Artikel Sueddeutsche Zeitung mit Rachel Empey

Auszüge aus dem Artikel vom 9. April 2016

In der Süddeutschen Zeitung berichten Telefónica Deutschland Finanzvorstand Rachel Empey und Claudia Nemat von der Deutschen Telekom über ihre Arbeit an der Spitze deutscher Konzerne, ihre Karriere und ihre speziellen Strategien für diese herausfordernde Aufgabe. Wir veröffentlichen hier Auszüge aus dem Artikel, der gesamte Beitrag findet sich in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 9. April 2016.

„Rachel Empey und Claudia Nemat sind eine Ausnahmeerscheinung: Seit fünf Jahren machen sie in zwei deutschen Konzernvorständen einen ziemlich guten Job. Aber niemand kommt so weit nach oben, nur weil er gut ist. Wie machen die das?“
[…] Claudia Nemat hat einen Lebenslauf, der dem von Rachel Empey ähnelt.

Empey wacht beim Konkurrenten Telefonica Deutschland über die Finanzen. Ebenfalls seit dem Jahr 2011. Und auch sie wird von ihren Kollegen für ihre umgängliche wie unaufgeregte Art und ihre klaren Analysen geschätzt. Im Oktober 2012 sorgt Empey dafür, dass der Tochtergesellschaft des spanischen Konzerns der Sprung aufs deutsche Börsenparkett gelingt: 1,5 Milliarden Euro spült der in die Kasse. Es ist einer der erfolgreichsten Börsengänge der vergangenen Jahre in Deutschland – nicht zuletzt, weil Empey das Terrain dafür vorbereitet hat. Die Investoren sind angetan von ihrer ruhigen Art.

Auch die Übernahme des Rivalen E-Plus im Sommer 2013 bereitet Empey maßgeblich mit vor. Ein Mobilfunkunternehmen wird damals geformt, das mehr Kunden hat als die beiden anderen großen Anbieter. Es entsteht ein Unternehmen, das inzwischen acht Milliarden Euro Umsatz im Jahr macht und 11000 Mitarbeiter beschäftigt. Als sich Konzernchef René Schuster wenige Monate nach dem angekündigten Zusammenschluss überraschend zurückzieht, übernimmt Rachel Empey gemeinsam mit dem Strategiechef Markus Haas vorübergehend die Führung.

Empeys Mittel, mit Druck umzugehen, ist die Distanz. Sie versucht, abends eine Runde zu laufen, gesund zu essen und acht Stunden zu schlafen. „Das mag langweilig klingen, aber mir hilft es, ruhig zu bleiben und die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Wenn sie merkt, dass etwas aus dem Gleichgewicht gerät, dann ändert sie das. „Da bin ich sehr streng mit mir“, sagt Empey. „Ich bin nicht nur auf der Welt um zu arbeiten. Es gehört mehr zum Leben.“ Und wenn doch etwas schiefläuft, versucht sie, das Herz auf Abstand zu halten und rational auf die Sache zu blicken. […]

Telefonica FlaggenSchon die Art, wie sie zu ihrem ersten Job kam, sagt viel darüber aus, wie sie die Dinge angeht: Sie hat sich die Liste der 40 erfolgreichsten Unternehmen in Großbritannien vorgenommen – und sich dann die Lebensläufe der jeweiligen Chefs angesehen. Die meisten waren zuvor Unternehmensberater, also ging auch Empey zu einer Unternehmensberatung. „Ich dachte damals noch nicht daran, Finanzvorstand zu werden. Aber es war für mich der beste Weg, mir solch eine Karriere zu ermöglichen: eine einflussreiche Position in einem Unternehmen, in der ich etwas bewegen kann; das war es, was ich wollte.“

Rachel Empey ging nach drei Jahren bei der Beratungsfirma Ernst und Young zum Netzausrüster Lucent Technology, dann zu einem britischen Mobilfunkanbieter, der im Jahr 2006 vom spanischen Telefonica – Konzern gekauft wurde. „Ich mag eine Umgebung, die sich schnell verändert. Keine, in der das, was du in diesem Jahr machst, das ist, was du schon im vergangenen Jahr gemacht hast“, begründet sie, warum sie die Welt der Telekommunikation anzog.

„Aber es ist auch eine Branche, die dank ihrer hohen Geschwindigkeit nicht sehr hierarchisch ist, es gar nicht sein kann. Keine, in der du mit den Dienstjahren Punkte für eine Führungsaufgabe sammelst.“

Bei Telefónica Deutschland arbeiten Menschen aus mehr als 70 verschiedenen Ländern. Wenn man zusätzlich zum Vorstand betrachtet, wie viele Frauen im Aufsichtsrat vertreten sind, belegt das Unternehmen unter den börsennotierten in Deutschland einen Spitzenplatz. „Je breiter die Fähigkeiten, das Wissen und die kreative Kraft, desto bessere Entscheidungen trifft das Team. Es löst alle Aufgaben dann besser und schneller“, sagt Empey.

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