shutterstock 448561285 IoT digital vernetzt Internet der Dinge m2m

Foto: Shutterstock / chombosan

Die Digitalisierung erfasst alle Bereiche. Sie ist nicht auf Computer oder Smartphones begrenzt, sondern verändert unser ganzes Leben durch ihre Fortschritte in Industrie 4.0, Smart Home, E-Health, Elektro-Mobilität, Smart City und immer mehr Gebieten. Das bringt viele Fortschritte in Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Aber vor allem soll diese Entwicklung den Menschen helfen, ein selbstbestimmtes digitales Leben zu führen, das genau ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Entsprechend groß ist der Nutzen von digitalen Technologien für die Volkswirtschaft. Sie tragen schon bis zu zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den am weitesten digitalisierten Ländern bei, zeigt der Telefónica Index on Digital Life (TIDL), den weltweit führende Wissenschaftler der Imperial College Business School in London, der George-Mason-Universität und der Universität von Pécs erstellten.

Diese Entwicklung ergreift alle Bereiche und jedes Land. „Das Leben selbst wird digital und Technologie hat sich zu einem wesentlichen Teil des Menschseins entwickelt“, sagt deshalb auch der Vorstandsvorsitzende von Telefónica S. A., José María Álvarez-Pallete López. „Mobile Technologie ist inzwischen allgegenwärtig. Die Digitalisierung bringt weltweit Gesundheitsdienstleistungen und Forschungseinrichtungen voran, liefert Energie für die Versorgungsinfrastruktur, unterstützt Bildungssysteme, revolutioniert unsere Geschäftsmethoden und trägt wesentlich dazu bei, dass die Menschheit über alle Grenzen hinweg kommunizieren kann.“ Niemals zuvor konnten wir einen derartigen Fortschritt beobachten, der die ganze Welt erfasst und enorme Veränderungen hervorbringt.

TIDL: Weltkarte der Digitalisierung von Telefónica

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Deutschlands Position im TIDL.

Das zeigt auch der TIDL, der ein Gesamtbild des digitalen Lebens auf der Erde zeichnete. Als führendes Land haben die Experten kaum überraschend die USA ermittelt. Sie liegen mit einem TIDL-Wert von 96,3 an der Spitze. Es folgen Kanada (92,4), Australien (90,1), Großbritannien (88,7) und auf Platz 5 Deutschland (81,0).

Die Bundesrepublik lässt damit Hightech-Länder wie Israel und Japan hinter sich. Doch obwohl diese Position zuerst gut erscheint, verliert sie dennoch ihren Glanz, wenn man den TIDL ins Verhältnis zum BIP pro Kopf setzt: Dann rutscht Deutschland plötzlich auf Platz 23 ab und bleibt damit nach Einschätzung der Wissenschaftler unter seinen Möglichkeiten.

Dabei erobert auch hierzulande die Digitalisierung immer weitergehende Wirtschafts- und Lebensbereiche: Nintendo hat mit seinem Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go nahezu alle öffentlichen Straßen und Plätze erobert. Staubsauger- und Rasenmäherroboter sorgen auch in deutschen Haushalten für Arbeitsentlastung. Unternehmen wie der Augsburger Roboterhersteller Kuka zählen international zu den Technologieführern.

Industrie 4.0: Export-Schlager aus Deutschland

Geocare, Notrufsystem des Münchner Unternehmens Libify

Notruf-Lösung von Libify.

Und auch deutsche Startups verändern ganze Märkte, wenn sie beispielsweise wie das Münchner Unternehmen Libify einfach die technische Grundlage einer etablierten Anwendung verändern: Statt auf das alte Festnetz setzt die Notrufruflösung Geocare dieses Telefónica-Kunden auf automatisierten Mobilfunk – und macht damit ein weithin akzeptiertes Hilfesystem genauso mobil wie die Senioren von heute, die dadurch noch flexibler und selbstbestimmter leben können.

