Dr. Nanne von Hahn

Dr. Nanne von Hahn, Director Talent, Development & HR Strategy bei Telefónica

Die Digitalisierung revolutioniert die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten: Neue Technologien, neue Märkte, neue Player. Telefónica Deutschland bietet mit Netz und Datenanalyse die Grundlage der Digitalisierung – und nutzt sie selbst für einen fundamentalen Wandel. Der moderne digitale Mitarbeiter arbeitet wie und wo er bzw. sie möchte. Daten helfen bei der Entscheidungsfindung, Job-Titel werden zunehmend unwichtiger, zahlreiche Informationen sind allen zugänglich und die Rolle der Führungskraft steht Kopf.
Arbeit 4.0 ist bei Telefónica Deutschland keine Worthülse, sondern wird gelebt. Nanne von Hahn, Director Talent, Development & HR Strategy, erklärt im Interview, wie das Unternehmen, seine Angestellten und nicht zuletzt die Kunden davon profitieren.

Telefónica Deutschland will das führende digitale Telekommunikationsunternehmen werden. Dazu gehört ein neues, schlankes und datengetriebenes Geschäftsmodell. Nur so kann Telefónica Deutschland den Telekommunikationsmarkt von morgen optimal bedienen. Nach dem Zusammenschluss mit E-Plus stellt sich das Unternehmen für seine 48 Millionen Kunden deshalb digital neu auf. Für die Arbeitskultur bedeutet das einen fundamentalen Wandel.

Im Telefónica BASECAMP in Berlin tauschen sich regelmäßig Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über alle Facetten des digitalen Wandels aus. Am Rande einer Diskussion zum Thema Digitale Führung erläuterte Nanne von Hahn, wie Arbeit 4.0 bei Telefónica Deutschland gelebt wird.

Warum setzt Telefónica Deutschland auf Arbeit 4.0?

Digital Command Center

Mitarbeiter von Telefónica Deutschland analysieren Marktdaten
in Echtzeit im Digital Command Center

Weil wir nur so die digitale Zukunft mitgestalten können. Für unsere Kunden sind schnellere Reaktion und flexible, individuelle Angebote wichtig. Diese erwarten sie auch von uns. Wenn wir diese Anforderungen erfüllen wollen, müssen wir neue Prozesse, neue Produkte und auch gänzlich neue Arbeitsweisen entwickeln – alles schlank und digital. Das hat auch noch weitere, sehr positive Effekte: Durch die Digitalisierung werden Kapazitäten eingespart, die viele Mitarbeiter für kreativere Arbeitsweisen nutzen können. Das ist wichtig, denn in Zukunft sind kreative Impulse für neue digitale Lösungen erfolgsentscheidend.

Was hat Telefónica Deutschland unternommen, damit die Mitarbeiter in der digitalen Welt erfolgreich arbeiten können?

Digital Command Center

Offene Bürostrukturen fördern den abteilungsübergreifenden Austausch

Viele von uns leben digital. Nicht nur unsere Kunden. Viele unserer Mitarbeiter können mittlerweile überall arbeiten – ob im Büro, zuhause oder auch im Café. Ganz nachdem, welche Arbeitsumgebung am besten zur aktuellen Aufgabe passt. Das Ganze natürlich im Rahmen ihrer vertraglichen Arbeitszeit. Außerdem haben wir bereits in einigen unserer Büros, z.B. in München, das neue Workplace-Konzept eingeführt. Jedes Team hat einen festen Arbeitsplatzbereich, aber dort können die Mitarbeiter ihren Schreibtisch jeden Tag frei wählen. Aus München bekommen wir positive Rückmeldung: Die offene Struktur fördert den unmittelbaren Austausch zwischen den Kollegen und den verschiedenen Teams erheblich. Silodenken war gestern. Deshalb wollen wir das Konzept auf weitere Standorte ausrollen. Außerdem verbessern digitale Werkzeuge die Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit vieler unserer Mitarbeiter und Manager. Dazu gehört zum Beispiel die interne Wissensdatenbank „Digital Brain“, die auf künstlicher Intelligenz beruht.

Viele Mitarbeiter von Telefónica arbeiten bereits mit modernen Datenanalyseverfahren. Wird in Zukunft jeder Mitarbeiter mit Daten arbeiten?

