LTE-Antenne Halle Neustadt

Nachdem alle Interessenten bis zum 6. März 2015 ihre Anträge auf Zulassung zur Frequenzauktion eingereicht hatten, hat die Bundesnetzagentur nun bekanntgegeben, welche Unternehmen zur Frequenzauktion zugelassen sind. Insgesamt nehmen danach drei Akteure an der Versteigerung der Frequenzen teil, so auch Telefónica Germany. Das Unternehmen sieht in der Auktion einen weiteren Baustein, um seinen Kunden auch künftig das beste Netzerlebnis bieten zu können.

Am 27. Mai 2015 soll in der Zweigstelle der Bundesnetzagentur (BNetzA) in Mainz der Startschuss für die Frequenzauktion fallen; dem Ort, an dem bereits die letzte Versteigerung im Jahr 2010 erfolgte. Wie lange die Auktion dauert und wie hoch die Auktionserlöse für den Staat – und damit die Auktionskosten für die Bieter – sind, ist nicht absehbar. Die Summe der von der Behörde im Vorfeld festgelegten Mindestgebote auf alle Frequenzpakete beläuft sich auf jeden Fall auf 1,5 Milliarden Euro. Telefónica Deutschland ist gut vorbereitet und zuversichtlich, dass es die Frequenzen ersteigert, die für seine Strategie und den Weg zum führenden digitalen Telekommunikationsanbieter erforderlich sind.

Bisher nicht genutzte und neue Frequenzen im Angebot

Mobilfunkspektrum in Deutschland - Frequenzverteilung April 2015

Mobilfunkspektrum in Deutschland – Frequenzverteilung, April 2015

Die Vergabe von Frequenznutzungsrechten für den Mobilfunk sieht vor, dass Ende Mai 2015 Nutzungsrechte in den Frequenzbereichen von 700 MHz, 900 MHz, 1.500 MHz und 1.800 MHz in einem Auktionsverfahren vergeben werden. Neben den auslaufenden Nutzungsrechten für die 900 MHz- und Teile der 1800 MHz-Frequenzen stehen zwei weitere Frequenzbänder zur Auktion. Insbesondere ein Bereich steht dabei im Fokus der öffentlichen Diskussion: So sieht die von Bund und Ländern geplante so genannte digitale Dividende II vor, Pakete aus dem Bereich von 700 MHz erstmals für den Mobilfunk bereitzustellen. Dieser Frequenzbereich wird derzeit für die Digitale Rundfunktechnik DVB-T genutzt, kann jedoch wegen der Umstellung auf die HD-fähige Nachfolgetechnologie DVB-T2 geräumt werden.

Folgende Frequenzen sind Teil der Auktion:

  • Frequenzbereich 700: 30 MHz in 6 Blöcken
  • Frequenzbereich 900: 35 MHz in 7 Blöcken
  • Frequenzbereich 1500: 40 MHz in 8 Blöcken
  • Frequenzbereich 1800: 50 MHz in 10 Blöcken

Breitbandförderung: Mittel aus Auktionserlösen und Staatskasse

Aus Sicht von Telefónica Deutschland gibt der Plan der Bundesregierung, die Erlöse einer Frequenzvergabe zur Förderung des Breitbandausbaus zu verwenden, nach wie vor Anlass zur Diskussion. Das Vorgehen kann zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen zugunsten einzelner Marktteilnehmer führen und zudem das Bietverhalten von Auktionsteilnehmern beeinflussen. Unternehmen, die eine größere Chance auf Fördermittel sehen, könnten beispielsweise höhere Gebote für Frequenznutzungsrechte abgeben. Außerdem wird die Kopplung von Auktionserlösen an die Breitbandförderung zwangsläufig zu einer staatlich initiierten Umverteilung von Investitionsmitteln führen. Marktteilnehmer, die keine Ausgaben im Rahmen der Versteigerung getätigt haben, könnten so bei ihren Projekten von finanziellen Mitteln profitieren.

Der Bund plant darüber hinaus für die kommenden drei Jahre ein zusätzliches Investitionspaket zur Breitbandförderung in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Dieses muss jedoch transparent, effizient und am gesellschaftlichen Nutzen ausgerichtet sein. Nur dann werden Breitbandinfrastrukturen auch dort ausgebaut, wo kein rein privatwirtschaftlich motivierter Ausbau erfolgt. Die Bedingungen des Förderprogrammes sollten dabei so gestaltet werden, dass Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden oder zumindest möglichst gering ausfallen. Öffentlich geförderte, kabelgebundene Netzinfrastrukturen sollten bereits bestehende leistungsfähige Mobilfunknetze nicht geografisch überlagern, um eine Konkurrenz von privat finanzierten und staatlich geförderten Netzen zu vermeiden.

Breitbandförderung muss gesellschaftlichen Nutzen berücksichtigen

Die Bürger sollen nicht nur von einer breitbandigen Festnetzanbindung profitieren, sondern auch Zugang zu modernen und leistungsfähigen mobilen Hochgeschwindigkeitsnetzen haben. Darüber hinaus benötigen auch die Mobilfunkstationen eine leistungsfähige Anbindung an ihr Kernnetz, um einen schnellen Internetzugang und störungsfreie Telefonie via Mobilfunk zu gewährleisten. Damit die Fördermittel effizient genutzt werden, müssen Netzbetreiber bei den Erschließungsmaßnahmen daher bereits in der Planungsphase transparent einbezogen werden. Denn eine nachträgliche Anbindung an bestehende Glasfasernetzinfrastrukturen verursacht oftmals hohe zusätzliche Kosten.

Weitere Informationen:

Mobilfunkspektrum in Deutschland: Frequenzverteilung der Anbieter auf einen Blick
Fair, offen und schnell: Telefónicas Position zur staatlichen Breitbandförderung
Bundesnetzagentur: Frequenzversteigerung beginnt am 27. Mai 2015

Abonnieren
Blogbeiträge per E-Mail
Blog-Archiv