Einen sprachlichen Erfolg kann Deutschland wenigstens schon einmal verbuchen, wenn es um die Digitalisierung geht: Während vor zwei Jahren international immer nur von Smart Factories gesprochen wurde, setzt sich jetzt weltweit der Begriff Industrie 4.0 durch, den die deutsche Bundesregierung prägte. Noch ist der Zug also nicht abgefahren, die Digitalisierung auch international mitzugestalten. Denn schließlich kommt es dabei auch auf die Tugenden an, die gern dem deutschen Mittelstand zugeschrieben werden: als Tüftler neue Lösungen zu entwickeln, die auch wirklich zu Ende gedacht sind, und sie mit großer Zuverlässigkeit in die Praxis umzusetzen. Telefónica zeigte die interessantesten Beispiele dafür erst neulich beim dritten Digital Innovation Day. Dabei stand die Vernetzung aller Lebensbereiche wieder im Mittelpunkt: nicht nur für Maschinen und Geräte im Internet der Dinge, sondern auch für Menschen und Unternehmen in der Geschäftswelt.

IPP für M2M: Mit Partnern zum Erfolg im Internet der Dinge

Für Telefónica Deutschland wird die Digitalisierung zum Wachstumstreiber. Helmut Schnierle, Head of M2M Sales bei Telefónica Deutschland, erläutert, wie das für Partner und Anwenderunternehmen funktioniert.

Helmut Schnierle, Head of M2M Sales bei Telefónica in Deutschland

Helmut Schnierle, Head of M2M Sales

Herr Schnierle, die IT- und Telekommunikationsbranche ist gut darin, neue Vokabeln zu finden. Dabei ist es manchmal schwer, die Begriffe richtig zu verstehen und auseinanderzuhalten. Wie hängen Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) und Internet der Dinge (IoT) zusammen – und was unterscheidet sie?

Schnierle: Internet der Dinge beschreibt die Tatsache, dass mittlerweile alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche digital werden. Gegenstände des Alltags, zu Hause, im Büro, in der Stadt, in der Produktion bekommen Sensoren und Kommunikationseinheiten, die für die Vernetzung sorgen. Als Machine-to-Machine-Kommunikation verstehen wir die Datenautobahn zwischen den Maschinen, über die automatisiert Daten zwischen den vernetzten Dingen und Servern fließen.

Vollständig wird dieses Bild aber erst, wenn wir den dritten wichtigen Aspekt hinzunehmen, nämlich die Analyse von Daten. Sie fallen in großen Mengen im Internet der Dinge an und werden durch M2M-Kommunikation übertragen, doch das ist kein Selbstzweck. Nutzen bringen sie erst, wenn sie analysiert und zur Grundlage von Entscheidungen, Services und Geschäftsmodellen werden.

Wie positioniert sich Telefónica in Deutschland beim Internet der Dinge?

Schnierle: Wir bearbeiten das Thema in drei Säulen: M2M, IoT und Advanced Data Analytics.

Sie verantworten das M2M-Geschäft von Telefónica. Sind in Ihrem Unternehmen M2M und Advanced Analytics Unterbereiche von IoT?

Schnierle: Nein, die drei Säulen stehen nebeneinander. M2M konzentriert sich auf das B2B-Geschäft. Vielleicht sagen wir einfach Geschäfts-IoT. Deshalb bearbeiten wir hier intensiv Märkte wie Energieversorgung und professionelles Flotten-Management. Der IoT-Bereich in unserem Unternehmen hat den Endkunden im Fokus. Dazu zählen für uns beispielsweise clevere Anwendungen für ein besseres Einkaufserlebnis, etwa unsere Smart Retail-Lösung, die Telefónica in Spanien bereits in Läden des Mode-Labels Zara zeigt. Die dritte Säule Advanced Analytics hat sich auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert.

Welche Kompetenzen bringt Telefónica mit?

