MWC 2014 Logo

Der Mobile World Congress (MWC) stand in der vergangenen Woche ganz im Zeichen von Samsung. Das Galaxy S5 zog die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich und beim Unpacked-Event dürften 4.000 Leute gewesen sein. Wir haben eins der ersten Testgeräte in Deutschland und die O2 Gurus drehten damit gleich einen ausführlichen Videotest. Doch auch ganze neue Mobilfunklösungen und interessante Netztechnik gab es in Barcelona zu bestaunen, besonders bei Telefónica. Und einen richtigen Königssohn samt Prinzessin bekamen wir auch zu Besuch.

Unter dem Motto Creating What’s Next hatten sich auch in diesem Jahr Tausende Experten und Interessierte aus allen Ländern auf dem Mobile World Congress in Barcelona versammelt. Auch Telefónica war mit einem großen Stand in Halle 3 dabei und zeigte seine neuesten Lösungen für das digitale Leben der mehr als 320 Millionen Kunden. 2014 war bei uns alles smart: nicht nur die Phones, sondern auch Autos, Software, Netze und sogar Motorradhelme.

Smart Network: Virtualisierung und LTE-Roaming

Telefónica Stand auf dem Mobile World Congress

Telefónica Stand auf dem Mobile World Congress

Ohne Netz läuft heute nichts mehr. Das Internet beeinflusst alle Bereiche unseres täglichen Lebens und wir sind always on. Selbst Brillengestelle und Kleidungsstücke werden heute angeschlossen und starten auch gern einmal eine Live-Übertragung per Video. Diese sogenannten Wearables waren ein echter Hingucker am Stand von Telefónica.

Doch damit immer ausreichend Bandbreite für solche Anwendungen bereitsteht, muss das Netz sich schnell den neuesten Anforderungen anpassen. Telefónica setzt dafür auf die komplette Virtualisierung aller Netzebenen. „Aus den Spaghettis wird eine Lasagne“, heißt der Spruch im Netzwerk-Bereich. Das bedeutet: Alles wird zu Software. Statt fester Kabel, die Telefongespräche auf den immer denselben Routen übertragen, gibt es nur noch die Schichten des Software-defined Networking für die Network Functions Virtualization. So lassen sich neue Services und Funktionen viel schneller ausrollen. Selbst der Umstieg auf 5G benötigt damit vielleicht nur noch ein Software-Update, schreiben die Experten von GigaOM.

Telefónica gehört zu den ersten Netzbetreibern, welche die neue Technik einsetzen – und auch bei LTE gab es auf dem Mobile World Congress eine Premiere: Endlich Roaming! Bei Reisen ins Ausland müssen die schnellsten Smartphones bisher noch auf den langsameren 3G-Standard umschalten. Doch während des MWC lief der weltgrößte Test für LTE-Roaming. Die Kunden von 15 Netzbetreibern aus der ganzen Welt konnten in Spanien genauso schnell surfen wie zu Hause. Schon am Flughafen erreichten wir mehr als 50 Megabit pro Sekunde mit der SIM-Karte von O2.

Smart Car: Tesla drückt auf die Tube

11 Telefonica MWC 2014 Tesla Connected CarÜberhaupt war Geschwindigkeit wieder ein großes Thema in Barcelona. Unsere Testfahrten im neuesten Elektromobil von Tesla verursachten regelrechte Bauchschmerzen.

Wenn der Fahrer auf das Gaspedal trat, war das wie eine Abfahrt auf der Achterbahn. So schnell beschleunigt das Model S P85+ mit 416 PS, das als Beispiel für die vernetzten Autos der Zukunft diente.

Gemeinsam mit dem besten Elektro-Auto-Hersteller der Welt zeigen wir die Vorteile der Connected-Car-Technik. „Ein echter Flitzer“ mit einem „Feuerwerk an Internet- und Multimedia-Funktionen“, urteilte der Reporter von BILD.de und war beeindruckt von dem riesigen Touchscreen für Google Maps, Internet-Radio, Websurfen und zum Öffnen des Sonnendachs.

Smarter Helm: Motorrad-Navi mit Stimme steuern

29 Smart Helmet MWC 2014

Schon in sechs Jahren sollen fast alle Autos solche Funktionen bieten. Dann werden 90 Prozent aller Fahrzeuge mit einem Internet-Zugang ausgerüstet sein, sagt der Connected Car Industry Report von Machina Research.

Bis 2019 soll ein Markt entstehen, der 132 Milliarden Dollar groß ist. Und wer ist in der besten Position, um all diese Autos zu vernetzen? Internationale Netzbetreiber wie Telefónica mit eigenen Netzen in 24 Ländern und mehr als 700 Roaming-Partnern.

