Keynote auf der „d!conomy“ in Düsseldorf: Markus Haas, COO Telefónica Deutschland

Keynote auf der „d!conomy“ in Düsseldorf: Markus Haas, COO Telefónica Deutschland

Die Digitalisierung verändert nicht nur unseren Alltag und unsere Gesellschaft, sie stellt auch Unternehmen vor neue Herausforderungen. Wie sich Telefónica Deutschland als Onlife Telco neu aufstellt und die digitale Transformation als Chance nutzt, darüber berichtete COO Markus Haas auf der CeBIT-Konferenz „d!conomy“ in Düsseldorf. „Die digitale Transformation wird für jedes Unternehmen zum Stresstest“, sagte Haas und gab den rund 300 Teilnehmern fünf Thesen an die Hand, wie man diesen Wandel erfolgreich managen kann.

Auch in der digitalen Welt gilt: Entscheidend ist gute Unternehmensführung
Für Unternehmen sieht Markus Haas drei wesentliche Herausforderungen. Zum einen werden in der digitalen Welt die Kunden immer anspruchsvoller. „Nehmen Sie die Lieferzeiten beim Online-Shopping. Früher war man mit drei bis fünf Tagen zufrieden. Heute möchte man das Paket noch am gleichen Tag“, so Haas. Die zweite Herausforderung betreffe die Unternehmen selbst: „Durch neue Technologien verändert sich die Arbeitswelt grundlegend“, erklärte Haas. Transparenz und Entscheidungsfreiheit werden für Mitarbeiter immer wichtiger. Und drittens nehme die Vernetzung – intern wie extern – von Unternehmen deutlich zu. Haas: „Die digitale Welt ist eine Echtzeit-Welt, in der Schwächen schonungslos offen gelegt werden!“

Um sich in dieser neuen Welt zu behaupten, erklärte er, sei eine Tugend aus der „alten“ Konzernwelt auch weiterhin gültig: „Operational Excellence“ – so lautete deshalb auch der Titel seines Vortrags. Wie Operational Excellence in der digitalen Transformation aussieht, erläuterte er am Beispiel von Telefónica Deutschland.

Auf dem Weg zur Onlife Telco

cebit-konferenz-dconomy-duesseldorf-haas-006-1280x720Als Telefónica Deutschland vor zwei Jahren mit E-Plus fusionierte, nutzte das Unternehmen den Zusammenschluss, um sich als digitales Telekommunikationsunternehmen neu aufzustellen. „Wir haben dafür den Leitbegriff Onlife Telco geschaffen. Wir wollen den Kunden in Echtzeit Angebote machen, die ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechen“, erklärte Haas.

Die Unternehmensstruktur wurde dafür von Grund auf neu gestaltet und beispielsweise die Bereiche Netz und IT zusammengelegt. Gleichzeitig wurden neue, erfolgversprechende Geschäftsbereiche wie Advanced Data Analytics und Internet der Dinge gegründet.

Digital Collaboration Center: Die digitale Schaltzentrale

Heute ist Telefónica Deutschland auf dem Weg zur Onlife Telco bereits ein gutes Stück vorangekommen. In seinem Vortrag stellte Haas Beispiele wie das Digital Collaboration Center vor – die digitale Schaltzentrale des Unternehmens. In einem eigenen Stockwerk im O2 Tower in München werden permanent die aktuellen Unternehmens- und Marktdaten analysiert. „Es dauert nicht mehrere Tage oder Wochen, bis Ergebnisse vorliegen. Wir können die Wünsche unserer Kunden in Echtzeit erkennen“, so Haas.

Ein anderes Beispiel ist die Customer Journey, also die Berührungspunkte eines Kunden mit dem Unternehmen, die bei Telefónica Deutschland offline und online nahtlos ineinander übergehen. Oder das neue Angebot O2 Banking. „Wer in der digitalen Transformation erfolgreich sein will, braucht Partner“, sagte Haas. Für O2 Banking, dem ersten komplett mobilen Bankkonto eines Mobilfunkanbieters, holte das Unternehmen den Finanzspezialisten Fidor Bank aus München mit ins Boot.

Fünf Thesen für eine erfolgreiche Operational Excellence

„Release your digital business“ – die Kräfte der Digitalisierung entfesseln – lautete das Motto der diesjährigen „d!conomy“. Es war bereits die zweite Konferenz unter dem Dach der CeBIT, der weltgrößten Messe über IT und Digitalisierung. Unter den Referenten waren Vertreter von bekannten Unternehmen wie SAP, Audi, Evonik und Media-Saturn, die über ihre Erfahrungen in der digitalen Transformation berichteten.

Auch wenn jedes Unternehmen natürlich vor eigenen Herausforderungen und Chancen durch die digitale Transformation steht, fasste Markus Haas die Erfahrungen von Telefónica Deutschland in fünf Thesen zusammen, die im Anschluss auch im Plenum diskutiert wurden.

Markus Haas - CeBIT Konferenz d!conomy 2016 in Düsseldorf

Erstens: Unternehmen müssen den digitalen Wandel selbst aktiv gestalten. Wer nur reagiert und sich lediglich anpasst, wird auf Dauer nicht bestehen.

Zweitens: Make it simple! Erst müssen Strukturen und Prozesse vereinfacht werden, dann kann man diese erfolgreich digitalisieren. Haas: „Wenn Sie einen schlechten Prozess digitalisieren, dann haben Sie immer noch einen schlechten Prozess!“

Dritte These: Die Stärken von Konzernen müssen mit denen von Startups verbunden werden. „Das heißt Disruption auf der einen, aber auch Skalierung und Steuerung auf der anderen Seite“, so Haas.

Viertens: „Daten sind der entscheidende Rohstoff der Digitalisierung“, so Haas. Künftig würden Unternehmensentscheidungen deshalb immer stärker auf der smarten Analyse von Daten basieren.

Und schließlich fünftens: Wissen teilen und Partnerschaften eingehen! „Eine vernetzte Welt erfordert vernetztes Arbeiten – intern wie extern. Wer in der digitalen Welt erfolgreich sein will, braucht Partner.“

Weitere Informationen

d!conomy: Programm 2016

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