Smartphone 2017

Der Telekommunikationsmarkt ist eine der dynamischsten Branchen überhaupt. Sie steht im Zentrum der Digitalisierung. Die Digitalisierung prägt die Gesellschaft wie keine andere Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Welche Ereignisse werden 2017 die Branche bewegen?

Gleich zu Beginn des Jahres steht ein entscheidender Wechsel bei Telefónica Deutschland an. Markus Haas übernimmt den Vorsitz des Vorstandes der Telefónica Deutschland Holding AG und tritt damit die Nachfolge von Thorsten Dirks an. Als Chief Operating Officer führte Haas das Unternehmen bereits mit Rachel Empey, Chief Financial Officer, erfolgreich durch den Börsengang sowie den Zusammenschluss mit der E-Plus Gruppe. Gemeinsam werden sie die Integration beider Unternehmen abschließen und die weiteren Weichen für die Entwicklung hin zur OnLife Telco stellen. Beide werden gemeinsam am 22. Februar auch der Öffentlichkeit die Geschäftsergebnisse 2016 vorstellen und einen Ausblick für 2017 geben.

Messefieber in den ersten Monaten des Jahres

Vom 15. bis 17. Januar trifft sich, was Rang und Namen in der Digitalisierung hat, zur Digital Life Design Konferenz (DLD) in München. Die Konferenz- und Innovationsplattform von Hubert Burda Medien steht in diesem Jahr unter dem Motto „…what‘s the plan?“ Dabei geht es um die Trends und Herausforderungen der digitalen Welt. Auch Telefónica ist vor Ort vertreten. Kurz zuvor im Januar kommt die Consumer Electronics Branche auf der CES in Las Vegas zusammen. Vom 5. bis 8. Januar werden die ersten Neuheiten der Konsumgüter- und Elektroindustrie mit viel Tamtam in Szene gesetzt.

Der Mobile World Congress vom 27. Februar bis 2. März wird für Telefónica ein weiteres Highlight am Jahresanfang. Das größte Treffen der Mobilfunkbranche findet alljährlich Ende Februar in Barcelona statt und ist ein Heimspiel des Großgesellschafters Telefónica mit Sitz in Spanien. Das Motto in diesem Jahr lautet “The Next Element“.

Foto: Deutsche Messe/CeBIT

Nach vielen Jahren der Abwesenheit kehrt Telefónica Deutschland mit einem großen Auftritt auf die CeBit zurück, um sich vom 20. bis 24. März in Hannover einem breiten Business-Publikum zu präsentieren. Zentrales Thema auf dem 400 Quadratmeter großen Messestand sind digitale, mobile Lösungen für Leben, Arbeit und Gesellschaft.

Ende März legt Telefónica Deutschland dann den Geschäftsbericht 2016 vor, ebenso den neuen CSR Bericht. Auf der Anfang Mai folgenden Hauptversammlung steht das Management den Aktionären Rede und Antwort zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

Sommer: EU-Roaming-Gebühren fallen endgültig weg

Die Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der EU wurde bereits 2015 beschlossen. Schon seit einigen Jahren kommen die Verbraucher in den Genuss einer regulierten Absenkung der Gebühren. Ab Mitte Juni 2017 sollen Mobilfunkkunden nun für ihre Handygespräche und den Datenverkehr auf Reisen in der EU denselben Preis wie zu Hause zahlen. Hier arbeiten die Telekommunikationsunternehmen an der technischen Umsetzung sowie an einer Lösung, wie sich missbräuchliche Nutzung aufdecken beziehungsweise verhindern lässt. Günstiges Roamen ist schon jetzt möglich. Entsprechende Pakete hat Telefónica bereits seit vergangenen Jahr im Angebot und hat Roaming bei seiner Premiummarke O2 bereits in den aktuellen Tarifen inkludiert.

Foto: pixabay/laura6

Durch die neue Regelung wird ein Wegfall an Einnahmen erwartet, der die Branche ebenso Umsätze kosten wird, wie die Ende 2016 behördlich verordnete Absenkung der Durchleitungsgebühren (Termierungsentgelte). Diese Gebühren verrechnen die Betreiber untereinander, wenn ein Gespräch von einem in ein anderes Netz übergeben wird. In Summe dürften diese Entscheidungen nach Expertenschätzungen der Branche mehrere 100 Millionen Euro Umsatz aus den Bilanzen ziehen.

Und noch eine weitere politische Entscheidung sorgt für viel Arbeit in den IT- und Vertriebsbereichen der Telekommunikationsanbieter. Denn am 1. Juli 2017 tritt ein weiterer Teil des Anti-Terror-Pakets der Bundesregierung in Kraft. Am 1. Juni 2016 stellte Innenminister Thomas de Maizière den Entwurf dem Bundestag vor. Dies führte in der Folge zu heftigen Debatten um die Wirksamkeit der darin enthaltenen Überwachungsmaßnahmen. Der Beschluss sieht unter anderem eine verschärfte Identifikationspflicht bei Prepaid-Nutzern vor. Einen Plan zur konkreten Umsetzung hat die Bundesnetzagentur Ende Dezember 2016 veröffentlicht. Aktuell kaufen Verbraucher die SIM-Karten in diesem großen Marktsegment unter anderem bequem an der Supermarktkasse. Dies macht das Angebot für Kunden attraktiv.

