Ulrike Bünn (4.v.r.) war mit Telefónica Proniño in Nicaragua

Ulrike Bünn (4.v.r.) war mit Telefónica Proniño in Nicaragua

Elf Tage und 50 Kinder: Ein knappes Dutzend Kollegen aus Europa und Lateinamerika haben für Proniño ihre Schreibtische gegen freiwillige Projektarbeit im Norden von Nicaragua getauscht. Das Freiwilligenprogramm von Telefónica ist in 19 Ländern aktiv und die weltgrößte Initiative eines Privatunternehmens gegen Kinderarbeit. Ulrike Bünn und Heike Brätschkus kamen gerade von ihrem Einsatz zurück und berichten uns heute von ihren Erlebnissen mit den Freundschaftsbändern und den vertikalen Gärten – und was sie von den Einheimischen lernen konnten.

Somoto ist eine 20.000-Einwohnerstadt im nordwestlichen Hochland von Nicaragua, das an Honduras grenzt. Hier sollten unsere elf Telefónica-Mitarbeiter aus Deutschland, Spanien, Großbritannien und vier lateinamerikanischen Ländern (Brasilien, Kolumbien, Uruguay und Chile) für zwei Wochen an Proniño teilnehmen und zusammen mit den Einheimischen die kleine Schule Romelia Castellion auf Vordermann bringen.

„In der Schulklasse sind 30 Kinder zwischen fünf und 15 Jahren gemeldet – darunter auch Kinder mit Behinderungen, die alle zusammen am Unterricht teilnehmen“, erzählt Heike Brätschkus, Gruppenleiterin bei Service & Technology. „Als wir aber vor Ort die Arbeit für einen Gemüsegarten, für Schaukeln, einen Zaun und ein Fußballfeld aufnahmen, waren plötzlich um die 50 Kinder um uns.“ Die Kleinen kamen aus den umliegenden Orten und waren total neugierig auf die Fremden. Sie unterstützen teilweise gemeinsam mit ihren Eltern unsere Proniño-Teilnehmer tatkräftig bei ihrer Arbeit, damit die neuen Spielplätze auch den Ansprüchen der Schüler entsprechen würden.

Freundschaftsbänder: Mehr als ein Wollknäuel nötig

Pronino Telefonica FreundschaftsbänderBevor Heike nach Nicaragua kam, packte sie ein Set Freundschaftsarmbändchen in ihren Koffer. „Ich hatte das fertige Set in der Hoffnung gekauft, dass wir zusammen mit den Kindern die Bändchen knüpfen und uns so leichter annähern“, sagt Heike. Was sie nicht wissen konnte: Als sie die Packung in Somoto öffnete, reichte der Inhalt gerade mal für sieben Bänder – doch es standen 50 Kinder vor ihr. Um die Enttäuschung in den Kinderaugen zu vermeiden, stieg sie kurzerhand aufs Motorrad und fuhr in die Stadt.

Dort kauften sie einen Sack voll Wollknäule und kleine Perlen zum Einflechten. Zurück in der Schule fing Heike an, die Farben zu sortieren und die Knäule in lange Schnüre zu schneiden. Sehr lang saß sie nicht allein: In kürzester Zeit setzten sich immer mehr Kinder zu ihr und fingen an, ihre eigenen Bänder zu basteln. „Wir lachten und verschenkten die Freundschaftsändchen an andere Kinder – so verbrachten wir drei fröhliche Stunden zusammen.“

Nützlicher Müll: Neuer Garten aus leeren Flaschen

Neuer Nutzgarten mit Pronino

Heike (links), Jasmin und Ulrike (rechts) legten mit Ihren
Telefónica KollegInnen den neuen Nutzgarten an

Schon gewusst, dass man aus einigen leeren Flaschen einen ganzen Hängegarten bauen kann? Ein chilenischer Telefónica-Mitarbeiter zeigte, wie es geht: Man befestige mehrere Plastikflaschen, die mit Erde und Saatgut gefüllt sind, an einen Baum oder einem Balken. Bei guter Pflege wachsen dann sehr schnell die leckersten Kräuterpflanzen nach oben.

So ein vertikaler Garten sieht nicht nur wunderschön aus, er zeigt auch den Einheimischen, wie sie aus dem Müll der Plastikflaschen noch etwas Nützliches bauen können. „Diese einfache, aber praktische Lösung wäre uns wohl nie eingefallen“, sagt Ulrike Buenn, die in Deutschland die Unternehmensstrategie bei Telefónica vorantreibt. „Aber mit der Unterstützung unserer Kollegen haben wir wieder etwas dazu gelernt.“

Der neue Garten bietet aber nicht nur ein paar Kräuter. Weil Nicaragua eine extrem hohe Arbeitslosigkeit hat und in Regionen wie Somoto das Geld kaum ausreicht, um die Kinder in die Schule zu schicken und das Essensgeld zu zahlen, werden sich die Schüler mit dem neuen Garten selbst verpflegen. Sogar das nicaraguanische Fernsehen berichtete von der Gartenarbeit unserer Telefónica-Kollegen. „Wir legten zwar den Garten an und bewegten Unmengen von Erde bei brütender Hitze“, resümiert Ulrike. „Aber die Schüler werden diesen Garten zukünftig gemeinsam mit ihren Lehrern pflegen und weitere Pflanzen anbauen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt einer der Volunteers hier seine Leidenschaft für Agrarwissenschaft.“

Das nicaraguanische Fernsehen berichtet über Proniño von Telefónica

Weniger Hektik: Lektion aus Nicaragua

Gelassenheit in NicaraguaAuf die Frage, was Ulrike und Heike während ihres Aufenthaltes besonders beeindruckt hat, stimmen beide spontan überein: „Die Entspanntheit der Leute“, sagen sie. „In Deutschland bin ich ständig in Eile. Ich versuche, noch schnell über die gelbe Ampel zu kommen oder renne zur U-Bahn, damit ich bloß nie warten muss“, verrät Heike. In Nicaragua läuft das Leben aber anders und warten gehört mit dazu.

„Um den Garten zu bauen, brauchten wir beispielsweise Geräte wie Spitzhacke, Schaufel und Saatgut, die aber nicht vorrätig waren“, berichtet Ulrike. „Bevor den Anbau der Pflanzen beginnen konnten, mussten wir auf das Material warten.“ Das war eine echte Entschleunigung, die sie wieder auf den „Boden der Tatsachen“ brachte, sagen beide. „Wir können auch ohne Hektik weiterleben und sicher ist es auch gesünder, wenn wir uns nicht ständig verrückt machen lassen“, darin sind beide sich einig.

Als der Abschied nahte, waren alle Proniño-Teilnehmer traurig. „Auch wenn mein Spanisch gar nicht so gut ist, dass ich stundenlang reden könnte, kamen die Kids auf mich zu und drückten mich innig“, erinnert sich Heike. „Und das Besondere war: Sie taten das nicht, weil sie irgendetwas von mir erhofften, sondern weil sie es ehrlich fühlten. Das bewegte mich sehr.“ Zurück in Deutschland versuchen Ulrike und Heike nun, ihre entspannte Lebenseinstellung aus Nicaragua ein wenig zu bewahren und auch mal gelassen auf die Dinge zu warten.

Eindrücke von Ulrike Bünn und Heike Brätschkus, die mit Telefónica Proniño in Nicaragua unterwegs waren

Weitere Informationen

Informationen über Proniño auf den Seiten der Fundación Telefónica:
About Pronino

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