Thorsten Dirks, Rachel Empey, Markus Haas

von rechts: Thorsten Dirks, Rachel Empey, Markus Haas –
Vorstand der Telefónica Deutschland Holding AG

Im gerade erschienenen Geschäftsbericht erläutert der Vorstand von Telefónica Deutschland, wie das Unternehmen zum führenden digitalen Telekommunikationsanbieter werden will, welche Bausteine Teil dieser Transformation sind und wie die Kunden davon profitieren können.

Telefónica Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, das führende digitale Telekommunikationsunternehmen in Deutschland zu werden. Was ist damit gemeint?

Thorsten Dirks: Die Digitalisierung verändert immer mehr Lebensbereiche. Das spüren wir besonders in unserer Branche. Der Telekommunikationsmarkt erlebt durch das mobile Internet, durch neue digitale Dienste und neue Wettbewerber einen radikalen Wandel. Das Nutzungsverhalten unserer Kunden verschiebt sich mit großer Geschwindigkeit von der Sprachtelefonie zu mobilen Datendiensten. Die Erträge durch klassische Kommunikationsdienste sinken. Wir sehen diese Herausforderung aber als einmalige Chance. Da wir uns durch den Zusammenschluss mit E-Plus als Telefónica Deutschland völlig neu aufstellen, können wir diesen digitalen Wandel aktiv mitgestalten. Wir haben uns ein klares Ziel gesetzt: Wir wollen der führende digitale Telekommunikationsanbieter werden. Wir sehen uns dabei als Schrittmacher der Digitalisierung in Deutschland. Dazu werden wir unsere Produkte, unsere Prozesse, letztlich unser gesamtes Geschäftsmodell und die Art und Weise, wie wir arbeiten, konsequent vereinfachen und digitalisieren. Die Integration der beiden Unternehmen ist für uns ein Hebel, die Digitalisierung mit voller Kraft umzusetzen.

Welchen Nutzen bringt die Digitalisierung konkret?

Thorsten Dirks

Thorsten Dirks, Chief Executive Officer (CEO)

Thorsten Dirks: Digitalisierung ist die Lebensrealität der Menschen – egal ob privat oder geschäftlich. Es geht uns im Kern darum, die Kunden in ihrem digitalen Lifestyle bestmöglich zu unterstützen. Sie erwarten heute maximale Flexibilität, schnelle Reaktion und individuelle Angebote, natürlich benutzerfreundlich und zu einem möglichst attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Jeder, der das nicht akzeptiert, wird früher oder später in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Deshalb müssen wir in allem, was wir tun, ganz nah am Kunden sein und aus seiner Perspektive denken – Digitalisierung liefert hier die entscheidende Voraussetzung. Sie eröffnet die Chance, individuellen Kundennutzen zu industriellen Bedingungen zu schaffen. Das gilt für unsere gesamte Markenfamilie genauso wie für innovative Produkte. Unser Ziel ist deshalb ganz klar: Bis 2018 werden wir das führende digitale Telekommunikationsunternehmen im deutschen Markt sein. Gleichzeitig werden wir unsere Position als der nach Kundenzahlen größte Mobilfunkanbieter im Markt festigen.

Was bedeutet der Zusammenschluss für die Kunden?

Markus Haas

Markus Haas, Chief Operating Officer (COO)

Markus Haas: Der Kunde ist – wie Thorsten bereits dargelegt hat – Dreh- und Angelpunkt all unseres Handelns. Wir möchten das beste Erlebnis bei Netz, Produkten und Services bieten – und das wie bisher mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das bedeutet klare und einfache Angebote bei hoher Flexibilität.

