Thorsten Dirks - Präsident bitkom

CEO Thorsten Dirks: Erste Rede als neuer Bitkom-Präsident (Quelle: Bitkom)

Am 1. Juli wurde Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland, zum neuen Präsidenten des Digitalverbandes Bitkom gewählt. Mit der FAZ sprach er nun in seinem ersten Interview in dieser Funktion über bevorstehende Aufgaben, sowie über die Digitalisierung als Herausforderung – und Chance – für den Mittelstand und die Gesellschaft als Ganzes. Themen, die ihn auch in seiner ersten öffentlichen Rede als Präsident beim Bitkom Sommerfest beschäftigten.

Bei der Digitalisierung der Wirtschaft handelt es sich Dirks zufolge um „die spannendste, die dichteste Phase, die es in der Wirtschafts- und Technologiegeschichte je gab.“ Dabei vergleicht er die aktuelle Entwicklung mit der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert, die einen ähnlich gravierenden strukturellen Wandel für Gesellschaft und Industrie mit sich brachte. Im Gegensatz zur damaligen Revolution gehen jedoch die Veränderungen „ähnlichen Ausmaßes“ heute deutlich schneller von Statten: „Die nächste digitale Revolution braucht nur zehn, vielleicht zwanzig Jahre“, sagt Dirks.

Ziel: Technische Veränderungen als gesellschaftlicher Fortschritt

Thorsten Dirks im FAZ-Interview, 2. Juli 2015Die Digitalisierung der Wirtschaft betrachtet Thorsten Dirks als umfassendes Phänomen mit gravierenden Auswirkungen für den Arbeitsmarkt und, als logische Konsequenz, für die gesamte Gesellschaft. Im Gespräch mit der FAZ plädiert er deshalb dafür, „die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen, die notwendigen Veränderungen weiter anzustoßen und voranzutreiben.“

Denn die kommenden Jahre seien entscheidend für den Wohlstand und die Arbeit zukünftiger Generationen. Seinen Lösungsvorschlag für diese Herausforderung formuliert der Bitkom-Präsident: Um den Wohlstand zu erhalten und weiter auszubauen, müssten „die radikalen technischen Veränderungen in gesellschaftlichen Fortschritt übersetzt werden.

Eine zentrale Rolle komme Dirks zufolge dabei dem unternehmerischen Mittelstand in Deutschland zu, von dem etwa 80 Prozent der Gesamtleistung der deutschen Wirtschaft erbracht wird. Gerade in diesem Bereich, so der Bitkom-Präsident, „müssen wir jetzt Tempo machen – und da rede ich nicht von Jahren, sondern von sechs, neun oder maximal zwölf Monaten.“ Dabei nimmt er auch die Verbände in die Pflicht, gerade die kleineren Unternehmen beim Schritthalten zu unterstützen.

Kommunikation und IT: Weichensteller der Digitalisierung

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Quelle: Bitkom

Damit die Digitalisierung im positiven Sinne der Entwicklung der Gesellschaft dienen kann, müssen verschiedene Interessensvertretungen immer enger zusammenarbeiten. Hier möchte Dirks die Branche, der er als neu gewählter Bitkom-Präsident vorsteht, als positives Beispiel verstehen. Denn die Branche der Informations- und Kommunikationstechnik in Deutschland ist ein besonders schnell wachsender Wirtschaftszweig, der besonders eng mit Verbänden aus den Bereichen der Automobilherstellung, Maschinenbau und Elektrotechnik zusammenarbeitet.

Bis zum Ende des Jahrzehnts werden etwa 50 Milliarden Endgeräte „Daten von einem bislang unvorstellbaren Ausmaß generieren“, sagt Thorsten Dirks. So wird der IT- und Kommunikationsbranche auch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe zuteil. Denn als Grundlage der Digitalisierung spielt ein leistungsfähiges Kommunikations- und Datennetz eine zentrale Rolle für Deutschlands wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft. Investitionen in den Netzausbau sieht Dirks daher nicht nur als CEO eines der führenden digitalen Mobilfunkunternehmens in Deutschland als unerlässlich für eine positive Entwicklung der Digitalisierung: „Bei der vierten Generation der Mobilfunknetze haben wir in Deutschland mittlerweile einen Ausbauzustand von 80 Prozent erreicht. Wir arbeiten an der Entwicklung der fünften Generation und haben gerade die 700 Megahertz-Frequenzen ersteigert. Das wird eine größere Bandbreite liefern“ und somit die leistungsfähige Infrastruktur für Deutschland bereitstellen, die die deutsche Wirtschaft benötigt, um für die Digitalisierung gerüstet zu sein.

Als Bitkom-Präsident formuliert er zudem eine deutliche Aufgabe des Digitalverbandes: „Wir müssen mit der Erfahrung unserer Unternehmen Vordenker, Gestalter und Treiber der digitalen Revolution sein, ihr eine Richtung geben, die Infrastrukturen bereitstellen, für ihre rechtliche und politische Flankierung sorgen – und sie zum Wohl der Gesellschaft entwickeln.“

Auch Telefónica selbst stellt die Digitalisierung mit ihrem Anspruch als führendes digitales Telekommunikationsunternehmen in Deutschland ins Zentrum ihrer unternehmerischen Ausrichtung und nutzt den im Oktober 2014 vollzogenen Zusammenschluss mit E-Plus als Chance, im Zuge einer umfassenden Integration und Transformation das Geschäftsmodell, Strukturen und Prozesse konsequent zu digitalisieren. Das Ziel: Das beste Kundenerlebnis im Netz, im Service und bei den Produkten – zu einem weiterhin erstklassigen Preis-Leistungsverhältnis.

Fotos vom 1. Juli 2015 | Quelle: Bitkom

Weitere Informationen:

Die Wahl von Thorsten Dirks zum Bitkom-Präsident: Alle Details im Blog von Telefónica

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