Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014

Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014 in Mexiko

„Ich werde dich mein ganzes Leben lang vermissen und dich niemals vergessen.“ Die Zeilen, die der 11-jährige Mauricio unserer Kollegin Veronika Ziegler zum Abschied schreibt, gehen zu Herzen. Zusammen mit zwölf weiteren Kollegen von Telefónica nahm Veronika, die sonst im Bereich Marketing & Brand arbeitet, am Freiwilligenprogramm „Volunteering Holidays for Proniño“teil.

In Santiago de Chile unterstütze sie zwei Wochen lang eine lokale NGO im Kampf gegen Kinderarbeit. Auch Cristina Burgueno, Business Analyst bei Telefónica Deutschland, nahm an dem Programm teil und erzählt uns von ihren Erfahrungen in Mexiko.

„Volunteering Holidays for Proniño“ wurde bereits vor 14 Jahren von der Fundación Telefónica ins Leben gerufen. Mittlerweile ist das Programm in 19 Ländern aktiv und gilt als weltgrößte Initiative eines Privatunternehmens gegen Kinderarbeit. Jedes Jahr können sich alle Mitarbeiter der Telefónica-Gruppe bewerben und zusammen mit Kollegen anderer Ländereinheiten Einsatz in Lateinamerika zeigen.

Santiago de Chile: Wolkenkratzer und Wellblech-Hütten

Veronika Ziegler mit den Kindern

Pausenspaß auf dem Schulhof: Veronika Ziegler mit den Kindern in Chile

Im September flog unsere Kollegin Veronika Ziegler in die fast sieben Millionen Einwohner zählende Stadt Santiago de Chile. „Obwohl Chile eines der Länder mit dem größten Wohlstand in Südamerika ist, ist die Schere zwischen Arm und Reich mancherorts dennoch deutlich spürbar“, erzählt sie.

Neben schicken Geschäftshäusern und Wolkenkratzen in der Innenstadt prägen in den Randbezirken sehr einfache Behausungen aus Sperrholz und Wellblech das Bild der Stadt.

Während ihres zweiwöchigen Einsatzes im Stadtteil Huechuraba an der Grundschule „Las Canteras“ unterstütze Veronika die Arbeit der lokalen Organisation CODENI (Fundación Defensa del Niño). In Huechuraba sind etwa 25 Prozent der Einwohner jünger als 14 Jahre und 18 Prozent der Gemeinde lebt unterhalb der Armutsgrenze. Häufig müssen die Kinder nach der Schule oder in ihren Ferien Kinderarbeit verrichten, etwa auf dem Markt oder im Familienbetrieb.

Telefónica-Helfer: Musiksaal für Kinder renoviert

Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014 in Mexiko

Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014 in Chile

Zusammen mit ihren zwölf Kollegen aus Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Ecuador, Costa Rica, Brasilien und Mexiko verbrachte Veronika täglich acht Stunden an der Schule.

„Unser Hauptprojekt war die Renovierung des kargen Musiksaals für die Kinder. Jeden Tag sägten, hämmerten, lackierten und bemalten wir mit vollem Einsatz, um den Raum fertigzustellen. Bemerkenswert war, wie schnell unser Team die Arbeit gemeistert hat, obwohl keiner von uns große Erfahrung mit handwerklichem Arbeiten mitbrachte“, berichtet Veronika.

Neben den körperlichen Arbeiten verbrachten die freiwilligen Helfer von Telefónica natürlich auch viel Zeit mit den Kindern. Veronika stellte ihr Heimatland vor, brachte schwarzrotgoldfarbige Blumengirlanden mit und zeigte den Kleinen landestypische Musik.

Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014 in Mexiko

Veronikas Überraschung: Schwarzrotgoldfarbene Blumenketten für die Kinder

„Die Erfahrung mit den Kindern selbst war überwältigend. Sie empfingen uns mit so viel Freude, Neugier und Offenheit. Obwohl wir fremde Personen aus einem ganz anderen Teil der Welt waren, hatten sie uns und wir sie vom ersten Moment an ins Herz geschlossen“, so Veronika.

Jeden Tag, wenn Veronika und ihre Kollegen den Schulhof betraten, rannten dutzende Kinder auf sie zu, begrüßten, umarmten und begleiteten sie in einer Traube auf Schritt und Tritt.

„Im Laufe der Zeit hatte jeder von uns einige besonders große Fans, die sich beim Ausflug ins Museum oder beim gemeinsamen Mittagessen darum stritten, wer neben seinem Lieblings-Voluntario sitzen oder Hand in Hand laufen durfte.“

Ixmiquilpan: Mehr Perspektive für Kinder in Mexiko

Auch unsere Kollegin Cristina Burgueno aus dem Bereich Service Technology sammelte besondere Erfahrungen während ihres Einsatzes. Cristina war mit 13 weiteren Kollegen im mexikanischen Ixmiquilpan und half dort ebenfalls an einer Schule. „Als wir in Mexiko ankamen hieß es erst einmal: Alle zusammen in einen Mini-Van, der eigentlich nur für acht Leute gedacht war. Tja, so läuft das hier – Bienvenido a México, dachte ich“, erinnert sich Cristina.