Das hängt natürlich vom konkreten Aufgabenbereich des Mitarbeiters ab. Viele werden durch die zunehmende Digitalisierung unseres Geschäfts immer häufiger mit Daten in Kontakt kommen. Wir wollen jedem Mitarbeiter die Möglichkeit geben, die Vorteile der Datenanalyse für seinen individuellen Job zu nutzen – dort, wo es eben sinnvoll ist. Zum Beispiel bei Entscheidungen. Künstliche Intelligenzen, die mit Daten gefüttert werden, können oftmals bessere Entscheidungen treffen, weil sie viel mehr Faktoren berücksichtigen.

Heißt das, dass Maschinen zukünftig die Entscheidungen treffen?

Nein, am Ende entscheidet ein Mensch und trägt auch die Verantwortung dafür. Die Mitarbeiter dürfen nicht das Denken einstellen, nur weil die künstliche Intelligenz mehr weiß und schneller denken kann. Nur wer versteht, wie ein Algorithmus funktioniert, kann am Ende die richtige Entscheidung auf Basis der Daten treffen. Das betrifft sowohl Führungskräfte als auch jeden Mitarbeiter.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Besonders gut sehen Sie das am Digital Command Center. In unserer digitalen Schaltzentrale analysieren Mitarbeiter mit einem Klick alle wesentlichen Unternehmens- und Marktdaten in Echtzeit. Auf dieser Basis können sie sofort auf Entwicklungen reagieren und Kundenwünsche noch schneller und besser erfüllen.
Die digitalen Tools ersetzen jedoch keine Mitarbeiter. Sie dienen vielmehr als Hilfsmittel, stetig neue Lösungen zu entwickeln und dauerhaften Wandel voranzutreiben.

Müssen Mitarbeiter in der digitalen Arbeitswelt auch anders geführt werden?

Familie mit Laptops - o2 DSL zuhauseArbeiten in der digitalen Welt bei Telefónica Deutschland[/caption]Absolut. Die Rolle der Führungskräfte verändert sich fundamental. Für flexible Arbeitszeiten ist das Vertrauen der Führungskraft in den Mitarbeiter essentiell. Sonst funktioniert das nicht. Außerdem führen Technologien wie das Digital Command Center und das Digital Brain zur Demokratisierung von Wissen. Plötzlich haben viele Mitarbeiter unabhängig von Hierarchien Zugriff auf Informationen, die vorher nur Führungskräften vorbehalten waren. Dadurch müssen sich Führungskräfte bei ihren Entscheidungen hinterfragen lassen.
Auch beim Thema Kreativität müssen Führungskräfte umdenken: Damit Mitarbeiter ihre Ideen frei entfalten können ist es wichtig, dass sie auch Fehler machen dürfen. Denn nur in einer gesunden Fehlerkultur können Innovationen gedeihen. Führen über Macht und Hierarchie ist im digitalen Zeitalter ein Auslaufmodell.

Braucht es in der digitalen Welt denn überhaupt noch Führungskräfte?

Mehr denn je. Digitale Technik berechnet, vergleicht und bewertet. Sie macht ein Führungsverhalten überflüssig, das sich auf das reine Vorgeben und Nachhalten von Leistungsanforderungen konzentriert. Deshalb muss sich Führung auf Tugenden der Menschenführung besinnen. Eigentlich überhaupt nichts Neues. Hier geht es um Dinge wie zuhören, motivieren, moderieren und zusammenbringen.

Das klingt alles nach einem ganz schönen Umbruch. Wie wird diese neue Arbeitswelt von Ihren Mitarbeitern angenommen?

Digital Command Center

Arbeiten in der digitalen Welt bei Telefónica Deutschland

Sehr gut! Denn die Akzeptanz von digitalen und flexiblen Arbeitsweisen findet in den Köpfen der Mitarbeiter statt. Es ist menschlich an liebgewonnen Prozessen zu hängen – das ist ganz unabhängig von Hierarchiestufe oder Alter. Aber auch das Neue begeistert. Das erleben wir. Hier sind die Führungskräfte gefordert, für die neue Arbeitswelt zu begeistern. Zentral dabei ist, dass jeder einzelne erkennt, weshalb sich einfache und digitale Prozesse auch für ihn persönlich positiv auswirken und lohnen. Die Führungskräfte haben die Verantwortung, die Mitarbeiter zu Mitgestaltern und Akteuren der Veränderung zu machen. Denn trotz neuer Technologien stehen die Menschen weiter eindeutig im Mittelpunkt.

Weitere Informationen

Arbeit 4.0 im Telefónica BASECAMP

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