Gewinner des Digital Pokals 2016: Fabian Sedlmayr (li.) und Nils Aschmann (re.)
(Help-O-Mat) mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (2.v.l.),
Heike Kahl (DKJS, links) und Claudia von Bothmer (Telefónica, rechts)
bei der Jubiläumsveranstaltung von Think Big.

Wie kommen ehrenamtliche Helfer zu den passenden Projekten? Nils Aschmann und Fabian Sedlmayr haben mit der Online-Plattform Help-O-Mat darauf eine Antwort gefunden. Bei der Jubiläumsveranstaltung zu fünf Jahren Think Big wurden sie mit dem diesjährigen Think Big Digitalpokal ausgezeichnet.

Diesen haben die Think Big Programmpartner bereits zum dritten Mal an ein herausragendes digitales Projekt vergeben. Im Gespräch berichten die beiden 21-jährigen BWL Studenten der WHU Koblenz, wie sie den Help-O-Mat über ihre Heimatregion hinaus ausbauen wollen und was sie durch die Projektarbeit gelernt haben.

Wie seid Ihr auf die Idee mit dem Help-O-Mat gekommen?

Nils Aschmann: Auf Initiative eines Uni-Projektes haben wir in einer Fünfer-Gruppe überlegt, welche Ideen es für ein soziales Projekt gibt. Aufgrund der aktuellen Situation haben wir auch über Flüchtlingshilfe nachgedacht. Schnell kamen wir darauf, dass es zwar viel Hilfsbereitschaft gibt, aber kaum eine Möglichkeit, diese gezielt auf Projekte zu verteilen.

Fabian: Und das gilt für ehrenamtliches Engagement insgesamt. Daher kamen wir auf die Idee, eine ähnliche Lösung wie das interaktive Wahl-Tool zu entwickeln. Der Help-O-Mat prüft die Persönlichkeitsprofile, die durch Beantwortung der Nutzerfragen entstehen, und ordnet sie über einen Algorithmus passenden Organisationen oder sozialen Projekten zu. Es geht um eine individualisierte Freiwilligenvermittlung.

Könnt Ihr auf die persönlichen Daten zugreifen?

Fabian:

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Fabian Sedlmayr (li.) & Nils Aschmann

Nein, die Daten sind nur für die Auswertung relevant und sind im System geschützt. Das Projektteam kann die Daten nicht nachvollziehen. Deshalb wissen wir beispielsweise auch nur, dass sich bisher 3000 Nutzer schon einmal durch die Website geklickt haben. Aber Alter und Geschlecht kennen wir nicht.

Nils: Entsprechend erfolgt der Kontakt zwischen Interessenten und Organisationen manuell. Das System zeigt dem Interessenten auf, welches Projekt am besten zu ihm oder ihr passt und gibt eine Kontaktmöglichkeit an.

Wie kommt Ihr zu den sozialen Projekten, die der Help-O-Mat vermittelt?

Fabian: Aktuell nehmen wir selbst manuell die Organisationen auf. Wir haben das Internet durchsucht und mit Organisationen vor Ort gesprochen. Mittel- bis langfristig geht das aber nicht mehr. Organisationen sollen sich dann selbst in das Formular eintragen können.

Eure Plattform spricht Freiwillige und Organisationen aus dem Raum Koblenz an. Soll es bei dem Fokus auf Eure Heimatregion bleiben?

Nils: Nein. Wir haben schon überregionale Anfragen bekommen und möchten den Help-O-Mat im Lauf des Jahres 2017 großflächig in Deutschland verfügbar machen.

Gibt es schon konkrete Pläne dafür?

Fabian: Ja! Von Januar bis März starten wir im Raum Frankfurt durch. Dort haben wir persönliche Kontakte, das erleichtert den Einstieg.

Wie hilft Euch Think Big bei Eurem Projekt?

Nils:

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Coverbild zur Think Big Studie 2016
Foto: Christian Klant

Zu anfangs war die finanzielle Förderung das Allerwichtigste. Wir hatten viel recherchiert, wie wir beispielsweise die Serverkosten tragen können, und sind dabei auf Think Big gestoßen. Das passte einfach perfekt, gerade auch mit dem digitalen Fokus. Die Bewerbung war unkompliziert und nach der Basic-Förderung können wir jetzt auch die Upgrade-Förderung nutzen. Das hilft uns sehr.

Fabian: Aber auch der Kontakt mit den Förderpartnern und der Austausch mit anderen Projektmachern beim Kick-Off waren Gold wert. Und dass wir den Digitalpokal gewonnen haben, bedeutet uns sehr viel. Die Auszeichnung zeigt uns, dass unsere Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird und dass wir andere Menschen damit erreichen. Das motiviert uns weiterzumachen.

Das hört sich nach einer echten Erfolgsstory an. Lief es von Anfang an so gut mit Eurem Projekt?

Fabian: Die Anfangsphase war sehr schwierig. Wir hatten zwar eine Idee, aber keinen Plan. Wir mussten Schritt für Schritt vorgehen. Mit der ersten Rohversion vom Help-O-Mat haben wir Tests an Schulen gemacht und daraus viel positives Feedback. Das hat uns ermutigt.

Nils: Auch die Arbeit im Team hat uns sehr motiviert und viel Spaß gemacht. Wir haben alle zusammen den Algorithmus selbst gebaut und mit Mathematikern zusammen gearbeitet. Wenn man dann das Wachstum miterlebt und sieht, wie die Website fertig wird und sich immer mehr Nutzer anmelden, dann ist das ein tolles Gefühl.

Was nehmt Ihr aus der Projektarbeit für Euch mit?

Fabian:

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Fabian Sedlmayr (li.) & Nils Aschmann

Gründung ist für mich ein großes Thema, gerade mit Blick auf meine beruflichen Perspektiven. Da ist ein solches Projekt eine sehr gute Schule. Es geht um Themen wie Reichweite, Finanzierung oder strukturiertes Arbeiten.

Nils: Das geht mir genauso. Und vor allem die persönliche Ebene, also die Erfahrungen in der Teamarbeit, bringen mir sehr viel. Wir haben zu fünft angefangen, seitdem sind neun weitere Teammitglieder dazu gekommen. Das Aufgleisen neuer Mitarbeiter, das konstante Dranbleiben auch in schwierigen Phasen – das sind wertvolle Erfahrungen, die uns auch später helfen werden.

Über Think Big:
Think Big ist ein Jugendprogramm der Telefónica Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gemeinsam mit O2. Es ermöglicht 14- bis 25-Jährigen, eigene soziale und digitale Ideen zu entwickeln, selbst in Projekten umzusetzen, und mithilfe digitaler Medien groß zu machen. Dabei werden sie mit fachlichem Coaching und finanziellen Mitteln unterstützt. Die Ideen reichen von einer Internet-Plattform für Freizeitkicker über Nachhilfe für Flüchtlingskinder bis hin zu Apps, mit denen sich der Schulalltag vereinfachen lässt. Die Ergebnisse aller Projektphasen dokumentieren die Jugendlichen auf der gemeinsamen Programmwebsite www.think-big.org.

Mehr Informationen:

think-big.org: Fünf Jahre Think Big: Chancen der Digitalisierung nutzen
Think Big online: www.think-big.org
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Neu: Snapchat – Nutzername: o2thinkbig

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