Ein weiteres Brennpunkt-Thema, das sicher auch im Jahr 2017 wieder in aller Munde sein wird, ist die politisch umstrittene Vorratsdatenspeicherung. Seit dem 23. November 2016 gilt ein neuer Anforderungskatalog der Bundesnetzagentur, der auch ein weiteres Vorgehen zur Speicherung personenbezogener Daten durch oder für öffentliche Stellen beinhaltet. Seit dem 1. Januar 2016 läuft eine Frist von 18 Monaten, um die Vorratsdatenspeicherung systemtechnisch in den Unternehmen umzusetzen. Ergo haben die Betreiber bis Juni Zeit, diese Anforderungen mit einem hohen Anspruch an Sicherheit, Systeme und Prozesse zu erfüllen. Ein Projekt, das die gesamte TK-Branche vor Herausforderungen stellt.

Auf dem Weg zu 5G

Auf dem Weg zur OnLife Telco steht für Telefónica Deutschland auch im anbrechenden Jahr natürlich die Weiterentwicklung des Netzes im Vordergrund. Dies beinhaltet neben der Integration der Netze von E-Plus und O2 selbstverständlich auch den weiteren Ausbau des LTE Netzes. Und während dieser in der Branche noch in vollem Gange ist, laufen schon die Diskussionen über die nächste Mobilfunkgeneration.

Foto: pixabay/Life-Of-Pix

Erst Mitte Dezember 2015 hat die EU den Weg für eine Nutzung des 700 MHz-Frequenzbandes für den Standard freigemacht – in Deutschland sind die Voraussetzungen dafür längst geschaffen. Formal ist 5G noch nicht einmal vollständig technologisch standardisiert und wird vor 2020 eher nicht in der Breite zum Einsatz kommen. Einige Staaten haben aber bereits Testnetze zu einem früheren Zeitpunkt angekündigt, etwa zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea.

Telefónica Deutschland hat sich schon 2016 für die Entwicklung des neuen 5G-Standards engagiert. Im Juli starteten Telefónica und Huawei ein 4,5G Pilotnetz. Als erster Netzbetreiber holte Telefónica Deutschland damit diese LTE-Ausbaustufe aus dem Labor, um sie in praxisnahen Feldtests zu erproben. Die höheren Kapazitäten und Datengeschwindigkeiten sowie kürzere Reaktionszeiten stehen damit schon einigen Kunden zur Verfügung.

Entwicklungen bei der Frequenzvergabe

Grundvoraussetzung für den Einsatz neuer Mobilfunktechnologien ist immer ein passendes Frequenzspektrum. Die Diskussionen um Verfügbarkeit und Vergabe bewegen die Branche seit jeher. 2017 wird sich die Bundesnetzagentur mit diesem Thema intensiver beschäftigen und in dem Zuge auch diskutieren, wie mit den 2020 auslaufenden Frequenzen aus der spektakulären UMTS-Frequenzauktion im Jahr 2000 verfahren werden soll. Die Bundesnetzagentur hat dazu im Dezember 2016 Orientierungspunkte zur Bereitstellung von Frequenzen veröffentlicht. Diese geben den Unternehmen bis zum 1. März 2017 die Gelegenheit, ihre Interessen und Nutzungsszenarien vorzutragen. Im Zentrum dieses Verfahrens, das auch den Weg für die 5. Mobilfunkgeneration ebnen soll, stehen neben den genannten auslaufenden UMTS Frequenzen bei 2 GHz unter anderem auch neue Frequenzbereiche bei 3 GHZ oder 26 bzw. 28 GHz.

5G als zusätzlicher Treiber von Glasfaserinfrastrukturen

digital vernetztDie zunehmende mobile Datennutzung erfordert allerdings nicht nur eine ausreichende Frequenzausstattung. Künftig müssen die Anbieter auch immer mehr Mobilfunkmasten direkt an Glasfaserleitungen anbinden. Dies zeigt sich bereits bei LTE, doch 5G wird den Glasfaserausbau in Deutschland weiter beschleunigen.

Für die TK-Branche ist dies eine enorme Herausforderung, denn sie befindet sich in einer Hochinvestitionsphase und hat zuletzt acht Milliarden Euro pro Jahr in leistungsfähige Infrastrukturen gesteckt. Doch allein die Kosten für bundesweites FTTB/H in Deutschland werden auf 70 bis 100 Milliarden Euro beziffert – bei einem Fördermittelbedarf im zweistelligen Milliardenbereich. Um diese Kosten zu senken, müssen – wo möglich – Synergien genutzt und dafür insbesondere alle verfügbaren Mitnutzungsmöglichkeiten bereits vorhandener passiver Infrastrukturen (PI) ausgeschöpft werden.

Überarbeitung des Telekommunikationsrechtsrahmens

2016 hat die EU damit begonnen, die europaweiten Richtlinien zum Telekommunikationsrecht zu überarbeiten. Diese Richtlinien bilden die Grundlage des deutschen Telekommunikationsgesetzes (TKG). Sobald sie final feststehen, muss auch das deutsche Telekommunikationsgesetz entsprechend geändert werden. Es ist zu erwarten, dass sich der Prozess auf europäischer Ebene noch ein bis zwei Jahre hinziehen wird. Dabei geht es um einen sinnvollen Mix wesentlicher Themen: Planungssicherheit für die Unternehmen, Garantie des erforderlichen Netzzugangs gegenüber marktbeherrschenden Unternehmen, Abbau von Bürokratie, eine bessere Balance aus Verbraucherschutz und Belastung der Wirtschaft sowie gleiche Rechte und Pflichten für Telekommunikationsunternehmen und so genannte „Over the top“ (OTT) Anbieter, die auf Basis dieser bestehenden Netzinfrastrukturen attraktive Verbraucherservices anbieten, ohne dafür selbst in die Infrastruktur zu investieren oder einer entsprechenden Regulierung zu unterliegen.

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