connected car report m2m

Telefónica hat seinen Connected Car Industry 2014 Report vorgestellt. Die neue Ausgabe der Studie über die Automobilindustrie belegt das große Interesse von Endkunden an der Internet-Nutzung im Auto. So sagten beispielsweise 71 Prozent der befragten Fahrer, dass sie Connected-Car-Services bereits verwenden oder daran interessiert sind. Besonders die erhöhte Sicherheit, Frühwarnsysteme, bessere Navigation und intelligente Versicherungen werden als Vorteile benannt.

2014 wird das Jahr des vernetzten Autos, das zeigte schon der Mobile World Congress im Februar. Wenig später wurde auch bekannt, dass Tesla sich entschieden hat: Der weltweit führende Hersteller von Elektroautos bezieht die mobilen Internetzugänge für sein Tesla Model S in Europa von Telefónica und seinen Partnern aus der M2M World Alliance. Schon in sechs Jahren sollen 90 Prozent aller Neuwagen so vernetzt sein, das hatte bereits die vorherige Ausgabe des Connected Car Industry Report gezeigt. Er enthielt die Gedanken von acht der weltgrößten Automobilhersteller und Analysten von Machina Research über die Zukunft der Fahrzeugbranche. Und die neuen Zahlen von 2014 belegen jetzt auch, wie groß der Wunsch der Endkunden nach solchen Lösungen ist. Dafür wurden mehr als 5.000 Autofahrer in Deutschland, Großbritannien, Spanien, USA und Brasilien befragt.

Kundenwunsch: Internet im Auto so schnell wie daheim

Für etwa die Hälfte aller befragten Fahrer sind vernetzte Funktionen eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für den nächsten Autokauf. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, das Smartphone mit der Bordelektronik zu koppeln. „Betrachtet man das Thema aus der Perspektive der Fahrer, dann besteht eindeutig Nachfrage nach vernetzten Services im Auto“, erklärt Pavan Mathew, Global Head of Connected Car im Telefónica-Konzern. „Die Leute sind bereit dafür, obwohl wir doch gerade erst die Startlinie hinter uns lassen. Für den weitreichenden Roll-out bestehen aber immer noch Herausforderungen.“

Connected Car Industry 2014 Report: Warum jetzt das Zeitalter der vernetzten Autos beginnt

Für die Zukunft erwarten 80 Prozent der Verbraucher das gleiche Connectivity-Erlebnis im Fahrzeug, das sie bereits von zu Hause, vom Büro und von unterwegs gewöhnt sind. Dabei erwarten sie, dass besonders Bereiche wie Sicherheit, Navigation, Frühwarn- und Diagnosesysteme sowie Versicherungen weiter ausgebaut werden. Fast drei Viertel der befragten Fahrer (73 Prozent) sind Funktionen für mehr Sicherheit und für die Diagnose ihrer Fahrzeuge am wichtigsten. Die Mehrheit von 60 Prozent zieht es außerdem vor, die vernetzten Funktionen im Auto über das Armaturenbrett zu nutzen. Das gilt besonders für Navigation sowie für Sicherheits- und Diagnosefunktionen.

Neue Zeiten: Eigenes Auto kommt aus der Mode

Ganze 35 Prozent aller befragten Fahrer gehen bereits jetzt davon aus, dass sie in 20 Jahren gar kein eigenes Auto mehr besitzen. Stattdessen werden sie alternative Modelle wie Carsharing nutzen. Bei den bevorzugten Abrechnungsmethoden für die Vernetzung im Auto gibt es aber globale Unterschiede: Die meisten spanischen Fahrer (49 Prozent) favorisieren eine Einmalzahlung, während jene aus den USA, Großbritannien und Deutschland einfach nur einen Internet-Zugang im Auto wollen, zu dem sich dann weitere Leistungen hinzu zu buchen lassen.

Der Connected Car Industry 2014 Report von Telefónica beruht auf Daten aus unabhängiger Feldforschung sowie Beiträgen von sechs der weltgrößten Automobilhersteller. Bereits im Vorjahresbericht von 2013 rechneten die Forscher damit, dass die Anzahl der Fahrzeuge mit eingebauter Konnektivität von zehn Prozent des Gesamtmarktes im Jahr 2013 auf 90 Prozent im Jahr 2020 steigen würde. Der zweite Report liefert nun weitere Erkenntnisse über Verbraucherinteressen, Möglichkeiten, Herausforderungen und neue Trends im Automobilsektor.

