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Digitale Inklusion ist das Ziel der europäischen „Get Online Week 2017“. Zu diesem Anlass hat Telefónica Deutschland ins BASECAMP zum Seniorendialog “Sicherheit und Verbraucherschutz im Netz speziell für Senioren” eingeladen. Senioren, Verbraucherschützer und Vertreter aus der Politik haben diskutiert, welche Chancen das Internet bietet und wie sich ältere Menschen sicher und kompetent im Internet bewegen können. Unterstützung erhielten die Senioren auch von dem Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (CDU und Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Ältere Menschen haben oftmals Berührungsängste gegenüber digitalen Medien. Dabei bietet ihnen gerade das mobile Internet mit Videotelefonie, Nachrichten- und Wetterdiensten oder medizinischen Serviceinformationen viele hilfreiche Möglichkeiten. Hier setzt das Projekt „Digital mobil im Alter“ an, das Telefónica Deutschland bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen umsetzt. Ziel ist es, ältere Menschen mit dem mobilen Internet in Kontakt zu bringen und dadurch Berührungsängste abzubauen. „So erleben die Senioren in unserem Programm, dass digitale Medien ihnen den Anschluss an die Gesellschaft ermöglichen. Damit werden soziale Kontakte gestärkt und die Mobilität gesteigert“, sagt Claudia von Bothmer, Head of Corporate Responsibility bei Telefónica Deutschland. Teilnehmer des Programms sowie Interessierte waren nun eingeladen, sich im BASECAMP untereinander sowie mit Experten über ihre Erfahrungen sowie die Chancen und Herausforderungen des Internets auszutauschen.

Digitale Kompetenz an Senioren vermitteln

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Thomas Jarzombek

„Das größte Risiko beim Thema Senioren und Internet ist, dass die Senioren das Internet nicht nutzen“, sagte Bundestagsabgeordneter Thomas Jarzombek (CDU) in seinem Grußwort.

Die größte Herausforderung liege daher in der Vermittlung digitaler Kompetenz. „Es hat noch niemanden unter den Senioren gegeben, der das Internet gelöscht hat“, ermutigte er seine Zuhörer und betonte: „Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Projekt skalieren könnten. So können möglichst viele Senioren die Chance ergreifen, furchtlos voranzuschreiten und zu sagen, wir sind die Silver Surfer, wir stürmen das Internet.“

Kritisch sein und nicht unter Druck setzen lassen

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Michèle Scherer

Michèle Scherer, Referentin Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, stellte in ihrem Vortrag die größten Fallen vor, denen Senioren im Internet ausgesetzt sind. Beispielsweise beim Online-Einkaufen oder Online-Banking. So erklärte sie, dass Kriminelle mit Phishing-Emails darauf abzielen, an persönliche Daten wie Kontonummer und PIN zu gelangen. Hier gelte es darauf zu achten, immer die aktuelle Software und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen installiert zu haben.

Scherer erwähnte auch so genannte Fake shops, auf denen Kunden bezahlen, ohne jemals Ware zu erhalten. “Seien sie kritisch und lassen sie sich nicht unter Druck setzen”, betonte die Verbraucherschützerin. Sie sagte, dass die Verbraucherzentrale nicht nur Verbraucher berät, sondern auch Druck auf die Politik ausübt, um Regeln zugunsten der Verbraucher aufzustellen.

Anwendungen müssen an individuellen Nutzen anknüpfen

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Professor Herbert Kubicek

Welche digitalen Anwendungen sich für ältere Menschen als besonders nützlich erweisen und ihnen den Anschluss an die Digitalgesellschaft erleichtern, untersucht eine Begleitstudie zum Programm. Sie wird im Sommer 2017 veröffentlicht. “Die Alterslücke ist noch nicht geschlossen. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil der Menschen, die nicht online sind, immer größer. Das ist in einer Zeit, in der alle über Digitalisierung reden, schon eine bedenkliche Sache“, sagte Professor Herbert Kubicek, wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Digitale Chancen. „Ich glaube es muss am individuellen Nutzen anknüpfen. Jeder muss sehen, was im Internet für ihn drin ist.”

Deshalb stellte er – gestützt auf erste Studienergebnisse – verschiedene Anwendungen wie Apps von Öffentlichen Nahverkehrsanbietern, Navigations-Hilfen oder Online-Spiele auf dem Tablet-PC vor. Und in Videostatements ermutigten Teilnehmer des Projekts die Besucher des Seniorendialogs zur Teilhabe am digitalen Leben. So berichteten sie beispielsweise, wie sie per Whats App an den Urlaubserlebnissen ihrer Enkelkinder teilhaben, sich selbst an einem fremden Ort besser zurecht finden oder von Bastelanleitungen und handwerklichen Tipps auf YouTube profitierten konnten.

Das Projekt „Digital mobil im Alter“

Seniorendialog-Stiftung-Digitale-Chancen-0239-1280x720Im Rahmen des Projekts „Digital mobil im Alter“ verleiht Telefónica Deutschland acht Wochen lang kostenfrei Tablet PCs mit einer Internetflatrate an Senioren-Einrichtungen. Anschließend verbleiben ein bis zwei Geräte vor Ort. Die Stiftung Digitale Chancen organisiert die Ausleihe, zeigt den Senioren die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten auf und begleitet das Projekt wissenschaftlich. Das Ziel: Senioren sollen im Alter mit Hilfe der Tablet PCs länger mobil und aktiv bleiben können.

Ob Videotelefonate mit Angehörigen, Puzzlespiele, Reaktionstests, Auffinden der nächsten Apotheke mit Nachtdienst oder sonstige Gesundheitsinformationen – Tablets können das Leben älterer Menschen erleichtern. Sie sind im Alltag schnell zur Hand und intuitiv zu bedienen.

Nach Abschluss der Projektphase finden in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf jeweils Seniorendialoge mit Vertretern aus Medien und Politik statt. Hier können die Beteiligten Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen.

Fotos: Henrik Andree

Weitere Informationen

Tablet PCs für Seniorinnen und Senioren
Projektwebseite: Stiftung Digitale Chancen
Online bei O2: Tablets

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