20140912-tw_mobilewallet_5-775x362cDie Mobile Wallet ist bequem, denn mit dem Smartphone als Alltagsbegleiter hat man die digitale Brieftasche immer dabei. Einmal etabliert, wird die komfortable Art zu zahlen Teil des Alltags, wie Beispiele aus anderen Teilen der Welt zeigen. Einige Mobile-Wallet-Apps integrieren neben einer Bezahlfunktion auch Mitgliedskarten, Coupons und Treueprogramme.

Solche Ansätze steigern ohne Zweifel Attraktivität und Akzeptanz mobiler Bezahllösungen. Das Thema Mobile Wallet – also die digitale Brieftasche – befindet sich in Deutschland noch in der Anfangsphase, oftmals wird es gleichgesetzt mit dem Thema „Mobile Payment“.

Doch getrieben durch die steigende Anzahl an Smartphones nimmt die Entwicklung an Fahrt auf: Inzwischen greift fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Smartphone-Nutzer hin und wieder zu Mobile-Wallet- bzw. Mobile-Payment-Lösungen und knapp 38 Prozent erwägen bereits den zukünftigen Einsatz1 dieses modernen Portemonnaie-Ersatzes. Außerdem shoppt mehr als die Hälfte der Smartphone-Nutzer inzwischen mobil im Internet. 2013 waren es erst 40 Prozent2. Dieser Trend spiegelt sich auch in den mobilen, digitalen Dienstleistungen auf dem Smartphone oder Tablet wider: In den vergangenen Jahren haben Zahlungen über Payment-Dienstleister beständig zugelegt, mittlerweile haben Anbieter wie PayPal traditionelle Zahlweisen per Kreditkarte oder Rechnung überholt – mit einem Anteil von rund 50 Prozent im Vergleich zu 37 Prozent bei Kreditkarten & Co. im Jahr 20142.

Mehr als nur bezahlen: Verbraucher wünschen zusätzliche Services

Wallets wie die BASE Wallet setzen sich allmählich weltweit durch.

Wallets wie die BASE Wallet setzen sich allmählich weltweit durch.

Um die Akzeptanz mobiler Bezahllösungen auf Verbraucherseite zu erhöhen, spielen zusätzliche Services eine große Rolle: Rabatte und Treueprogramme externer Partner und die Möglichkeit, Mitgliedskarten zu verwalten – „Mobile Wallets“ wie die BASE Wallet bieten einen deutlichen Mehrwert und werden häufiger genutzt. Ein Beispiel dafür ist die Mobile Wallet von Starbucks, eine der am meisten aufgerufenen Bezahl-Apps in den USA: Die Anwendung ermöglicht es, den Einkauf zu bezahlen, Trinkgeld zu geben, den nächstgelegenen Shop zu finden und Punkte im Starbucks-Belohnungs-System zu sammeln. Rund zehn Millionen Kunden nutzen die App und generieren so etwa fünf Millionen Transaktionen pro Woche3.

Während in den USA die Starbucks-App ihre Services auf das eigene Unternehmen beschränkt, ist die Isis Mobile Wallet dort eine Shop-ungebundene Komplettlösung ähnlich der neuen BASE Wallet. Die App ist ein Gemeinschaftsprodukt der US-amerikanischen Mobilfunkunternehmen AT&T Mobility, T-Mobile USA und Verizon Wireless: Sie integriert eine Bezahlfunktion via NFC, Bonus- und Mitgliedskarten sowie Coupons. Und auch dieser App gelang es, die Nutzungsrate ihrer amerikanischen User durch die Einbindung von Treueprogrammen zu steigern. In Großbritannien haben sich mit EE, O2 und Vodafone ebenfalls drei Mobilfunkanbieter zusammengeschlossen, um an einer Mobile-Wallet-Lösung zu arbeiten: Die App der Firma Weve soll Coupons, Treue- und Kreditkarten unterbringen sowie bargeldlose Zahlungen online und im stationären Handel ermöglichen.

Um Mobile-Payment-Apps erfolgreich zu etablieren, sind weitere Services eine Hilfe: Standardisierte Sicherheitsmechanismen und ein transparenter Prozess hinter den Apps, die bekannten Systemen wie der EC-Zahlung ähnlich sind, wirken beispielsweise vertrauensfördernd.

Weltweite Vorreiter beim mobilen Bezahlen

In anderen Ländern ist das mobile Bezahlen oder das Einlösen von Coupons per Samrtphone weitaus mehr verbreitet als in Deutschland.

In anderen Ländern ist das mobile Bezahlen
oder das Einlösen von Coupons per Smartphone
weitaus mehr verbreitet als in Deutschland.