Die besten Zitate: Nano-Autos wechseln die Farbe

Der Connected Car Industry 2014 Report von Telefónica beinhaltet Zitate und Erkenntnisse von sieben Experten aus der Industrie, beispielsweise diese:

Pavan Mathew

„Viele Verbraucher stellen sich unter Connected-Car-Angeboten Begriffe wie Infotainment und WLAN vor. Dies ändert sich jedoch, sobald ihnen die große Bandbreite an Möglichkeiten bewusst wird, die diese Technologie mit sich bringt. Sicherheit und Diagnostik scheinen die beliebtesten Funktionen zu sein. Das zeigt, wie wichtig Faktoren wie Verkehrssicherheit und Fahrzeugwartung bei der Kaufentscheidung sind.“

„Wir erwarten, dass sich Connectivity im Laufe der nächsten Jahre langsam in die Fahrzeuge einschleicht. Aber eine Explosion wird es wohl in den nächsten 12 Monaten eher nicht geben. Der Grund sind die sehr komplexen Herausforderungen, welche die Connectivity noch lösen muss.“

„Zwar haben Erstausrüster noch einiges vor sich, bevor sie aus ihrer traditionellen Rolle als Hersteller ausbrechen und umfassende Anbieter von Connected-Leistungen werden können. Eine starke, verlässliche Grundlage, auf der sie aufbauen können, haben sie jedoch bereits.“

Pavan Mathew, Global Head of Connected Car von Telefónica

John Ellis

„Selbstbestimmtheit hat ganz offensichtlich Auswirkungen auf den Besitz von Fahrzeugen. Als 110 Jahre alte Firma nehmen wir beim auch Ausblick auf die nächsten 100 Jahre unser Erbe selbstverständlich besonders ernst. Dennoch denke ich, dass im nächsten Jahrzehnt das Thema Selbstbestimmtheit zumindest ein Stück weit vom Einsatz smarter Technologien und Materialien in Autos überschattet werden wird – zum Beispiel von Materialien, die Wasser abweisen, Licht brechen oder die Farbe wechseln.

Darüber hinaus denke ich, dass wir einige sehr spannende Dinge rund um das Thema elektromechanischer Nanomaterialien zu sehen bekommen werden, mit denen man sich selbst formende Kreisläufe und selbst-morphende Materialien gestalten könnte. Diese Fortschritte verändern unsere Wahrnehmung dessen, wie Form und Wesen von der Umwelt beeinflusst werden. Unser derzeitiges Verständnis der Dimension von Physikalität wird umgekrempelt.“

John Ellis, Global Technologist und Leiter des Ford Developer Program, Ford Motor Company

Ian Digman

„Wir haben erkannt, dass Verbraucher das Bedürfnis haben, im Auto dasselbe Maß an Connectivity zu genießen, wie wenn sie die Straße herunterspazieren, auf dem Sofa lümmeln, oder im Bus sitzen. Nur weil sie zwei, drei Stunden täglich im Auto verbringen, wollen sie nicht von ihrem normalen Leben abgeschnitten sein.“

Ian Digman, General Manager, Nissan


 
 

Henry Bzeih

„Ich sehe, dass sich der Bereich der Telematik, massiv ausweitet – und sich von der Berichterstattung über den Zustand von Fahrzeugen, Sicherheit und Unfallberichten hin zu aktiven und automatisierten Faktoren entwickelt. Ich glaube außerdem, dass die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug in den nächsten fünf Jahren rapide wachsen wird.

Das Schöne an dieser Technik ist, dass solche Kommunikationsprotokolle für eine Vielzahl anderer Dienste jenseits der Fahrzeugkommunikation verwendet werden können. Das bedeutet, dass sie auch einer breiteren Infrastruktur zu Gute kommen.“

Henry Bzeih, Chief Technology Strategist, Kia Motors

Greg Ross

„Uns geht es darum, Autos zu besseren Fahrzeugen zu machen. Wenn wir mit Kunden über Connectivity sprechen, sagen sie, sie erwarten von einem Auto einfach, dass es die Dinge können soll, die Autos nun mal können sollen. Autos sollen sicherer, intelligenter und sparsamer sein.

Für Erstausrüster bedeutet Connectivity die Möglichkeit, darüber nachzudenken, Produkte für Kunden erschwinglicher zu machen oder die Kosten für den Unterhalt eines Fahrzeugs zu reduzieren. Sie könnten beispielweise Tipps für spritsparendes Autofahren geben oder Kunden dabei helfen, das günstigste Angebot für Benzin oder die energieeffizienteste Route zu bestimmen.

Kann ich Kunden dabei helfen, an den Versicherungskosten zu sparen, indem ich ihnen Daten für Versicherungen auf Verbrauchsbasis oder nach dem Pay-as-you-drive-Modell bereitstelle? Das sind Fragen, über die wir nachdenken sollten.“

Greg Ross, Director of Product Strategy and Infotainment, General Motors

Komplett-Ausgabe: Connected Car Industry 2014 Report

Connected Car Branchenbericht 2014 (englisch)

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  1. atkearney361grad.de: Deutschland 2064 Connected Car - Deutschland 2064
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