20141126-Smartphone-Reparatur-775-362Smartphones sind enorm praktisch – und sehr empfindlich. Einen Sturz auf den harten Boden vertragen Smartphones ohne Schutz ebenso wenig wie einen plötzlichen Platzregen. Und auch verkratzte Kameralinsen oder verbogene MicroUSB-Buchsen lösen selten Begeisterung aus. Kommt es zu Schäden, stehen viele Verbraucher vor der Frage, ob sich eine Reparatur lohnt.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Das Smartphone steckt in der hinteren Gesäßtasche und quittiert das Setzen mit einem Knackgeräusch – das Display ist gebrochen. Je größer das Gerät, desto anfälliger. Und weil aktuelle Smartphones immer größer werden, sind Unglücksfälle wie diese alltäglich.

Die R-Frage

Defektes Smartphone: In vielen Fällen lohnt eine Reparatur

Defektes Smartphone: In vielen Fällen lohnt eine Reparatur

Reparatur oder Recycling? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich hilft folgende Grundregel: Je günstiger das Smartphone in der Anschaffung, desto weniger lohnt eine Reparatur. Für alle anderen gilt: Wie umfangreich ist der Schaden und wie groß ist der finanzielle Aufwand für eine Reparatur, beispielsweise bei einem Samsung Galaxy S5 oder einem Sony Xperia Z3? Kleinere optische Schäden, dazu gehören beispielsweise unschöne Kratzer auf dem Gehäuse, können meist preisgünstig behoben werden. So lassen sich kleinere Kratzspuren oftmals bereits mit einer sanften Politur aus dem Fachhandel beseitigen. Auch der Tausch eines defekten Akkus ist bei vielen Geräten problemlos auf eigene Faust und zuhause möglich, beispielsweise bei Geräten des Herstellers Samsung.

Smartphone-OP beim Fachmann

Dagegen ist bei größeren Schäden einige Vorsicht angebracht. Wer ein Smartphone von seinem Anbieter gemietet oder mit einem monatlichen Hardwarezuschlag bekommen hat und die Reparatur in Eigenregie durchführt, riskiert seine Gewährleistung. Somit ist grundsätzlich davon abzuraten, auf eigene Faust Reparaturen vorzunehmen, die einen Eingriff in das Innenleben bedeuten. Dazu gehören der Tausch eines Displays oder eines Akkus bei Geräten, die letzteren fest verbaut haben, beispielsweise bei Geräten von Apple. Dies gilt zumindest, solange das Gerät die Garantie- oder Gewährleistungszeit nicht überschritten hat.

Während bei unverschuldeten Schäden innerhalb der Gewährleistungszeit keine Kosten anfallen, gehen Aufwände für die Reparatur bei eigenverschuldeten Schäden – dazu gehört beispielsweise der Displaybruch nach einem Sturz – in der Regel immer zu Lasten des Besitzers. Aber: Die weitere Gewährleistung bleibt erhalten, wenn die Instandsetzung von einem herstellerzertifizierten Betrieb durchgeführt wird.

Autorisierte Fachhändler

Dazu kann das defekte Gerät entweder bequem von Zuhause eingeschickt oder in einem der vielen BASE Shops abgegeben werden. Vorteil der autorisierten Vertrags-Werkstätten: Sie verfügen ebenso wie die Werkstätten der großen Smartphone-Hersteller über das nötige Spezialwerkzeug und geschultes Fachpersonal, um die Reparatur in Hersteller-Qualität vornehmen zu können. Dagegen nimmt ein Reparatur-Selbstversuch am heimischen Küchentisch aufgrund der enormen Zahl von empfindlichen Miniatur-Bauteilen und der vielen filigranen Anbauteile häufig ein schnelles (und unbefriedigendes) Ende. Hinzu kommen weitere Gefahrenfaktoren wie die notwendige Fettfreiheit der Kontakte (Handschuhe benutzen!), der Brandgefahr beim Wechseln des Akkus (Achtung, Kurzschluss!) oder eine elektrostatische Aufladung durch die Kleidung, die wiederum die empfindliche Elektronik komplett zerstören kann (Abhilfe: Erdungsband!).

Bedingungen vorher prüfen

Obschon auch sogenannte freie Werkstätten oftmals gute Arbeit leisten, sollte man sich die Geschäftsbedingungen vor einer Beauftragung genau ansehen. Nicht zwangsläufig steckt hinter einer professionell anmutenden Webpräsenz auch immer ein Qualitätsbetrieb. Vor allem sollte im Vorfeld geklärt werden, wer für Folgeschäden aufkommt, die durch eine unsachgemäße Reparatur entstehen oder mit welchen Kosten am Ende wirklich zu rechnen ist.

Garantie: Die Garantie ist – im Gegensatz zur Gewährleistung – ein freiwilliges Entgegenkommen des Herstellers oder Händlers gegenüber seiner Kundschaft. Eine Garantie kann der Hersteller oder Händler gegenüber einem Kunden in beliebiger Form aussprechen, beispielsweise als „lebenslange Garantie“ oder zeitlich befristet.

Gewährleistungspflicht: Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und somit seitens des Herstellers oder Händlers verpflichtend. Bei der Gewährleistung handelt es sich um eine Nachbesserungspflicht des Herstellers oder Händlers für Mängel, die bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestanden. Die Gewährleistung beträgt allgemein 24 Monate, kann aber in bestimmten Fällen verkürzt werden. Innerhalb der ersten sechs Monate ist der Hersteller verpflichtet, einen offensichtlichen Mangel an der Sache zu beseitigen, das Produkt also nachzubessern, sofern der Mangel nicht vom Kunden eigenverschuldet herbeigeführt wurde. Nach dieser Zeit kehrt sich die Beweislast um: nun muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestanden hat.

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