20140623-ml2_teaser_775x362-775x362cAktuell lädt die laufende WM wie kein anderes Event dazu ein, das TV-Erlebnis mittels Second Screen online zu verlängern. Die Digitalisierung wirkt auf Sportereignisse, sie erweitert das Informationsangebot um Liveticker, Spielaufstellung oder statistische Daten in Echtzeit. Das Smartphone oder Tablet als Second Screen ist damit eine wertvolle Nachrichtenquelle, die  – anders als das Fernsehen – erheblich mehr Informationen ins Stadion oder nach Hause liefert.

Es ermöglicht darüber hinaus den direkten Dialog mit Gleichgesinnten. Über den Einfluss dieses Angebots auf das Eventerlebnis unterhielten sich in der vergangenen Woche unter anderem Waldemar Hartmann (Journalist & Sportreporter), Esther Sedlaczek (Moderatorin Sky) und Lucas von Cranach (CEO onefootball) im Rahmen der „Mobile Living“-Reihe im Berliner BASE_camp.

Entwickelt sich das Fernsehen mit Hilfe des Second Screen tatsächlich vom Sende- zum Dialogmedium? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Wahrnehmung von Live-Sportereignissen? Und bietet der Second Screen einen Mehrwert für das Zuschauererlebnis? Diese und andere Fragen diskutierten die Experten mit TV-Moderator Ali Aslan.

Second Screen: Kontroverser Meinungsaustausch der Experten

Ist der Second Screen eine Bereicherung? Darüber diskutierten in der vergangenen Woche die Experten.

Ist der Second Screen eine Bereicherung?
Darüber diskutierten in der vergangenen Woche die Experten.

Für Robert Fritze, Creative Director bei Sinner Schrader Mobile, ist der Second Screen bereits der First Screen: „Das Sportereignis im TV verfolge ich nur nebenbei. Meine Hauptaufmerksamkeit gilt dem Smartphone oder Tablet“. Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek sieht im Second Screen dagegen vorwiegend eine unterstützende Funktion: „Zusätzliche Infos wie Spielstatistiken können extrem bereichernd sein. Andererseits sind die digitalen Medien aber dann eine Gefahr, wenn Nutzer niveaulose Kritik und Kommentare unter dem Deckmantel der Anonymität auf Kosten anderer abgeben.“ Laut Georg Poetzsch, Stadionsprecher des DFB, steckt im Second Screen viel Potential für die Fan- und Vereinsarbeit: „Heute ist Fußballgucken nur noch ein Teil des Ganzen. Der Second Screen erlaubt es uns, die Fans besser als je zuvor thematisch abzuholen und so die Bindung der Fans zum Team weiter zu erhöhen“.

Nach Auffassung von Waldemar Hartmann dürfe der Second Screen eine Sportveranstaltung aber nicht völlig dominieren. Ansonsten leide die direkte Kommunikation zwischen den Menschen: „Und doch sind soziale Kanäle wie Twitter oder Facebook für uns Reporter und Moderatoren auch wieder sinnvoll, weil man die Stimmungslage der Zuschauer dadurch im laufenden Programm besser berücksichtigen kann“, so Hartmann. Lucas von Cranach, CEO der Onefootball GmbH, verweist hier auf  die Schwarmfunktion im Dialogmedium Second Screen: „Die Informationsflut darf nicht manipulativ wirken. Ein Beispiel sind Umfragen, bei denen das Ergebnis schon vor der eigenen Abstimmung sichtbar ist“.

Insgesamt schloss die 45-minütige Diskussionsrunde am Ende ein positives Fazit: das Thema Second Screen bietet erhebliches Potential für Nutzer, Fans, Vereine, Werbetreibende, Entwickler und Sponsoren. Diese Möglichkeiten gilt es zukünftig sinnvoll zu nutzen.

Second Screen stark im Kommen

Die aktuelle Fußball-WM ist ein Sportereignis mit ausgeprägter Second-Screen-Nutzung: Fast jeder dritte Zuschauer wird sich über mehr als ein Gerät über Neuigkeiten und Highlights der Fußball-WM informieren. 15 Prozent werden sogar drei oder mehr Geräte benutzen. Zu diesem Ergebnis kam das Marktforschungsinstitut Innofact bei einer internetrepräsentativen Umfrage unter 1.000 Usern.

Demnach wird fast ein Zehntel der jüngeren Zuschauer zwischen 16 und 34 Jahren Live-Spiele auf mehreren Geräten verfolgen. Für Zusammenfassungen werden sogar 23 Prozent aus dieser Altergruppe mehrere Geräte nutzen. Bei den 35- bis 49-Jährigen sind es nur 14 Prozent.

Über die Mobile Living Reihe der E-Plus Gruppe

„Mobile Living“ ist ein bunt besetztes, innovatives Erlebnisformat, das aus verschiedenen Perspektiven auf jeweils einen Einsatzbereich digitaler Anwendungen blickt. Zu der Veranstaltungsreihe im Berliner BASE_camp kommen Vertreter und Leader des digitalen Wandels zusammen, um über unterschiedliche Aspekte des mobilen Lifestyles zu diskutieren: von Digital Health bis Smart Home. Dabei richten sie sich an den Interessen der Digital Naturals von heute aus, die diese Anwendungen ganz natürlich in ihren mobilen Alltag integrieren. Anschließend haben die Gäste – ganz im Sinne des erlebnisorientierten Konzepts – die Möglichkeit, thematisch passende Gadgets aktiv und vor Ort auszuprobieren.

Esther Sedlaczek und Waldemar Hartmann diskutierten den Second Screen.

Esther Sedlaczek und Waldemar Hartmann diskutierten den Second Screen.

Anlässlich der WM diskutierten kontrovers zum Thema „Die Digitalisierung der Fanzone“ (v. l. n. r.): Lucas von Cranach (CEO Onefootball), Sportreporter-Legende Waldemar Hartmann, TV-Moderator Ali Aslan, Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek, Robert Fritze (Creative Director Sinner Schrader) und Medienexperte Jo Groebel.

Anlässlich der WM diskutierten kontrovers zum Thema „Die Digitalisierung der Fanzone“ (v. l. n. r.): Lucas von Cranach (CEO Onefootball), Sportreporter-Legende Waldemar Hartmann, TV-Moderator Ali Aslan, Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek, Robert Fritze (Creative Director Sinner Schrader) und Medienexperte Jo Groebel.

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