Telefónica Volunteers auf der Anreise nach Mexico

Telefónica Volunteers auf der Anreise nach Mexico (Cristina B. 2.v.hinten-r.Seite)

In Ixmiquilpan angekommen, wurden unsere Helfer von der NGO Ririki empfangen und auf die Arbeit an den kleinen Schulen in der Gemeinde vorbereitet. „Viele der Kinder besuchen die Schule vor ihrer Arbeit auf dem Markt oder auf dem Feld. Manchmal war es gar nicht so leicht, ihre Geschichten zu hören. Einige Eltern waren in die USA ausgewandert und haben ihre Kinder bei Verwandten zurückgelassen.“

Zu den Aufgaben von Cristina und ihren Kollegen gehörte es, einen Fünf-Jahres-Lebensplan mit den Kindern zu entwickeln und zu fragen, wo sie sich in dieser Zeit sehen. Unsere Voluntarios versuchten den Kindern zu erklären, wie wichtig es ist fleißig zu lernen und täglich die Schule zu besuchen, damit sie später einen besseren Beruf erlangen können – denn die Region braucht Fachkräfte. „Ich habe doch schon einen Beruf!“, protestierte der 5-jährige Felipe, der nach eigenen Angaben Feigenkaktus-Verkäufer ist. Was Felipe natürlich nicht weiß: Mit nur fünf Jahren sollte er noch nicht arbeiten, um seine Klamotten oder Essen bezahlen zu können. Und dass er so, wenn er erst 40 ist, keine besseren Perspektiven haben wird, da der Armutskreis nur sehr schwer zu durchbrechen ist.

Abschied: Applaus und Geschenke auf dem Schulhof

Veronika Ziegler mit den Kindern

Kinder überreichen selbstgebastelte Geschenke

Als der Abschied nahte, konnten weder Cristina noch Veronika ihre Tränen zurückhalten. Veronika ist immer noch überwältigt: „Am letzten Tag versammelte sich die ganze Schule auf dem Pausenhof. Jeder von uns wurde mit tosendem Applaus empfangen und die Klassen überreichten selbstgebastelte Geschenke. Da schossen uns allen die Tränen in die Augen – selbst den Kindern.“

Unsere Voluntarios wurden schon fast wie Stars behandelt. „Die Kinder wollten Abschiedsautogramme von uns auf Händen und Armen und beschenkten uns mit zahlreichen Briefen. Einen besonders rührenden Brief bekam ich von Mauricio aus der fünften Klasse: Liebe Veronika, ich bin sehr traurig, dass du jetzt in dein Land zurückkehren musst. Ich werde dich mein ganzes Leben lang vermissen und dich niemals vergessen. Das hat mich sehr berührt“, sagt Veronika.

Rückblick: Leben in Deutschland mit anderen Augen sehen

Telefónica Volunteers im Einsatz für Proniño 2014 in Mexiko

Das internationale Team zusammen mit Veronika

Hört man all diese Geschichten und Erlebnisse fragt man sich vielleicht: „Lohnt sich das alles?“ „Definitiv ja“, antwortet Cristina. „Die Organisation war spitze und die Vorbereitung und Unterstützung von Seiten der Fundación Telefónica in Mexiko waren sehr gut. Wir hatten klare Ziele und eine professionelle Begleitung während der zwei Wochen.“

„Außerdem“, ergänzt sie, „haben sich die meisten Kinder im Laufe dieser zwei Wochen deutlich verändert. Sie haben gespürt, dass wir an sie glauben und dass die Organisation Ririki sie auch nach unserer Abreise nicht alleine lassen würde. Das hat sie selbstbewusster gemacht und gleichzeitig waren sie noch mehr bemüht, in die Schule zu gehen.“

Auch unsere freiwilligen Helfer haben sich verändert. Veronika empfand diese Erfahrung unheimlich bereichernd: „Eine absolut einzigartige Chance, die Telefónica seinen Mitarbeitern hier bietet. Das Projekt hat meinen Horizont auf persönlicher sowie sozialer Ebene sehr erweitert, ich habe wunderbare Kollegen und liebenswürdige Kinder kennengelernt und bin mit neuen Kulturen in Berührung bekommen. Und wir sind alle sehr stolz auf die Früchte unserer Arbeit.“ Und Cristina ergänzt: „Jeder von uns hat sich durch diese Erfahrung positiv verändert. Confiar, Compartir, Sonreir (auf Deutsch: Vertrauen, Teilen, Lachen) sind die drei großen Lehren, die ich aus dieser Zeit mitgenommen habe. Sie waren die Werkzeuge, mit denen wir das Unmögliche geschafft haben. Heute sind wir nicht mehr die Gleichen, die wir waren, als wir zum Anfang unserer Reise in den Van gestiegen sind.“

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