Im Fokus steht dabei die sogenannte digitale Customer Journey: Wir werden offline und online nahtlos verzahnen. Egal, für was sich der Kunde entscheidet – wir möchten das beste Serviceerlebnis über alle Kanäle bieten. Dazu gehört auch, dass unsere Kunden künftig vermehrt sogenannte Selfcare-Apps verwenden können, um beispielsweise Tarifoptionen zu buchen. Umgekehrt werden wir unsere Shops emotional aufladen und dort mehr Raum für Service und Erlebniswelten schaffen. Unsere erfolgreiche Mehrmarken-Strategie setzen wir fort und fokussieren diese. Jeder Kunde wird von uns das passgenaue Angebot für seine Bedürfnisse erhalten. Und weil wir wissen, dass sich diese Bedürfnisse schnell ändern können, werden wir im permanenten Austausch mit dem Kunden stehen. Wie gesagt: Wir begleiten ihn in seinem digitalen Lebensstil.

Sie haben sich die Messlatte sehr hoch gesetzt. Wie wollen Sie das in einem wettbewerbsintensiven Umfeld schaffen, wenn Sie gleich zeitig noch die Integration bewältigen müssen?

Thorsten Dirks: Mit der neuen Führungsmannschaft von Telefónica Deutschland haben wir uns drei Ziele vorgegeben: Momentum, Integration und Transformation. Momentum bedeutet, dass wir uns vom ersten Tag des neuen Unternehmens das Ziel gesetzt haben, keine Marktanteile abzugeben. Ja, mehr noch: Es gibt Bereiche, in denen wir unsere Position gezielt ausbauen wollen. Hier möchte ich beispielsweise das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden und das Partnergeschäft nennen. Das heißt, wir halten die hohe Performance am Markt aufrecht, die wir vor dem Zusammenschluss gezeigt haben.

Das zweite Ziel ist die erfolgreiche Integration beider Unternehmen: Wir wollen die Synergien und Größenvorteile des Zusammenschlusses rasch und konsequent nutzen und haben deshalb unmittelbar nach der rechtlichen Freigabe mit der Integration begonnen. Drittens wollen wir die Transformation zum führenden digitalen Telekommunikationsunternehmen erfolgreich umsetzen. Wir haben gegenüber der Konkurrenz einen Startvorteil: Wir nutzen den Zusammenschluss als Zäsur und Hebel, das gesamte Unternehmen so aufzubauen, dass es optimal die Bedürfnisse der Kunden in der digitalen Welt bedienen kann. Kundenorientierung, Vereinfachung und Digitalisierung sind der Dreiklang, der unser Handeln bei der Verfolgung der Ziele bestimmt.

Stichwort Momentum: Wo steht Telefónica Deutschland heute, rund ein halbes Jahr nach dem Zusammenschluss?

Rachel Empey

Rachel Empey, Chief Financial and Strategy Officer (CFO)

Rachel Empey: Mit insgesamt 47,7 Millionen Kundenanschlüssen sind wir – zum ersten Mal seit unserem Bestehen – auf Augenhöhe mit den beiden Wettbewerbern. Das heißt, wir können unsere Größen- und Skalenvorteile viel besser nutzen und auch ganz anders am Markt auftreten.

Gemessen an der Anzahl der Mobilfunkanschlüsse sind wir Marktführer. Der Fokus in den vergangenen Monaten war, das operative Geschäft mit hohem Markterfolg fortzusetzen – das ist uns gelungen. Von dieser starken Ausgangslage heraus werden wir nun weiter am Markt punkten.

Welche Strategie verfolgen Sie bei der Integration der beiden Unternehmen?

Thorsten Dirks: Es gibt bei der Integration zwei zentrale Handlungsprinzipien: Simplifizierung und Digitalisierung. Natürlich bauen wir auf den Stärken beider Organisationen auf. Wir führen die Unternehmen aber nicht einfach nur zusammen, das wäre zu kurz gesprungen. Wir haben von Anfang an gesagt: Kein Prozess ist in Stein gemeißelt. Wir hinterfragen jeden Ablauf und setzen unsere Organisation neu auf. Es geht darum, viel stärker und früher die Kundenbedürfnisse zu erkennen und dies gleichzeitig mit einer Business Excellence zu verbinden. Nur so werden wir – Stichwort: Simplifizierung – ein effizientes, reaktionsschnelles und flexibel agierendes Unternehmen schaffen. Zugleich nutzen wir die Integration, um uns konsequent zu digitalisieren. Das gilt für jeden Bereich. So ändern wir von Grund auf unsere Art zu arbeiten und schaffen bestmöglichen Nutzen für die Kunden. Für uns ist die Integration deshalb auch kein Sprint, sondern ein Marathon. Und noch etwas ist mir dabei sehr wichtig: Wir müssen als Unternehmen – wie in der Vergangenheit – fair und transparent handeln. Deshalb haben wir die Mitarbeiter und alle weiteren relevanten Stakeholder rasch über die nächsten Schritte der Integration informiert.

