Thosten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland, spricht beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland, spricht
beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

Durch die Digitalisierung können wir die sich derzeit auftuenden gesellschaftlichen Spaltungen überwinden, sofern wir alle Menschen an ihren Vorteilen und Chancen teilhaben lassen. Das war eine zentrale Botschaft von Telefónica Deutschland-CEO und Bitkom-Präsident Thorsten Dirks auf dem zehnten Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken.

„Nie hätten wir gedacht, dass sich so schnell solch tiefe Gräben auftun würden in unseren aufgeklärten Gesellschaften“, sagte Dirks in seiner gestrigen Rede vor rund 1000 Gästen – darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Sigmar GabrielDigitalisierung kann diese Gräben überwinden und uns wieder näher zueinander bringen. Digitalisierung verbindet Menschen und Unternehmen, sie überwindet Grenzen und weitet den Blick – wenn wir digitale Teilhabe sicherstellen.“

Um eine solche Teilhabe zu ermöglichen, standen in diesem Jahr die digitale Bildung, die Zusammenarbeit unterschiedlicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure in digitalen Hubs und der Ausbau digitaler Infrastruktur im Mittelpunkt des IT-Gipfels. Die Veranstaltung bildet die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zur Gestaltung des digitalen Wandels in Deutschland und bildet den Startpunkt für die Implementierung der beschlossenen Initiativen.

„Es geht jetzt erst richtig los“

Thosten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland, Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland, Sigmar Gabriel
und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

Um zu verdeutlichen, wie schwerwiegend der bevorstehende Wandel sein wird, blickte Dirks auf das erste Jahr des IT-Gipfels zurück: „Kein Smartphone, kein iPad. Kein Uber, kein Airbnb, kein Spotify. Kein Snapchat, kein WhatsApp. Twitter, YouTube und Facebook gerade gegründet.“ Die Veränderungen, die in den kommenden zehn Jahren zu erwarten seien, würden jedoch weit darüber hinausgehen. Denn, so Dirks optimistisch: „Es geht jetzt erst richtig los.“

Die digitalen Technologien sind ein Segen, wenn wir sie verantwortungsvoll einsetzen und souverän mit ihnen umgehen, so Dirks. „Digitale Souveränität und digitale Teilhabe von Menschen und Unternehmen: Das wird entscheidend sein für die Zukunft und den Wohlstand unseres Landes.“

In den vergangenen Jahren seien hierfür bereits wichtige Ziele erreicht worden. So hätten heute 96 Prozent der Bevölkerung Zugang zu LTE, und fast drei Viertel der Bevölkerung würden auch leitungsgebunden mit Bandbreiten über 50 Mbit/s versorgt. „Natürlich weiß ich, dass das immer nur Etappenziele sind. Die Netzbetreiber bleiben auch nicht stehen, sie investieren weiter: 8 Milliarden Euro, Jahr für Jahr“, sagte Dirks.

Der Weg in die Gigabit-Gesellschaft

Sigmar Gabriel und Thorsten Dirks, CEO von Telefónic Deutschland beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

Sigmar Gabriel und Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland
beim 10. Nationalen IT-Gipfel, Foto: Michael Besserdich

In den nächsten zehn Jahren stehe Deutschland mit dem Schritt in die Gigabit-Gesellschaft ein wahrer Quantensprung bevor. Direkt an die Bundeskanzlerin gewandt, sagte Dirks weiter: „Beim Breitbandausbau müssen wir Mut haben und ambitionierte Ziele verfolgen. Uns steht der Wandel vom Konsumenten-Internet zum industriellen Internet bevor. Hohe Bandbreiten und geringe Latenzen an jedem Ort für 82 Millionen Menschen und Milliarden von Maschinen, Sensoren, Fahrzeugen und Geräten in Deutschland.“ Diese Aufgaben könne man nur gemeinsam bewältigen. Daher müssten Staat und Netzbetreiber mehr Kooperationen wagen.

Bundeskanzlerin Merkel regte in ihrer Rede ein Umdenken beim Datenschutz an, um Innovation zu erleichtern. Beim Datenschutz gehe es „um Leitplanken, um das Verhindern von Exzessen – aber es geht auch um Freiräume, die erhalten bleiben, um neue Entwicklungen zu ermöglichen“, sagte sie.

Entscheidend für den Erfolg der digitalen Transformation sei laut Dirks die digitale Bildung. Die zuständige Bildungsministerin Johanna Wanka setze mit dem 5 Milliarden Euro schweren Digitalpakt an der richtigen Stelle an, sagte Dirks: „Sie legen das Geld für die Technologie auf den Tisch. Sie fördern die Schulen und Sie fordern sie. Ohne didaktische Konzepte und Schulungsangebote für die Lehrer gibt es kein Geld.“ Und was für das Bildungssystem gelte, gelte mehr noch für die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter konsequent mit digitalen Fertigkeiten ausstatten müssten. Denn die Kernfrage laute: Wo stehen wir in 20 Jahren? „Für uns alle hier steht völlig außer Frage, dass wir in der digitalen Champions League spielen müssen“, so der Telefónica Deutschland-CEO.

Digitale Ökosysteme als Schlüssel für den Erfolg

Dirks schloss seinen Vortrag mit einem Appell an die Unternehmen, das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und unterstrich die Dringlichkeit hierzu mit ein paar provokante Fragen: „Haben die Taxiinnungen MyTaxi oder Uber erfunden? Oder die Hoteliers Airbnb, die Einzelhändler Amazon, Ebay oder Alibaba? Die Musikverlage iTunes, Spotify und Deezer, die Filmemacher YouTube?“ Natürlich sei dem nicht so.

Da in Deutschland bislang kaum internationale Plattformen entwickelt würden, müsse sich dies ändern. „Dazu werden wir rund um unsere Leitindustrien digitale Ökosysteme aufbauen. Orte, an denen sich die digitale Avantgarde versammelt. Dafür bauen wir digitale Hubs auf.“ In Städten wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt würden solche Knotenpunkte aktuell vorbereitet. Innerhalb einer Generation werde unsere Welt von analog auf digital gedreht. Um hier bestehen zu können, brauche es einen nationalen Kraftakt, eine Bündelung der Kräfte. Denn, so Dirks: „Die digitale Transformation wartet nicht. Lassen Sie uns starten.“

10. Nationaler IT-Gipfel in Saarbrücken

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