Spätestens dann wird diese Entwicklung auch bei den Motorradfahrern angekommen sein. Telefónica entwickelt bereits jetzt einen smarten Helm, der Leben retten kann, indem er Unfälle automatisch an die Rettungsstelle meldet. Außerdem hat er ein Mikrofon eingebaut, mit dem man das Navigationssystem steuern kann, und das Soundsystem klingt richtig räumlich mit seinen vielen Lautsprechern: Wenn die Biker sich über die Mobilfunkverbindung unterhalten, kommt die Stimme von dort, wo der Sprecher gerade fährt.

Smart Phone: Firefox OS und Samsung Galaxy S5

Das ist die nächste Stufe: Der Mobilfunk zieht in alle Arten von Geräten ein. Doch auch die Smartphones entwickeln sich immer noch rasend schnell weiter. Beim MWC präsentierten Telefónica und Mozilla die jüngsten Fortschritte des gemeinsam entwickelten Firefox OS. Ganze acht neue Geräte mit dem HTML5-Betriebssystem bekamen wir in Barcelona zu sehen. Auch ein Tablet wurde vorgestellt und das günstigste Firefox-Smartphone soll nur 25 Dollar kosten. Noch in diesem Jahr soll das mobile Mozilla-Betriebssystem auch bei Telefónica in Deutschland verfügbar sein.

Vorher schauen wir uns aber das Samsung Galaxy S5 an. Hier kommt endlich unser Video von de O2 Gurus:

Smart Security: Latch riegelt gegen Hacker ab

José María Álvarez-Pallete (links), COO Telefónica S.A. und Chema Alonso, CEO Eleven Paths, auf dem MWC 2014 Foto: Arduino Vannucchi

José María Álvarez-Pallete (links), COO Telefónica S.A.
Chema Alonso, CEO Eleven Paths

Mit dem Smartphone lässt sich heute schon fast alles steuern. Deswegen ist es nur konsequent, was unser oberster Hacker damit macht: Chema Alonso aus Telefónicas Tochterfirma Eleven Paths präsentierte in Barcelona seine neueste Sicherheitslösung. Latch riegelt den Account ab.

Eine Software auf dem Smartphone dient als Fernbedienung für E-Mail, Online-Banking und anderes Services, die ein Passwort benötigen. Der Mann mit der Wollmütze testet sonst eigentlich die Sicherheit von Unternehmensnetzen, indem er eindringt und die Schwachstellen aufdeckt. Doch nun hat er ausgeklügeltes System erfunden, mit dem Logins sich einfach schlafen legen und für niemand nutzbar sind.

Solang die Software auf dem Smartphone es nicht erlaubt, ist das Einloggen auf Websites verboten, die Latch als zweite Sicherheitsebene verwenden. Es wird einfach kein Passwort angenommen. Das ist die beste Absicherung gegen Angriffe per Brute Force oder Wörterbuch-Attacken, bei denen Hacker oft stundenlang Buchstabenkombinationen ausprobieren, bis sie endlich drin sind. Die App gab es bereits für Android und iOS und seit dem MWC ist sie auch für Firefox OS und Windows Phone verfügbar. Telefónica sichert damit schon seine spanische Movistar-Website und den Cloud-Services Acens ab. Auch Universitäten wurden als Nutzer gewonnen.

Smart King: Thronfolger Felipe mit Letizia beim MWC

Kronprinz Felipe mit Ehefrau Letizia am Telefonica Stand auf dem MWC 2014

Kronprinz Felipe mit Ehefrau Letizia am Telefonica Stand

So viele Neuigkeiten lockten jede Menge Besucher an den Stand von Telefónica. Das Gedränge war meistens so dicht, dass kaum ein Platz zum Fotografieren blieb. Doch auf einmal wurde es richtig eng.

Dutzende von Kamerateams rückten an und die Reporter schoben sich gegenseitig aus dem Weg. Jeder wollte vorn stehen und am meisten sehen. Bodyguards drängten die Menge zurück. Uniformierte eilten herbei. Männer groß wie Schränke murmelten hektisch in ihre kleinen Mikrofone. Sie warteten auf Anweisungen über den Knopf im Ohr.

Was war passiert? Der Kronprinz war im Anmarsch: Felipe Juan Pablo y Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia und seine wunderschöne Ehefrau Letizia gaben sich die Ehre eines Besuches am MWC-Stand. Sie waren vor allem an den Fortschritten von Telefónicas Stundentenprogramm Talentum interessiert.

Doch den Tesla wollte der Prinz mit dem langen Namen auch unbedingt ansehen.

