Frau mit Smartphone

Die Telekommunikation in Deutschland steht ganz im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung – das geht aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Im Mobilfunk erhöhte sich das Gesamtvolumen stark und auch die Nutzung von LTE-fähigen Endgeräten nahm im Jahr 2015 weiter zu. Telefónica Deutschland betreut allein in der Mobilfunksparte mehr als 43 Millionen Anschlüsse und ist damit in Deutschland Marktführer. Mit einem Zuwachs von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nutzen heute bereits 8,7 Millionen Kunden von Telefónica Deutschland ein LTE-fähiges Endgerät mit dazu passenden Tarifen.

Ganze 591 Millionen GB an Daten wurden 2015 über die Mobilfunknetze übertragen und damit knapp 200 Millionen GB mehr als im Vorjahr. Im Netz von Telefónica wurden 2015 an jedem Tag durchschnittlich 60.000 Stunden Musik und 33.000 Stunden Video per Streaming konsumiert. Getrieben durch die hohe Nachfrage nach Streaming-Angeboten für Musik und Video stieg das verbrauchte Datenvolumen eines O2 Postpaid-Kunden mit LTE-Tarif im Jahresvergleich um über 50 % auf 1,2 GB im Monat. Die erfolgreiche Datenmonetarisierung führte bei Telefónica im ersten Quartal 2016 zu einer Erhöhung der mobilen Datenumsätze (ohne SMS) um 12,7 % auf 550 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Bundesnetzagentur Jahresbericht 2015Analog zum Anstieg der Datenvolumina hat auch die Anzahl der eingesetzten SIM-Karten in LTE-fähige Endgeräte wie Smartphones oder Tablets weiterhin stark zugenommen und lag 2015 bei 74,3 Millionen (zum Vergleich: 2014 waren es noch 52,6 Millionen Geräte). Insgesamt betrug der SIM-Karten Bestand Ende 2015 113,8 Millionen, wovon 6,6 Millionen für die Datenkommunikation zwischen Maschinen (M2M) eingesetzt wurden. Statistisch entfallen auf jeden Kunden etwa 1,4 Karten. Zweit- und Drittgeräte sind aber nicht ständig in Gebrauch, so dass die Anzahl der ausschließlich aktiv genutzten SIM-Karten bei etwa 108,0 Millionen liegt. Ende Dezember 2015 verfügte Telefónica Deutschland über 48,4 Millionen Kundenanschlüsse, ein Anstieg um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Telefónica Deutschland gehört zu den drei führenden integrierten Telekommunikationsanbietern bundesweit.

Neue Frequenzen für erhöhtes Datenvolumen

BNetzA - Datenvolumen Mobilfunk 2015Um dem stark wachsenden Datenvolumen begegnen zu können, versteigerte die Bundesnetzagentur im Juni 2015 zum vierten Mal Frequenzen für das mobile Breitband. Eines der Ziele war schnelles, drahtloses Internet insbesondere in ländlichen Regionen und kleineren Städten um diese auch für Unternehmen attraktiver zu machen.

Nach 16 Auktionstagen in Mainz konnten die drei teilnehmenden Netzbetreiber Telefónica, Vodafone und Telekom Frequenzen im Umfang von 270 MHz erwerben. „Moderne und gut funktionierende Netze sind die Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum – sie sind die Grundlage dafür, dass alle von den Innovationen des digitalen Wandels profitieren können“, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Mit den zusätzlichen Frequenzen kann Telefónica Deutschland sein Hochgeschwindigkeitsnetz erweitern und so Kunden als auch in Zukunft das beste Netzerlebnis bieten. Das Unternehmen verfolgt damit konsequent das Ziel, Deutschlands führendes digitales Telekommunikationsunternehmen zu werden.

Rekorde im Mobilfunk

BNetzA Präsident Jochen Homann, Foto: Laurence-Chaperon

BNetzA Präsident Jochen Homann, Foto: Laurence-Chaperon

Mit 115 Milliarden Minuten wurden 2015 von deutschen Mobilfunknutzern im Inland mehr abgehende Gespräche geführt als jemals zuvor. Dabei werden Postpaid-Karten immer beliebter und ihr Anteil betrug Ende 2015 60 Prozent. Das durchschnittlich pro Monat genutzte Datenvolumen hat sich seit 2011 sogar nahezu versechsfacht. Wenngleich auch die Nutzung der herkömmlichen Telefonnetze sowie IP-basierten Netze weiterhin rückläufig ist, sind im Jahr 2015 immer noch 141 Milliarden Gesprächsminuten über Festnetze geführt worden.

Höhere Umsatzerlöse auf dem Markt

Nach den vorläufigen Berechnungen der Bundesnetzagentur haben sich die Umsatzerlöse auf dem gesamten Telekommunikationsmarkt im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,4 Milliarden Euro erhöht, was einer Steigerung um 0,7 Prozent entspricht. Im Mobilfunk erhöhten sich die Erlöse sogar um mehr als drei Prozent, was insbesondere an der positiven Entwicklung der Endgeräte liegt.

Digitalisierung verändert die Kommunikation

Durch die enorme Verbreitung von Smartphones und Tablets ändert sich auch das Nutzungsverhalten der Kunden immer weiter: So sank die Zahl der verschickten SMS weiter auf insgesamt 16,6 Milliarden Kurznachrichten. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp sechs Milliarden SMS mehr. Im Jahr 2012 hatte die SMS mit knapp 60 Milliarden ihr erfolgreichstes Jahr in Deutschland. „Immer mehr Kunden greifen auf Messaging-Dienste, wie WhatsApp, Viber oder Skype zurück. Die Bedeutung der SMS sinkt“, so Homann.

Weitere Informationen:

Bundesnetzagentur: Vorstellung Jahresbericht 2015
Download: BNetzA Jahresbericht 2015 (PDF)

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