20131017-tk_marktstudie_610x285Das Jahr 2013 wird für die Mobilfunkbetreiber mit leichten Einnahmensteigerungen abschließen. Zu diesem Schluss kommt die am 16. Oktober vorgestellte Telekommunikations-Marktstudie vom VATM. Zu den stärksten Wachstumstreibern zählt nach wie vor die mobile Datennutzung – hier sehen Beobachter durch die zunehmende Smartphone-Verbreitung auch in Zukunft viel Potenzial.

Der Branchenverband VATM rechnet für die Mobilfunkanbieter im laufenden Jahr mit einem leichten Anstieg der Einnahmen: Ihr Umsatz soll sich nach Erhebungen des Verbands 2013 um 0,3 Milliarden Euro (1,2 Prozent) auf insgesamt 25,1 Milliarden erhöhen. Hierzu zählen die Umsätze der Netzbetreiber sowie der Service-Provider. Hier fließen allerdings unter anderem auch Umsätze aus Endgeräteverkäufen ein. Das erklärt den Unterschied zu den sinkenden reinen Serviceumsätzen, die die Netzbetreiber zuletzt in ihren Quartalsveröffentlichungen auswiesen. Laut der Studie macht der Anteil des Mobilfunks am gesamten deutschen TK-Geschäft 2013 bereits 42 Prozent aus – ein Prozent mehr gegenüber 2012. Beim Umsatz bleiben die Branchengrößen Telekom und Vodafone führend, danach folgen die E-Plus Gruppe und Telefónica O2.

Anders sieht es bei den Gesamtumsätzen der Telekommunikationsdienste aus. Diese werden 2013 wie bereits im vergangenen Jahr leicht rückläufig sein. Geschuldet ist diese Entwicklung einem weiteren Rückgang im Festnetzbereich. Dies geht aus der 15. Telekommunikations-Marktstudie des Beratungsunternehmens Dialog Consult und des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hervor.

Höchstwerte bei aktivierten SIM-Karten

Auch die Nutzungszahlen im Mobilfunk gehen nach oben und belegen: Das Mobiltelefon wird immer mehr zum selbstverständlichen Begleiter der Menschen. Alle relevanten Nutzungsarten legen im laufenden Jahr zu. Außerdem wird es 2013 nach einem Rückgang im Vorjahr durch erhebliche Ausbuchungen inaktiver Kunden bei den Betreibern wieder ein Plus bei den Kundenzahlen geben. 114,1 Millionen aktivierte SIM-Karten avisiert die Studie – rund eine Million mehr als im Vorjahr. Die stärksten Zugewinne sehen die Experten von Dialog Consult erneut bei E-Plus.

Mobile Datennutzung schnellt weiter nach oben

Stärkster Wachstumstreiber ist die mobile Internetnutzung. Das über Mobilfunknetze übertragende Datenvolumen wird bis Ende des Jahres 170,1 Millionen Gigabyte erreicht haben – ein Plus von knapp 30 Millionen Gigabyte oder 21 Prozent gegenüber 2012. Auf die vergangenen drei Jahre bezogen zeigt sich eine Steigerung des Gesamtvolumens um das Zweieinhalbfache. Mit diesem Geschäftsfeld machen die Anbieter aktuell 6,1 Milliarden Euro Umsatz – 2009 war es nicht einmal die Hälfte. Dennoch ist in diesem Segment weiterhin reichlich Luft nach oben, wenn diese Zahl in Relation zum Datenvolumen im Festnetz gesetzt wird: Laut Studie werden dort im laufenden Jahr 5,2 Milliarden Gigabyte übertragen.

Die mobile Datennutzung ist nicht zuletzt aufgrund der steigenden Verbreitung von Smartphones im Aufwind – ein laut Studie auch 2014 wichtiger Trend für die Branche. Hier wird von einem Anstieg des Kundenanteils von derzeit etwa 35 auf 45 bis 50 Prozent ausgegangen. Was die Verkaufszahlen betrifft, stehen Smartphones bereits klar an der Spitze: Wie der Branchenverband BITKOM in einer aktuellen Prognose mitteilt, werden 2013 über 80 Prozent aller verkauften Handys dieser Gattung zuzurechnen sein. In absoluten Zahlen werden bis Ende des Jahres rund 28 Millionen der mobilen Alleskönner den Weg zum Kunden genommen haben – 29 Prozent mehr als noch 2012. Bei E-Plus sind inzwischen sogar über 90 Prozent der verkauften Endgeräte Smartphones.

Licht und Schatten bei der guten alten SMS

Großer Beliebtheit erfreuen sich trotz der Konkurrenz durch Messaging-Apps nach wie vor SMS. 168,3 Millionen Kurznachrichten verschicken die Kunden im Durchschnitt jeden Tag – 5,4 Prozent mehr als 2012 (159,7 Millionen). Auch für Telefonate greifen die Nutzer verstärkt zu ihrem mobilen Begleiter: 309 Millionen Minuten lang sprechen sie 2013 pro Tag über eine mobile Verbindung, 2012 waren es 300 Millionen Minuten. Allerdings sorgen die sinkenden Preise für diese Services für insgesamt sinkende Umsätze in diesem Geschäftsfeld. Die SMS macht nur noch 30% der Nicht-Sprach-Umsätze der Betreiber aus – 2009 waren es noch knapp 50%.

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