Thorsten Dirks

Seit 1. Oktober 2014 führt Thorsten Dirks als CEO die neue Telefónica Deutschland. In seinem ersten Interview nach Amtsantritt äußerte er sich im Handelsblatt zu Strategie und Zielen des Unternehmens sowie zum Fortschritt der laufenden Integration von Telefónica Deutschland und E-Plus.

Dabei betonte Thorsten Dirks das mittelfristige Ziel, durch den Zusammenschluss das führende digitale Telekommunikationsunternehmen im deutschen Markt zu schaffen. Er gab zudem einen Ausblick auf wichtige strategische Handlungsfelder wie den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes. Das Gespräch mit dem Handelsblatt erschien in der Ausgabe vom 15. Dezember 2014. Hier einige Auszüge:

Herr Dirks, was ist die Fusion von O2 und E-Plus für Sie?

Dirks: Für mich ist es eine einmalige Chance, ein völlig neues Unternehmen zu bauen. Die Skaleneffekte geben uns erstmals überhaupt die Chance, mit den beiden Großen auf Augenhöhe in den Wettbewerb zu treten. Und auf dieser Basis wollen wir den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft und Industrie führend gestalten

Wie weit sind Sie mit der Integration der beiden Unternehmen?

Dirks: Weil es erwartungsgemäß länger gedauert hat bis die EU-Kommission die Übernahme durchgewinkt hat, hatten wir ausreichend Zeit, um uns vorzubereiten. So konnten wir seit Anfang Oktober viele Ideen gleich umsetzen. Im Geschäftskundensegment haben wir schon drei Wochen nach dem Start ein gemeinsames Produkt verkauft. Kurz danach konnten E-Plus-Kunden bereits das O2-Festnetz als Kombiprodukt kaufen. Das hilft uns enorm bei der schnellen Integration beider Firmenteile.

Handelsblatt-Artikel vom 15. Dezember 2014

Ihre Belegschaft treibt eher die Angst vor einem Stellenabbau um.

Dirks: Die Übernahme ist ja schon im Juli 2013 beschlossen worden und da wusste jeder, dass sie kommt. Dann hat es 14 Monate gebraucht, bis wir Klarheit hatten. Es ist für jeden Mitarbeiter natürlich die Frage, was passiert mit mir, was passiert mit den Standorten. Das sind Fragen, die wir auch heute noch nicht im Detail beantworten können. Aber wenn ich mir anschaue, wie hier gearbeitet wird, mit welcher Leidenschaft, mit welchem Mut, bin ich stolz auf die Mitarbeiter in beiden Unternehmen.

Was sind die anderen Wachstumsfelder neben dem Mittelstandsgeschäft?

Dirks: Da ist einmal das Thema Partnergeschäft. O2 wie E-Plus hatten schon immer einen breiten Zugang im Lebensmitteleinzelhandel wie mit Aldi-Talk, dazu der ethnische Bereich bei ay yildiz oder Ortel. Das ist ein Feld, wo wir weiter wachsen wollen. Im Konsumentenbereich sind wir jetzt nach Kundenzahl der größte Mobilfunkanbieter in Deutschland. Da geht es darum, die Umsätze pro Kunde weiterzuentwickeln und bestehende Kunden zu halten.

Das hört sich nicht nach einer bahnbrechend neuen Strategie an. Sie setzen doch eigentlich nur das fort, was Sie schon bei E-Plus gemacht haben.

Dirks: Ich habe mich über Nacht auch nicht verändert. Die Mehrmarkenstrategie ist erfolgreich und deshalb werden wir sie weiterverfolgen. Die gesamte Strategie geht natürlich weiter als das. Wir wissen genau, wo wir 2018 hin wollen und wir haben auch einen Umsetzungsplan.

Thorsten Dirks' Vita im Handelsblatt

Thorsten Dirks: Vita im Handelsblatt

Wie sieht der aus?

Dirks: Wir wollen das führende digitale Telekommunikationsunternehmen in Deutschland werden. Führend, weil wir schnell mit unserer Netzqualität zu unseren Wettbewerbern aufschließen wollen. Insbesondere dort, wo unsere Kunden sind, in den städtischen und dichter besiedelten Gebieten. Führend im Kundenservice, wenn wir mit ihm über neue digitale Möglichkeiten in Echtzeit kommunizieren wollen. Denn was unterscheidet ein Telekomunternehmen vom anderen? Entscheidend ist, wie ein Unternehmen mit seinen Kunden umgeht, sie versteht und das umsetzt.

Ihre Wettbewerber stecken jedes Jahr sehr viel Geld in den Netzausbau. Können Sie da überhaupt mithalten?

Dirks: Die neue Telefónica kann das. Deswegen haben wir die Unternehmen zusammengeführt: Wir brauchen Skaleneffekte, um an Investitionen heranzukommen. Glauben Sie mir, wir werden sehr schnell aufholen, was das Netz angeht.

Wann?

Dirks: Wir werden im ersten Halbjahr kommenden Jahres unseren Kunden erste Vorteile aus der Netzfusion zeigen können. Und wir werden beschleunigt LTE ausbauen. Wir möchten in den nächsten zwei Jahren auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb sein.

Das vollständige Interview finden Sie in der Handelsblatt-Ausgabe vom 15. Dezember 2014.

Abonnieren
Blogbeiträge per E-Mail
Blog-Archiv