best-7785-1280x720

Am 2. Mai öffnete die re:publica zum zehnten Mal ihre Pforten. Auch Telefónica war auf Europas wichtigster Digitalkonferenz vertreten. Ulrich Irnich, Director Simplification & Transformation bei Telefónica Deutschland, erklärte in seinem Vortrag, weshalb ohne Simplifizierung, also die radikale Vereinfachung von Strukturen, Verantwortungen und Prozessen, die digitale Transformation eines Unternehmens nicht gelingen kann.

Die Digitalisierung ist eine einmalige Chance für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie erfasst alle Bereiche und verändert die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Die dadurch entstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen können nur mithilfe von modernen digitalen Technologien gelöst werden. Die Telekommunikationsbranche begleitet diesen Prozess nicht nur, sondern treibt ihn auch aktiv voran. So bietet Telefónica die Grundlage für die Digitalisierung: Konnektivität, also Netze, Vernetzung und Datenanalyse.

Aufzeichnung vom 4. Mai 2016

Telefónica treibt die digitale Transformation aktiv voran

7905-1280x720

Ulrich Irnich, Telefónica

Durch die Digitalisierung befindet sich auch Telefónica in einem fundamentalen Wandel. Technologien, Prozesse und Geschäftsfelder verändern sich mit rasanter Geschwindigkeit. Neue Anwendungen werden möglich, an die vor wenigen Jahren noch niemand gedacht hat. Kunden erwarten heute maximale Flexibilität, schnelle Reaktionen und individuelle Angebote.

Die Digitalisierung verändert damit auch die Anforderungen an die Führung und die Organisation eines Unternehmens. Weshalb das Thema Simplifizierung in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung ist, erklärte Ulrich Irnich am Mittwoch auf der re:publica. Sein Vortrag wurde im Netz bereits mehrfach aufgegriffen, zum Beispiel hier: Süddeutsche Zeitung, Focus, W&V

Präsentation „Arbeit 4.0“ auf der re:publica 2016 in Berlin


So stellt sich Telefónica digital auf: Nachgefragt bei Ulrich Irnich

Ulrich, warum muss Telefónica schlanker werden?

Was ist erfolgreich in unserer immer komplexeren Welt? Dinge, die einfach sind. Das ist ja bekanntlich das Geheimnis von Apple und Co. Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen das führende digitale Telekommunikationsunternehmen werden. Grundvoraussetzung dafür sind einfache Produkte und Prozesse. Nur so können wir neue Markttrends und Kundenbedürfnisse schnell aufnehmen und unseren Kunden möglichst in Echtzeit passende Angebote machen. Deshalb ist Simplifizierung der Klebstoff der digitalen Transformation.

Inwieweit hilft hierbei der Zusammenschluss mit der E-Plus-Gruppe?

Vereinfachung ist nicht einfach. In großen Unternehmen übernehmen irgendwann die Prozesse die Macht über das Gute. Dadurch wird alles komplex und langsam. Der Zusammenschluss mit E-Plus vor zwei Jahren war daher der ideale Zeitpunkt, um bei uns aufzuräumen. Sie müssen sich das so vorstellen: Wenn ich etwas erfinde, muss ich auch was abschalten, sonst platzt meine Garage irgendwann aus den Nähten. Wir haben bei Telefónica viele tolle Dinge entwickelt. Aber wir müssen auch den Mut haben, wieder etwas abzuschalten. Das schafft Freiraum. Deshalb vereinfachen wir ganz strikt unsere internen Prozesse ebenso wie die Produktlandschaft und die Customer Journey. Durch die schlanke und digitale Organisation gewinnen wir an Geschwindigkeit und so einen Wettbewerbsvorteil.

In welchen Bereichen hat Telefónica bereits digitale Prozesse eingeführt?

Unseren Mitarbeitern steht zum Beispiel das Digital Brain zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine neue interne Wissensdatenbank, die auf künstlicher Intelligenz basiert. „Wo finde ich den richtigen Ansprechpartner unter fast 5000 Menschen?“ Ich stelle einfach eine Frage, bekomme in durchschnittlich zwei Stunden Rückmeldung und kann weiterarbeiten. Das System findet selbst den richtigen Experten im Unternehmen.

Ein zentraler Rohstoff digitaler Unternehmen sind Daten. Ist auch hier ein Wandel in der Nutzung erkennbar?

Definitiv. Da wäre zum Beispiel unser neues Digital Command Center. Über diese digitale Schaltzentrale haben unsere Mitarbeiter jederzeit und in Echtzeit Zugriff auf alle wesentlichen Unternehmens- und Marktkennzahlen. Unsere Mitarbeiter können so umgehend auf Entwicklungen reagieren und die Wünsche der Kunden schneller und besser erfüllen. Das bedeutet aber auch: Wissen wird demokratisiert, da es hierarchieunabhängig zugänglich ist. Das bedeutet ein Umdenken für Führungskräfte, da ihre Entscheidungen nun hinterfragt werden können.

Welche Auswirkungen hat die digitale Transformation von Telefónica noch auf den Arbeitsalltag der Mitarbeiter? Stichwort Arbeit 4.0.

Die Art, wie wir arbeiten, ändert sich komplett. Wir alle leben digital, nicht nur unsere Kunden.
Arbeit 4.0 bedeutet auch: Ich kann überall arbeiten und immer und überall einen Beitrag für das Unternehmen leisten. Deshalb haben wir ein modernes und transparentes Arbeitsumfeld geschaffen, das unseren Mitarbeitern ein optimales Arbeiten in der digitalen Welt ermöglicht. Offene Bürostrukturen fördern einen unmittelbaren Austausch, Vertrauen-basierende Arbeitsmodelle ermöglichen Mitarbeitern Flexibilität.

Digitalisierung meint also nicht nur Technologie?

Völlig richtig! Ganz viel findet in den Köpfen statt. Viele Mitarbeiter hängen an ihren liebgewonnen Prozessen. Viele reservieren zum Beispiel immer noch einen bestimmten Schreibtisch mit ihrem imaginären Handtuch. Wir müssen sie für eine neue Arbeitswelt begeistern. So werden sie erkennen, dass sich einfache, flexible und digitale Prozesse lohnen. Denn durch die Digitalisierung fallen Routineaufgaben weg. Das schafft mehr Freiraum für Kreativität.

Weitere Informationen

Über die re:publica – Berlin 2016

Ulrich Irnich, Director Simplification & Transformation bei Telefónica Deutschland spricht auf der re:publica

re:publica 2016: Vor der Digitalisierung kommt die Vereinfachung (Telefónica BASECAMP am 4. Mai 2016)

Fotos: Holger Rings
Abonnieren
Blogbeiträge per E-Mail
Blog-Archiv