Lebenszyklus eines Handys: Rohstoffgewinnung, Produktion, Nutzung, Entsorgung

Lebenszyklus eines Handys: Rohstoffgewinnung, Produktion, Nutzung, Entsorgung

Berlin, IZMF. Nur 18 bis 24 Monate verwenden deutsche Handynutzer im Durchschnitt ihr Mobiltelefon, bevor sie es gegen ein neues Modell austauschen. Oft wandert das noch funktionsfähige Altgerät ungenutzt in die Schublade. Der kurze Gebrauch und das Aufbewahren alter Handys belasten die Umwelt. Wie man sein Mobiltelefon umweltfreundlich nutzen kann, erklärt das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF).

Wer sein Mobiltelefon so lange verwendet, bis es wirklich kaputt ist, leistet vermutlich den größten Beitrag zu einem nachhaltigen Gebrauch. Technisch gesehen ist das mehrere Jahre möglich. Doch es gibt weitere Möglichkeiten, das Handy umweltschonend einzusetzen: Eine Schutzhülle bewahrt das Gerät vor Kratzern und Stößen. Sollte es doch einmal herunterfallen, können kleinere Defekte oft problemlos repariert werden. Um den gerade bei Smartphones sehr hohen Stromverbrauch zu reduzieren, ist es ratsam, nicht benötigte Anwendungen vorübergehend zu deaktivieren. Bei langen Leerlaufzeiten sollte das Telefon komplett ausgeschaltet werden. Auch das Ladegerät ist ein Stromfresser – wird es nicht benötigt, sollte es aus der Steckdose gezogen werden.

Handykauf unter Umweltaspekten

Wird ein neues Modell benötigt, können Nutzer ökologische Aspekte in die Kaufentscheidung einbeziehen. Sie können sich auf den Internetseiten der Hersteller darüber informieren, wie viel Strom das gewünschte Gerät verbraucht, wie hoch der Anteil recycelter Materialien ist und auf welche Chemikalien bei der Herstellung verzichtet wurde. Die faire und ökologisch nachhaltige Produktion von Mobiltelefonen wird von verschiedenen Projekten und Initiativen gefördert. Mit dem Fairphone ist seit letztem Jahr zum Beispiel das erste weitgehend aus konfliktfreien Rohstoffen gebaute Handy erhältlich.

Gut für die Umwelt und den Geldbeutel sind außerdem SIM-only-Tarife, bei denen man vom Netzbetreiber nur eine neue SIM-Karte erhält und sein altes Handy weiterverwenden kann. Idealerweise verfügt das neue Mobiltelefon über einen auswechselbaren Akku und kann mit einem Universal-Netzteil aufgeladen werden. Diese Ladegeräte sind etwas teurer, halten aber deutlich länger und können von mehreren Personen genutzt werden.

Wer sich ein neues Handy zulegt, sollte gleichzeitig sein Altgerät fachgerecht entsorgen lassen. Dazu gibt man das ausrangierte Mobiltelefon bei Netzbetreibern, Herstellern, kommunalen Sammelstellen oder im Rahmen von Sammelaktionen ab. Durch das Handyrecycling kann ein Großteil der im Mobiltelefon enthaltenen Rohstoffe wiederverwertet und die Umwelt entlastet werden. Denn für die Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Mobiltelefons werden viele Ressourcen eingesetzt: Der „ökologische Rucksack“ eines Handys dient als Maßstab für den Naturverbrauch. Ein rund 80 Gramm schweres Mobiltelefon hat einen ökologischen Rucksack von über 75 Kilogramm – er übersteigt das Eigengewicht des Gerätes damit um fast das Tausendfache.

Weitere Informationen zur umweltfreundlichen Handynutzung und zum Handyrecycling gibt es auf der IZMF-Seite unter www.izmf.de/de/content/das-handy-nachhaltig-nutzen.

Wer sich in bundesweiten Aktionen für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen will, kann noch bis zum 29. Juni 2014 im Rahmen der „Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit“ aktiv werden. Schulen, Unternehmen, NGOs, Institutionen und Bürger können sich mit eigenen Veranstaltungen beteiligen oder Events in ihrer Nähe besuchen. Weitere Informationen und alle Projekte sind online unter www.aktionstage-nachhaltigkeit.de/ einsehbar.

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