Marcus Epple

O2 und E-Plus gehen gemeinsam voran, um den führenden digitalen Telekommunikationsanbieter in Deutschland zusammen zu formen. Die ersten Etappen dieses Weges wurden bereits erfolgreich zurückgelegt, berichtete CEO Thorsten Dirks gestern in seinem Interview mit dem Handelsblatt, und die nächsten wichtigen Veränderungen stehen im Handel an.

Marcus Epple war bisher Geschäftsführer der E-Plus Retail GmbH und leitet jetzt als Director Retail den Vertrieb in den Shops und Partnershops von Telefónica in Deutschland. Unter seiner Führung wird der Retail-Vertrieb jetzt neu organisiert und in vier Bereiche aufgeteilt: Filialgeschäft, Partnershops, Large Retail mit Flächenmärkten wie Saturn, Mediamarkt oder Medimax sowie der indirekte Vertrieb. Dazu gehören beispielsweise Distributoren, freier Fachhandel, Quality-Partner und Premium-Partnershops.

In einem Interview mit der Zeitschrift Telecom Handel sprach Marcus Epple deshalb am Montag über die nächsten Herausforderungen sowie über mögliche Auswirkungen für die Handelspartner von O2 und E-Plus. Der Blog von Telefónica in Deutschland präsentiert heute die wichtigsten Auszüge aus diesem Gespräch.

Telefónica Deutschland schloss im Oktober den Erwerb der E-Plus-Gruppe ab. Wie geht es jetzt weiter?

Wir starten jetzt die Phase, in der wir das sukzessive Zusammenführen der Unternehmen für die Kunden erlebbar machen. Aus zwei Angreifern im TK-Markt wird ein Unternehmen, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, die ‚Leading Digital Telco‘ in Deutschland zu werden. Wir wollen das beste Kundenerlebnis bieten – egal ob bei Produkten, Services oder dem Netz. Klar ist, dass wir dazu Synergien nutzen werden, etwa beim Netz, aber auch in der Organisation und im Vertrieb.

Welche Schritte sind derzeit konkret geplant?

Beim Thema Netz gehen wir davon aus, dass sich durch den beschleunigten LTE-Ausbau und mit dem Start der Netzzusammenführung ab Mitte 2015 spürbare Verbesserungen für die Kunden ergeben. Im Vertrieb haben wir vor, stark auf das Thema Multi-Channel zu setzen. Bei BASE haben wir hier bereits positive Erfahrungen gesammelt und die Vernetzung der Online- und Offline-Welt wird von den Kunden auch gefordert. Wir werden dies als wichtigen Faktor unserer Retail-Strategie implementieren.

Marcus Epple

Marcus Epple: Zusammenführung für Kunden erlebbar machen

Welche Rolle spielt dann dabei der Point-of-Sale?

Eine sehr große. Unser Ziel ist es ja, das beste Kundenerlebnis zu bieten – auch und gerade am PoS.Wir wollen unsere Kunden begeistern und ihnen zeigen, dass sie mit der neuen Telefónica den besten Partner bezüglich Netz, Service, Qualität und Verfügbarkeit an ihrer Seite haben.

Unsere Shops und Partnershops werden einen erheblichen Teil dazu beitragen, diese Kundenbegeisterung zu wecken. Ein Beispiel hierfür ist das Guru-Konzept von O2, also der Einsatz von Spezialisten, die den Kunden am PoS wirklich mit Rat und Tat beiseite stehen. Ansätze wie diese wollen wir ausbauen.

Wie geht es mit den Produkten und Marken weiter? Sind hier mittlerweile Entscheidungen gefallen?

Für diese Frage ist es noch zu früh. Wir analysieren derzeit noch das Markenportfolio. Im Geschäftskunden-Bereich sind wir aber mit O2 Unite schon einen Schritt vorausgegangen. Da wir wie gesagt das Beste aus beiden Welten vereinen wollen, besteht durchaus die Möglichkeit, dass künftig zum Beispiel ausgewählte O2 Produkte den Weg in die BASE Shops finden könnten. BASE Bestandskunden bieten wir ja bereits ein O2 DSL-Produkt an.

Und könnten dann eventuell auch BASE-Produkte in den O2 Shops verkauft werden?

Auch hierfür ist es heute noch zu früh. Entscheidend für uns ist aber, mit welchen Maßnahmen wir dem Kundenwunsch am besten entsprechen. Zum Beispiel überlegen wir, die O2 Standorte in die Lage zu versetzen, auch Base-Vertragsverlängerungen vorzunehmen.

Hat der Merger zur Folge, dass Telefónica die Marke O2 erhalten möchte, BASE jedoch nicht?

Wir halten an der Mehrmarkenstrategie im Grundsatz fest. Über die Ausgestaltung der Markenlandschaft entscheidet nicht zuletzt der Kunde. Sie werden auch künftig passgenaue Angebote für ihre Bedürfnisse erhalten. Für Details ist es aber noch zu früh.

Telefónica wird eine Anzahl an Shops an Drillisch abgeben. Wie ist hier der aktuelle Sachstand?

Drillisch baut eine eigene Retail-Struktur auf. Dazu wird Drillisch Shops von Telefonica übernehmen. Es steht Drillisch aber offen, hier auch auf eigene Filialen oder auf Partnershops zu setzen.

Und es sind sowohl Base- als auch O2 Standorte in der Auswahl? Und sowohl Filialen als auch Partnershops?

Es könnte in der Tat sowohl um bisherige Base- als auch O2 Standorte als auch um Filialen und Partnershops gehen.

Wie viele Ihrer 1.700 Shop-Standorte werden derzeit von Partnern betrieben?

Wir haben momentan rund 1.200 Partnershops und etwas mehr als 500 eigene Filialen beider Couleur. Im 1. Quartal 2015 werden wir uns die Standorte in einer Einzelbetrachtung ansehen und uns mit jedem Partner zusammensetzen. In diesen Gesprächen entwickeln wir dann einen Plan für die Zukunft. Unabhängig von der Entscheidung, uns von bis zu 300 Partnershops zu trennen, bleibt das Partnershop-Konzept Partnershops aber weiterhin das starke Rückgrat des Retail-Vertriebes der Telefónica. Wir wollen und werden weiterhin eine signifikant große Zahl an Partnern haben, auf die wir setzen. Unsere Partner waren und sind uns auch künftig wichtig.

Und wie sieht es mit den eigenen Filialen aus?

Das ist noch offen, weil – wie bereits erwähnt – auch diese Frage stark von der Entscheidung von Drillisch abhängt. Wir wissen heute nicht, wie viele der Shops, die Drillisch übernehmen wird, Filialen sein werden und wie viele Partnershops. Es könnte übrigens auch sein, dass einzelne Standorte, die heute als Filiale geführt werden, zukünftig von Partnern betrieben werden oder aber umgekehrt.

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