begehrt. Deshalb fiel die Auswahl nicht leicht. Julius Korn konnte sich nur schwer entscheiden, als er dieses Mal in der Jury saß.

„Wir suchen immer nach Projekten, die viele neue Leute erreichen, statt immer nur die eigenen Zielgruppen bedienen“, erklärt Roland Kuntze, Vice President Corporate Communications bei Telefónica in Deutschland. „Dazu müssen sie nicht einmal bundesweit aktiv sein. Auch die Stadt oder die Nachbarschaft reicht aus, aber sie müssen etwas in der Gesellschaft verbessern wollen.“ Weil dafür große Anstrengungen nötig sind, schaute der Kommunikationschef als Jury-Mitglied besonders auf die Leidenschaft der Bewerber. Nur wer Feuer und Flamme für sein Projekt ist, der kann es auch bis zum Erfolg durchziehen. „Wir wollen zivilgesellschaftliche Innovationen voranbringen“, brachte Norbert Kunz, Geschäftsführer von iq consult und der social impact GmbH, die Ziele der Jury auf den Punkt. Darauf achtete auch Wilke Ziemann, der für die DKJS in der Auswahlkommission saß.

Hohe Latte: Tanz, Performance und Theater beim Pitch

Think Big Pro Pitch am 20.09.2013Die Latte lag also hoch. Deswegen war klar, dass der Pitch ganz besonders sein muss, wenn die Jury darauf anspringen soll. Gerade einmal zehn Minuten bekam jedes Team als Zeit, um sein Projekt zu präsentieren. Dann drückte Claudia von Bothmer, Head of Corporate Responsibility, sofort den roten Knopf für die Hupe, die den Vortrag beendete. Doch die Zeit reichte meistens aus. Nicht nur für Präsentieren und Powerpoint – sondern auch für Performance, Tanz und Theater.

Die freie Theaterjugend aus Rostock stieg gleich mit einem gewaltigen Dialog ein, der aus einem der letzte Stücke stammte. Wedekind, Shakespeare und auch eigene Stücke wie Klippenkinder, Rest in Pieces oder Zuckerberg und Peitsche haben sie schon auf die Bühne gebracht. Jetzt wollen sie raus aus ihrem gymnasialen Umfeld und rein in die Rostocker Hauptschulen und Realschulen, wo es auch manchmal etwas härter zugeht. Ihre Workshops sollen Jugendlichen aller Schichten den Zugang zum Theater öffnen und Vorurteile abbauen.

Sechs Projekte: Volle Unterstützung durch Think Big Pro

Mit diesem Plan konnten sie Think Big Pro überzeugen. Genau wie DJing für Jugendliche, die mit Schulradio, Plattendrehen, Northern Shuffle und Jumpstyle-Tanzen schon einige Schüler von der Straße holten und ihr Selbstvertrauen mit Musik stärken. Nach ihrer Präsentation knüpften die Hamburger gleich Kontakte zu den Berlinern von Kollektiv Zona Dynamic, die in der Hauptstadt schon große Happenings und Ausstellungen mit internationalen Künstlern organisieren, obwohl sie gerade einmal Anfang Zwanzig sind. Auch dafür wird es jetzt eine umfassende Förderung durch Think Big Pro geben.

Insgesamt nimmt das Jugendaktionsprogramm jetzt sechs Teams für das nächste halbe Jahr in seine größte Förderstufe auf. Sie bekommen die Gelegenheit, der Gesellschaft etwas Gutes zu tun und richtige Geschäftsideen aus ihren Projekten zu entwickeln. Das Pro im Namen steht schließlich für „professionell“ – und nicht nur für Projekt.

1) FREIE THEATERJUGEND (Berlin)
Die freie Theaterjugend will Kindern und Jugendlichen aus allen Gesellschaftsschichten Theater und Literatur näherbringen. Das Theater soll vor allem jenen eröffnet werden, die bisher keinen oder kaum Zugang hierzu hatte. Für die regelmäßigen Treffen wird ein Raum benötigt. Die Produktionen für die nächsten Zeiträume stehen bereits fest.

2) DJING FÜR JUGENDLICHE (Hamburg)
Aus den regelmäßigen Veranstaltungen der Northern Schuffle & Jumpstyle Community entstand der Wunsch bei vielen Jugendlichen, selbst Musik für sich zu entdecken und vor allem die Chance zu haben, sich mit professionellem Equipment als DJ zu versuchen. Direkte Erfolgserlebnisse und Rückmeldungen bei Veranstaltungen geben Jugendlichen die Möglichkeit, neue Talente zu entdecken und aus sich herauszukommen, um damit auch Ängste und Rückschläge zu überwinden.

3) ZONA DYNAMIC (Berlin)
Zona Dynamic sind ein internationales Künstlerkollektiv, das mit wechselnden Künstlern Happenings organisiert. Der Austausch findet zwischen jungen Künstlern unterschiedlicher Profession und mit verschiedenen kulturellen Backgrounds statt. Gefördert werden junge KünstlerInnen, denen ohne die Unterstützung von Zona Dynamic die Realisierung solcher Projekte verwehrt bliebe. Bisher wurden bereits zwei große Ausstellungen in Berlin und Marrakesh mit 60 KünstlerInnen veranstaltet. Zona Dynamic bringt junge KünstlerInnen weltweit über kulturelle Normen und Grenzen zusammen.

4) GUTER GARTEN BOESE BRÜCKE (Berlin)
Guter Garten Boese Brücke bringt Kinder in urbanen Räumen echte Naturerlebnisse nahe. Stadtkinder sollen gerade in einer von Urbanität geprägten Gesellschaft den Wert der Natur erkennen lernen. Dafür dient der „Gute Garten“ als Veranstaltungsort und Plattform für Kinder und Jugendliche. Entstanden sind bereits erste Gartenelemente und Sumpfbeete und eine Sanddüne, die als Insekten- und Spinnenbiotop zum Entdecken einladen. Jetzt geht es darum, dass Projekt bekannt zu machen und mit den ersten Workshops loszulegen.

5) SOCIAL SEMINARS (Hamburg)
Social Seminars bieten Studienseminare und Studienorientierung für SchülerInnen der 9. bis 12. Klasse mit Migrationshintergrund an. Das Ziel ist es, analoge Seminare im gesamten Bundesgebiet zu organisieren, die durch lokale Organisationsteams geleitet werden. Social Seminars ist bereits sehr gut vernetzt und möchte jetzt ein zweitägiges Seminar in Hamburg sowie ein eintägiges Seminar in Mainz organisieren. Zudem sollen feste Strukturen geschaffen werden, beispielsweisen durch den Aufbau eines Online-Wissenmanagements.

6) O.N.E. – One Nation Experience (Hamburg)
O.N.E. dreht den Spieß um: Hier werden Menschen mit Migrationshintergrund zu Experten und Unterstützern. Mit ihren individuellen Erfahrungswerten bringen sie Wissen mit, dass in eigenen ehrenamtlichen Projekten umgesetzt werden soll. O.N.E. stärkt die gemeinsame Identität über gemeinsames Handeln und holt Menschen mit Migrationshintergrund sichtbar in das öffentliche Leben.

Mehr Informationen zu Think Big:

Pressemappe Think Big
www.think-big.org/pro
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