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v.l.: M. Beise (SZ), R. Berger (Roland Berger), M. Köderitz (IBM Deutschland),
T. Dirks (Telefónica Deutschland) und U. Spiesshofer (ABB)

Podiumsdiskussion über die Digitalisierung der Wirtschaft und Führen in komplexen Zeiten: Die digitale Transformation beschäftigt Unternehmen quer durch alle Branchen. Menschen verbringen immer mehr Zeit online. Durch das Internet der Dinge werden nicht nur Produkte sondern auch die Produktion immer vernetzter.

Doch was bedeutet dies für die Organisation von Unternehmen und für die Mitarbeiter? „Führen in komplexen Zeiten“ lautete das Thema des Wirtschaftsgipfels der Süddeutschen Zeitung, über das Telefónica Deutschland-CEO Thorsten Dirks mit Unternehmern und Journalisten in Berlin diskutierte. Durch die Digitalisierung werde die Welt immer komplexer, die Anforderungen an Führungskräfte steigen, erklärte Dirks. „Wir müssen deshalb lernen, mit Unsicherheiten umzugehen.“

Unternehmen in der digitalen Welt – „permanent beta“

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Thorsten Dirks, CEO Telefónica Deutschland

Die immer höhere Geschwindigkeit der Veränderung ist nach Ansicht von Dirks ein wesentliches Merkmal der digitalen Welt. Er verglich die Unternehmensführung mit dem Prozess der Softwareentwicklung: „Wir sind heute permanent Beta“, also ständig am Ausprobieren und Verbessern. Gerade für deutsche Manager und Mitarbeiter sei dies oft eine Herausforderung, weil man traditionell ein abgeschlossenes, fertiges Endprodukt anstrebe. In der digitalen Welt müssten sich Unternehmen jedoch ständig verändern, um sich an den Wandel im Markt anzupassen. Dabei sei es wichtig, „dass wir die Menschen auch mitnehmen.“ Dazu gehören nach seiner Ansicht auch neue Angebote zur Weiterbildung, und das für alle Bildungswege. Die traditionelle Ausbildung etwa im dualen System, die früher einmal mit einem Gesellen- oder Meisterbrief abgeschlossen war, müsse um neue Angebote erweitert werden. Dirks: „Es geht um lebenslanges Lernen“.

Besserer Wissensaustausch durch Kollaborationsplattformen

Telefonica-SZ-Wirtschaftsgipfel-2473-960x540Die wachsende Unsicherheit durch die Digitalisierung griffen auch die anderen Diskussionsteilnehmer auf. „Ruhe in das Unternehmen reinzubringen“ sei heute eine zentrale Aufgabe für Manager, sagte ABB CEO Dr. Ulrich Spiesshofer. Dazu sei eine klare Strategie und Portfoliomanagement ebenso notwendig wie ein offener Managementstil. „Heute ist es als Führungskraft extrem wichtig, dass man nicht nur spricht, sondern auch zuhört“, sagte Spiesshofer.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, betonte die Chancen, die sich durch die Digitalisierung in der Kommunikation innerhalb von Unternehmen bieten. Eine Möglichkeit sei der Einsatz von digitalen Kollaborationsplattformen, bei denen Mitarbeiter sich über Abteilungs- und Landesgrenzen miteinander vernetzen können.

„Bei IBM sind fast 400.000 Menschen auf diesen Kollaborationsplattformen, wir haben weltweit vernetze Expertenforen“, sagte Koederitz, die selbst über einen Blog mit ihren Mitarbeitern kommuniziert. Allerdings hätten auch in der digitalen Unternehmenswelt traditionelle Werte weiter Bedeutung, mahnte Roland Berger, deutscher Unternehmensberater. „Komplexe Organisationen muss man mit Werten steuern, sagte Berger. Dazu seien nach wie vor auch persönliche Begegnungen wichtig.

Die Integration als Chance nutzen

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass die Reduktion von Komplexität heute eine der wichtigsten Aufgaben von Managern sei. „Ich muss Ballast abwerfen, sonst steigt der Ballon nicht“, erklärte Dirks. Dabei sei die Digitalisierung nur der zweite Schritt: „Erst müssen die Prozesse vereinfacht werden, dann kann man digitalisieren.“ Anders ausgedrückt: Ein schlechter Prozess bleibe auch nach der Digitalisierung ein schlechter Prozess. Für Telefónica Deutschland sei die Integration mit E-Plus deshalb eine einmalige Chance, um die Komplexität zu reduzieren und sich von Grund auf digital aufzustellen. Das sei zunächst mühselig: „Vereinfachen ist Kärrnerarbeit, dafür müssen Sie die Ärmel hochkrempeln und sich durch ihre Prozesse und Strukturen wühlen“, sagte Dirks. Am Ende stehe aber ein lohnendes Ziel: Als führendes digitales Telekommunikationsunternehmen will Telefónica Deutschland seinen Kunden Komplexität abnehmen und sie beim digitalen Lebensstil bestmöglich unterstützen.

Weitere Informationen

Süddeutsche Zeitung: Der Wirtschaftsgipfel 2015

Fotos: www.christian-klant.de

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