Was wurde bei der Integration bereits erreicht?

Logos Telefonica Deutschland und E-Plus GruppeMarkus Haas: Wir sind gut gestartet – wir treiben die Integration seit dem ersten Tag mit aller Konsequenz voran. Zum Auftakt hatten wir bereits die ersten drei Führungsebenen benannt und waren somit von Beginn an arbeitsfähig. Für einen Zusammenschluss dieser Komplexität ist das ein ganz wesentlicher Faktor. Nur zwei Wochen nach dem Vollzug der Fusion haben wir zudem bereits wesentliche Eckpunkte unseres Umbaus angekündigt. Bereits Anfang Februar dieses Jahres haben wir uns in konstruktiven Verhandlungen mit den Betriebsräten auf einen Rahmensozialplan geeinigt. Folglich sind wir bereits in der Umsetzungsphase. Und auch operativ bewegt sich sehr viel. Seit Mitte November bedienen beispielsweise unsere Sales-Mannschaften Geschäftskunden mit einem einheitlichen Produktportfolio. Schon heute können E-Plus-Kunden DSL-Tarife buchen und seit einigen Wochen gibt es in BASE Shops nun auch ein passendes O2 Tarifportfolio. Und die Vereinbarung mit Drillisch als Partner und Wettbewerber im Telekommunikationsmarkt hilft uns bei der Optimierung unseres Shop-Netzes und der Markenarchitektur. Kurzum: Wir liegen voll im Plan.

Die Schlagworte aus der Strategie von Telefónica Deutschland heißen Kundenorientierung, Vereinfachung und Digitalisierung. Wie setzen Sie diese konkret um?

Thorsten Dirks, Rachel Empey, Markus Haas

von links: Rachel Empey, Thorsten Dirks, Markus Haas –
Vorstand der Telefónica Deutschland Holding AG

Markus Haas: Mit dem Zusammenschluss stellen wir uns so auf, dass wir unseren Kunden das beste Erlebnis bieten können und setzen dazu auf Digitalisierung. Wir treten nicht nur digital am Markt auf, sondern arbeiten auch digital. Das sorgt in allen Bereichen für schlanke, effiziente und flexible Abläufe.

Konkret haben wir den marktbezogenen Teil unserer Organisation in drei große Bereiche geteilt: Den Privatkundenbereich, den Geschäftskundenbereich und schließlich das Partnergeschäft. Wichtig ist, dass jeder dieser Bereiche eine durchgängige Verantwortlichkeit für den Kunden hat – also end-to-end. Damit stellen wir sicher, dass wir für jede Zielgruppe vom Marketing über den Verkauf bis zum Service konsistent agieren.

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird Telefónica Deutschland mittelfristig als Unternehmen aussehen?

Thorsten Dirks: Die Entwicklung in unserer Branche ist so schnell, dass man nicht alles vorhersagen kann. Aber eines ist klar: In drei Jahren wird Telefónica Deutschland in vielen Bereichen anders aussehen als heute. Was sich nicht verändern wird: dass wir schnell, agil und innovativ bleiben. Das ist das Herausforderer–Gen, das tief in unserer Unternehmenskultur verankert ist. Wir stellen uns heute so auf, dass wir zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören – da bin ich mir absolut sicher.

Das vollständige Interview zum Nachlesen finden Sie im Geschäftsbericht 2014 (PDF, ca. 10 MB) auf den Seiten 4-9.

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