Einen regelrechten Boom verzeichnet Mobile Payment in High-Tech-Ländern wie China oder Japan. Das mobile Internet ist dort bereits lange etabliert, für die Verbraucher sind Shoppen und Bezahlen mit Smartphone und Tablet selbstverständlich. So können Chinesen beispielsweise Kinokarten oder sogar einzelne Getränke bequem per Smartphone bezahlen. Im Raum Asien/Pazifik insgesamt gab es bereits 2012 85 Millionen Nutzer der mobilen Bezahllösungen, für 2017 sind mehr als 141 Millionen vorausgesagt4.

In Europa gibt es ebenfalls Vorreiter: So sind in Österreich NFC-Terminals längst Bestandteil vieler Supermarktkassen, in der Türkei können Tickets des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Smartphone via NFC gelöst werden. Die Verbreitung der Technologie verträgt allerdings noch einigen Zuwachs: So lagen die Nutzerzahlen für Europa im Jahr 2012 bei rund 27 Millionen. Bis 2017 ist ein Wachstum auf rund 63 Millionen prognostiziert4.

Afrika verfolgt ganz eigenen Ansatz

Auch auf dem afrikanischen Kontinent sind Zahlungen mit dem Smartphone bereits weit verbreitet. Dies ist jedoch vor allem auf die fehlende Banken-Infrastruktur zurückzuführen und mit westlichen Wallet-Lösungen nicht direkt vergleichbar. Afrikanische Mobilfunkanbieter schließen durch das Angebot von Mobile-Payment-Lösungen eine Lücke, indem Geldtransfers ohne Bankkonto von Handy zu Handy möglich sind. So schafft diese einfache Zahlungsweise eine eigene Infrastruktur und damit bessere Möglichkeiten für den Handel. Dementsprechend ist das Interesse an Mobile Payment in Afrika stark ausgeprägt. Bereits 2007 startete dort mit M-Pesa ein System, das Zahlungen zwischen zwei Mobilfunkgeräten ermöglichte.

Bezieht man dennoch die afrikanische „Mobile Payment“-Lösung mit in die weltweite Betrachtung ein, entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der weltweit über Smartphones oder Tablets abgewickelten Bezahlvorgänge auf diese Region. So bezahlen mehr als 50 Prozent der Smartphone-Nutzer in Kenia und Uganda regelmäßig mobil, im Senegal und in Südafrika rund 25 Prozent – in Europa sind es bislang nur zwölf Prozent5. Auch in Lateinamerika sind solche Formen des Mobile Payment beliebt, besonders in Mexiko, Brasilien und Chile: Jeweils rund 30 Prozent der dortigen Smartphone-Nutzer verwenden die mobile Variante. Für Lateinamerika soll die Zahl der Mobile-Payment-User 2017 bei rund 33 Millionen liegen4.

Klarer Trend: Mobile Payment und Mobile Wallets

Insgesamt birgt Mobile Payment weltweit noch großes Potenzial und wächst rasant. 2013 gab es rund 245 Millionen aktive Nutzer, 2012 waren es erst 200 Millionen. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen es mehr als 450 Millionen Mobile-Payment-Nutzer werden, die mobile Bezahltransaktionen im Wert von 721 Milliarden Dollar erzeugen6. In Deutschland wird Mobile Payment bedingt durch immer mehr Smartphones und Nutzer, für die die Technik selbstverständlich ist, zukünftig ebenfalls zulegen: Von derzeit 176.000 soll die Zahl der Anwender bis 2020 auf 11 Millionen steigen7. Jeder fünfte Einkäufer (14 Millionen Bundesbürger) würde gerne sein Portemonnaie zu Hause lassen und unterwegs mobil bezahlen8. Gut jeder vierte Bundesbürger kann sich darüber hinaus vorstellen, dass im Jahr 2030 in Deutschland fast kein Bargeld mehr verwendet wird8. Dazu trägt die Ausweitung der Akzeptanzstellen und technischen Lösungen bei, die es zum Beispiel ermöglichen, das Parkticket oder Taxi mit dem Smartphone zu bezahlen – was viele Nutzer begrüßen würden9.

Quellenangaben:

1TNS Infratest, 2014

2Mobiler Einkauf und Bezahlung mit dem Smartphone und Tablet, Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), Creditreform Boniversum GmbH (Boniversum), 2014

4Gartner; TechCrunch, 2012

5Global Mobile Payment Snapshot 2014, Omlis

6Gartner und Juniper Research

7Mobile Payment in Deutschland 2020 – Marktpotenzial und Erfolgsfaktoren, PwC, 2014

8BITKOM 2014

9Fittkau und Maaß Consulting, 2013

Abonnieren
Blogbeiträge per E-Mail
Blog-Archiv