Abseits: Julius Korn für Think Big beim MWC

Julius Korn MWC 2014
Mit Think Big konnte Julius Korn seine Idee einer Online-Plattform für Freizeitkicker verwirklichen. Nun hatte er die Gelegenheit, mit Think Big zum MWC zu fahren. Dort ließ er sich von den neuesten digitalen Trends inspirieren und möchte diese Eindrücke nutzen, um sein eigenes Projekt wo-wird-gekickt.de auf die nächste Ebene zu heben. Hier kommt sein Bericht:

Wenn man im Vorfeld des Mobile World Congress die Berichtserstattung verfolgt hat, war man schnell auf gewisse Themen gepolt. Die Medien und Blogs beschreiben fast ausschließlich die Aktivitäten von Technik-Giganten wie Samsung, Sony oder Nokia. Doch macht das den Charakter der Messe aus?

Ich bin abseits der großen Bühnen auf die Suche gegangen:

Keine Frage, die Präsentationen von neuer Mobilfunktechnik sind sehr interessant und imposant inszeniert. Ich interessiere mich sehr für die Weiterentwicklungen. Doch gibt es neben den täglichen Technikwunderwerken auch andere Highlights zu entdecken: Unser Think Big-Team hat den Messestand eines spanischen Unternehmens besucht, welches vor allem für „Education-Software“ bekannt ist. Diese wird für verschiedene Schulen in Spanien entwickelt. In einem separaten Interview trafen zwei von uns den CEO und erfuhren mehr über diese Sparte. Für mich war die Präsentation der Technik sehr interessant, die es Menschen mit Konzentrationsschwächen ermöglichen soll, diese zu trainieren. Dabei misst die Software die Hirnströme und in einem Spiel bekommt der angeschlossene Nutzer Punkte, sobald er sich konzentriert. Eine zusätzliche Brille lässt den „Spieler“ das Ganze hautnah miterleben.

Eine Halle weiter präsentierten Firmen die Technik hinter den großen Produkten. Dort wurden z.B. Grafikchips dargestellt. Ich finde Stände, an denen man Technik erlebt, immer sehr inspirierend, denn sie motivieren junge Menschen dazu, sich für diese Themen zu interessieren. Und sie zeigen wodurch Smartphones und Tablets im Stande sind das zu leisten, was uns Nutzer so begeistert. Weitere spannende Techniken waren mobile Adapter. Eine asiatische Firma bot Cases an, mit denen man auch im „Nachhinein“ sein Telefon mit einem Fingerabdruck-Scanner aufrüsten kann.

4 Years From Now: Whatsapp statt Jobsuche

Abseits der großen Messehallen besuchte ich die Veranstaltung 4 years from now. Auf unterschiedlichsten Ebenen wurde vorgestellt, wie unsere Welt in Sachen Technik in vier Jahren aussehen kann. Viele Startups stellen ihre Projekte und Ideen vor, das verlieh dem zweiten Messetag einen ganz besonderen Charakter. Lösungen für das fachgerechte Konsultieren von Ärzten, neue Ansätze für soziale Netzwerke oder das Erstellen von Partys und Events – alles war dabei. Dazu passend präsentierten sich viele Förderprogramme von großen Firmen, die es Projekten nach erfolgreicher Aufnahme ermöglichen enorm zu wachsen.

Jan Koum WhatsApp GruenderEin Gast stahl allen Experten die Show: Jan Koum, der Gründer von WhatsApp besuchte die Messe und stellte sich fast eine halbe Stunde lang den Fragen des Publikums. Er erzählte von der Entstehung WhatsApps und wieso er dieses entwickelte (Frei übersetzt: „Ich war auf der Suche nach einem Job“).

Natürlich drehte sich auch viel um den Kauf von WhatsApp durch Facebook und wie es nun mit WhatsApp weitergehen würde. Zusätzlich kündigte Jan Koum an WhatsApp noch dieses Jahr mit einer kostenlosen Telefon-Funktion ausstatten zu wollen. Hört sich zumindest in der Theorie ziemlich praktisch an.

Der Tag brachte insgesamt viele Eindrücke und Geschichten zu jungen Unternehmern und Projekten, die hart für ihren Erfolg arbeiten und vor Ort durch WhatsApp ein großes Vorbild sahen, welches erfolgreich ein weltumspannendes Unternehmen wurde. Ich selbst habe während der Messe auch oft an mein Projekt gedacht und mich gefragt, wie es diesem wohl in vier Jahren gehen wird. Es müssen ja nicht gleich 19 Mrd. beim Verkauf sein, doch ein Messestand auf dem MWC 2018 wäre schon toll!

Weitere Informationen:

Mobile World Congress im Web
Ausstellerliste auf der MWC
Messegelände MWC

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