Thorsten Dirks FAZ Interview

Im Gespräch mit der Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erläutert CEO Thorsten Dirks die Zukunft von Telefonica Deutschland, das Potential der Digitalisierung sowie die erfolgreich verlaufenen vergangenen 14 Monate seit dem Zusammenschluss von Telefónica Deutschland und E-Plus.

Wir veröffentlichen hier Auszüge aus dem Artikel, der gesamte Beitrag findet sich in der Printausgabe der Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 10.12.2015.


Strategie „Telefónica Deutschland 2020“

„Wir verfügen über mehr Daten als mancher Internetanbieter“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thorsten Dirks […]. Daraus müsse Telefónica Deutschland auf den Gebieten der Datenanalyse und des Internets der Dinge viel mehr machen als dies bisher geschehe. Wie das gehen soll, hat Dirks seinen Mitarbeitern in den vergangenen Tagen auf sieben Mitarbeiterversammlungen in ganz Deutschland erklärt.

Das Geschäft mit Partnern wie Aldi oder United Internet, mit Geschäftskunden wie Celesio und den vielen Millionen privaten Mobilfunkkunden will Telefónica Deutschland, der deutsche Marktführer im Mobilfunk, weiter vorantreiben. Hier sollen die bestehenden Einheiten vor allem schneller und flexibler werden. Hinzu kommen im nächsten Jahr die beiden neuen Sparten „Advanced Data Analystics“ (Datenanalyse) und „Internet of Things“ (Internet der Dinge). Damit will das Unternehmen seine Wertschöpfungstiefe erhöhen.

Höchste Standards bei Privatsphäre und Datenschutz

Dirks […] ist dabei die Brisanz des Themas Datenanalyse mit Blick auf alle Fragen rund um Privatsphäre und Datenschutz bewusst: „Deshalb werden wir den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückgegeben, die Hoheit über die Daten wird stets beim Kunden liegen“, verspricht Dirks. Es werde zahlreiche, transparente Möglichkeiten zur Zustimmung und Verweigerung in Fragen der Datennutzung geben. Dies vorausgesetzt, ergäben sich aus der Analyse großer Datenmengen viele neue Ideen und Lösungen für alle Bereiche des digitalen Lebens, ist Dirks überzeugt – von der Mobilität über die Gesundheit, den privaten Konsum, bis hin zur öffentlichen Verwaltung. „Außerdem können wir die Datenmenge nutzen, um unseren Kunden immer bessere, auf sie zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen anzubieten.“

Internet der Dinge
Smart Meter - M2M SIM-Karte

Mit Blick auf das Internet der Dinge wiederum könne Telefónica von den Möglichkeiten profitieren, welche die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Fahrzeugen eröffne. Denn diese Vernetzung wird in vielen Fällen mit der Hilfe der aus dem Mobilfunk bekannten SIM-Karten geschehen – und damit das Kerngeschäft von O2 und E-Plus berühren. „Diese Entwicklung wollen wir branchenübergreifend mit vorantreiben“, sagt Dirks.

„Onlife“

So will Dirks Telefónica Deutschland mit seinen Produkten näher an das alltägliche Leben der Menschen heranführen. Ein Schlagwort dafür hat man auch schon gefunden: das „Onlife“ Telekommunikationsunternehmen, das für Internetkonnektivität sorgt und Daten analysiert. Einiges, was zu diesen beiden neuen Geschäftsfeldern passt, hat Telefónica schon heute im Angebot, mehr soll hinzukommen. Vom kommenden Jahr an wird alles in den entsprechenden Einheiten zusammengefasst, kündigt Dirks an. Die klassischen Geschäftsfelder wiederum bekommen künftig eine größere Eigenständigkeit, um in dem wettbewerbsintensiven Geschäft mit den beiden Hauptkonkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone bestehen zu können.

Integration und Transformation
Telefonica Flaggen

Die Zusammenführung der bis vor 14 Monaten eigenständigen Unternehmen Telefónica/O2 aus München und E-Plus aus Düsseldorf funktioniere bisher jedenfalls gut, sagt Dirks. Man habe die neu gewonnene Marktführerschaft nicht nur verteidigt, sondern sogar ausgebaut. „Und das gilt sowohl für die Zahl der Nutzer als auch mit Blick auf den Umsatz, den wir mit jedem Kunden machen“, sagt Dirks.

Zudem habe das Unternehmen seine Profitabilität gesteigert, was zu einer Hälfte auf Synergien und zu einer anderen Hälfte auf Verbesserungen im operativen Geschäft zurückzuführen sei. Die Integration selbst schreite auch schneller voran als geplant – von den 1600 Stellen, die bis zum Jahr 2018 abgebaut werden sollen, ist die Hälfte geschafft, die Konsolidierung in den Filialen kommt voran (300 der ursprünglich 1800 Läden wurden inzwischen an Drillisch abgegeben), und von den 40 000 Mobilfunkmasten würden am Ende nur noch die 26 000 aus der Sicht des Unternehmens besten übrig bleiben. 7700 Masten seien an die Telekom übergeben worden, was für beide Seiten ein gutes Geschäft gewesen sei, sagt Dirks. Die Telekom könne mit ihnen die innerstädtische Versorgung verbessern – und Telefónica habe die Chance, diese Masten bei Bedarf später noch einmal als Mieter zu nutzen.

Marktführer

Die veränderte Rolle, von der Angreiferposition auf den Rängen drei und vier des Marktes zum Marktführer mit insgesamt 48 Millionen Kundenzugängen (43 Millionen davon im Mobilfunk) geworden zu sein, habe das Unternehmen inzwischen angenommen, ist Dirks überzeugt. Gerätesubventionen seien abgebaut worden. Neue, aus der Sicht von Dirks notwendige Tarifinnovationen wie zum Beispiel die Datenautomatik, seien hinzugekommen.

Weitere Informationen

Der gesamte Beitrag findet sich in der Printausgabe der Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Abonnieren
Blogbeiträge per E-Mail
Blog-Archiv