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Quelle: Bitkom Research

Die Digitalisierung wird in den kommenden zehn Jahren mehr Arbeitsplätze für gut qualifizierte Menschen schaffen – damit rechnet laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Damit es wirtschaftlich tatsächlich bergauf gehen kann, sei allerdings ein drastisches Umdenken bei der digitalen Weiterbildung von Mitarbeitern vonnöten, so Thorsten Dirks, Bitkom-Präsident und Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland.

„Wenn wir bei der digitalen Transformation erfolgreich sein wollen, dann müssen wir mehr in die Köpfe investieren“, sagte Dirks am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Ausführungen fanden unter anderem Resonanz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt und der Bild-Zeitung.

Steigende Bedeutung digitaler Kompetenzen

Thorsten-Dirks-1000x562-AP22390Die Angst vor Jobverlusten infolge von Automatisierung und digitaler Innovation habe es schon in den 1980er Jahren gegeben, so der Bitkom-Präsident. Doch gerade im technisch fortschrittlichen Deutschland herrsche heute annähernd Vollbeschäftigung. Das liegt laut Dirks daran, dass zwar tatsächlich einfachere Aufgaben vermehrt von Computern übernommen würden, auf der anderen Seite aber neue Arbeitsplätze mit komplexeren Anforderungen und mehr Verantwortung entstünden. Digitalisierung ermögliche völlig neue Märkte und Geschäftsmodelle von Luftfahrt bis Landwirtschaft, was wiederum Arbeitskräfte voraussetze, die Entscheidungen treffen und Computern die entsprechenden Anweisungen geben können.

Allerdings erfordere die Bewältigung solcher Aufgaben Qualifikation im Umgang mit digitaler Technologie – und das quer durch alle Branchen. Fast 9 von 10 der vom Bitkom befragten Unternehmen sagen voraus, dass Digitalkompetenz künftig so wichtig sein werde wie fachliche und soziale Kompetenz.

Mangel an Strategie und Mitteln für Weiterbildung

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Quelle: Bitkom Research

Doch genau da hapert es, wie die Umfrage zeigt. Mitarbeiter und Bewerber sind demzufolge nur „befriedigend“ bis „ausreichend“ digital qualifiziert. Die Unternehmen beklagen dies – und dennoch verzichtet eine Mehrheit von ihnen auf Weiterbildung bei digitalen Kompetenzen. Besonders kleinere Unternehmen haben hier oft nichts im Angebot. Mehr als zwei Drittel aller Befragten hatten weder eine zentrale Strategie zur digitalen Weiterbildung noch ein entsprechendes Budget. Besonders besorgniserregend ist laut Dirks, dass jedes dritte Unternehmen die Weiterbildung von über 50-Jährigen für nicht lohnend hält, obwohl diese häufig noch 15 Jahre oder länger im Berufsleben vor sich hätten.

Auch die Politik sei gefragt, so Dirks. Es reiche nicht, das Recht auf Weiterbildung gesetzlich festzuschreiben; man müsse konkrete Veränderungen in der Praxis herbeiführen. Dazu gehöre nicht zuletzt, das Erlernen digitaler Fähigkeiten bundesweit im Lehrplan zu verankern. Aber auch jeder einzelne Arbeitnehmer müsse selbst Training einfordern und bestehende Möglichkeiten nutzen.

Weiterbildung muss integraler Bestandteil eines jeden Jobs werden“, schloss Dirks. „Wir sind alle gefordert.“

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Thorsten Dirks Bitkom-Präsident: Neue Arbeit – wie die Digitalisierung unsere Jobs verändert

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