v.re. Christian Schmidt (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft), Moderator Cherno Jobatey und Maximilian von Löbbecke (Geschäftsführer von 365FarmNet)

v.re. Christian Schmidt (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft),
Moderator Cherno Jobatey und
Maximilian von Löbbecke (Geschäftsführer von 365FarmNet)

Der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Christian Schmidt sowie der Geschäftsführer von 365FarmNet Maximilian von Löbbecke diskutierten auf Einladung von Telefónica Deutschland am 26. Mai beim UdL Digital Talk im BASE_camp über die Digitalisierung der Landwirtschaft.

Der Veranstaltungstitel „Bauer sucht Cloud“ ließ viel Rückständiges befürchten, doch tatsächlich sind die Landwirte in Deutschland bei der Digitalisierung ihrer Betriebe weitaus weniger unbeholfen als die Bauern auf den Irrwegen der Liebe bei RTL.

Während der deutsche Mittelstand noch über die Chancen und Risiken des digitalen Fortschritts debattiert, wird er auf den Bauernhöfen der Republik bereits praktiziert. „Wir sind zwar noch nicht bei Landwirtschaft 4.0, aber 3.5 ist schon erreicht“, zeigte sich der Bundeslandwirtschaftsminister bei der Podiumsdiskussion überzeugt.

Digitalisierung: Landwirte zeigen hohe Bereitschaft

v.re. C. Schmidt, C. Jobatey und M. von Löbbecke

v.re. C. Schmidt, C. Jobatey und M. von Löbbecke

Auch sein Gesprächspartner Maximilian von Löbbecke ist von der Bereitschaft zur Digitalisierung seitens der Landwirte angetan: „96 Prozent der Bauern nutzten bereits das Internet und zahlreiche Einzelsysteme, um mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in Teilbereichen zu erreichen“.

Dennoch besteht weiterhin hohes Innovationspotential, denn 85 Prozent der Landwirtschaftlichen Betriebe nutzen noch keine Farm-Management-Software, um die unterschiedlichen Produktionsbereiche ihres Betriebs komplett mit einem einzigen System zu steuern. So ließe sich der Einsatz von kostenintensiven und umweltbelastenden Pflanzenschutz- und Düngemitteln nach Ansicht des Unternehmers durch die Nutzung von Sensorik, Wetterdaten und Satellitendaten um 20 bis 30 Prozent reduzieren.

Cloud-Systeme: Besser klein und übersichtlich

v.re. C. Schmidt, C. Jobatey und M. von Löbbecke

v.re. C. Schmidt, C. Jobatey und M. von Löbbecke

Den Bauern scheint dabei auf ihrem Weg in die digitale Welt zu gelingen, was sich viele Internetnutzer wünschen: Sie behalten bislang die Hoheit über ihre Daten. Ein Grund dafür sei die Organisation in Genossenschaften, wodurch die Entwicklung und Nutzung von sehr kleinen, übersichtlichen Cloudsystemen zu Aggregation von Produktions- und Bodendaten möglich sei, berichtete Landwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Mit Blick auf eine potentielle Monopolisierung von Datenschätzen fügte er hinzu: „Wir wollen die Landwirtschaft nicht vergoogeln“. Nach der Beobachtung des 365FarmNet-Geschäftsführers ist Big Data für viele Landwirte zwar interessant, aber in erster Linie möchten die Verursacher der Daten diese für sich selbst nutzen. Ihre speziellen Produktionsdaten würden sie in der Regel nur den Firmen überlassen, die ihnen einen Service bieten, von dem sie selbst unmittelbar profitieren.

Bis die Daten der digitalen Bauern dort sind, wo sie hinsollen, dauert es nach Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministers häufig noch zu lang. Gerade in den ländlichen Gebieten sei die Breitbandversorgung für den Transport großer Datenmengen oft nicht ausreichend merkte Schmidt an und beleuchtete damit ein Thema, bei dem Telefónica Deutschland mit dem Ausbau mobiler Breitbandnetze einen wesentlichen Beitrag leistet.

Weitere Informationen

UdL Digital Talk mit Christian Schmidt
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