Schnierle: Als Telekommunikationsunternehmen sind wir zunächst einmal ausgewiesene Experten für die Vernetzung. Die M2M-Kommunikation gehört deshalb zum Kern unseres Geschäfts. Wir haben uns aber auch intensiv mit der Digitalisierung auseinandergesetzt. Wir haben den Anspruch, eine OnLife Telco zu sein. Das gilt auch im Business-Bereich. Unsere Kunden können wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Internet der Dinge unterstützen, und zwar mit unserem Know-how der Anwendung über die Vernetzung bis hin zur Datenanalyse. Für uns sind diese Themen nicht neu. Selbst Big Data betreiben wir schon lange: Die Analyse großer Datenmengen nutzen wir beispielsweise, um unser Netz und die Standorte von Mobilfunkmasten zu optimieren.

Bei der Vielschichtigkeit des Internet der Dinge, bei den vielen neuen Anwendungen und Geschäftsmodelle kann Telefónica aber doch nicht in allen Branchen gleichermaßen kompetent sein. Wie gehen Sie damit um?

Schnierle: Wir haben ein internationales Partnerprogramm aufgelegt, unser IoT Partner Program, kurz IPP, das wir auch auf einer spezielle Website vorstellen. Im IPP arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die ganz spezielle Kompetenzen mitbringen und unsere ergänzen. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Anwenderunternehmen befähigen, die Vorteile der Digitalisierung, des Internet der Dinge optimal zu nutzen. Wir sehen uns dabei als echte Partner. Wir müssen dabei nicht die Führung übernehmen – wir stellen unsere Leistung und unsere Services auch als White-Label-Angebot zur Verfügung, sodass unser Partner quasi als Gesamtanbieter fungiert.

Haben Sie Beispiele für diese Partnerschaften?

Schnierle: Das IT-Systemhaus Materna und der Marktführer für GPS-basiertes Flottenmanagement-Lösungen, Geotab, zählen beispielsweise dazu. Das Programm ist international angelegt, und so haben wir nicht nur Unternehmen aus Deutschland, die mitmachen, sondern auch aus Spanien, den USA und vielen anderen Ländern.

Welche Rolle spielt denn Telefónica Deutschland dabei im internationalen Geschäft?

Schnierle: Wenn wir gute Geschäfte im Internet der Dinge machen wollen, ist es nicht sinnvoll, sich national aufzustellen. Das Internet der Dinge endet nicht an nationalen Grenzen. Wir von Telefónica Deutschland unterstützen deshalb Kunden weltweit – nicht nur in unserem Heimatmarkt, sondern auch in den USA, in der Schweiz, in Israel … Deutschland ist eine Exportnation. Deshalb brauchen unsere Kunden wie der Notrufanbieter Libify, der Telematikspezialist idem telematics und der Kunstwächter ArtGuardian international Konnektivität. Hierfür sind wir mit unserer Global SIM, die sich weltweit in die jeweils verfügbaren Mobilfunknetze einbuchen kann, und unserem einfachen, aber sehr flexiblen Tarifsystem IoT Connect, sehr gut aufgestellt.

Sie nennen SIM-Karte und Tarifsystem als Vorteil ihres Angebots. Springen Sie damit nicht zu kurz beim Internet der Dinge?

Schnierle: Unser Angebot kann deshalb auch nicht auf SIM-Karte und Tarif reduziert werden. Die allermeisten Anwendungen im Internet der Dinge brauchen gemanagte Services. Und genau die bieten wir mit unserer Smart M2M-Plattform. Hierüber kann der Kunde nicht nur seine SIM-Karten administrieren und den Verbrauch kontrollieren, beschränken oder freigeben, sondern auch Daten in Echtzeit abrufen, um sie in seiner IT weiterzuverarbeiten. Damit erst erhält er die Grundlage, Einsatz und Nutzung seiner Anwendung zu optimieren – um so schließlich die Vorteile der Digitalisierung in seinem Geschäft optimal zu nutzen.

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